Aufregung beim Halbfinale des Totopokals - Der TSV Buchbach widerspricht

Ärger in Buchbach: Türkgücü-Fans und Offizielle im Käfig eingesperrt?

Türkgücüs Max Kothny
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Geschäftsführer Max Kothny stellte sich aus Solidarität zu den Fans.

Nach dem 2:1 Sieg über Buchbach steht Türkgücü im Finale des Totopokals, der DFB-Pokal ruft. Doch abseits vom Platz gab es Ärger. Die mitgereisten Türkücü-Fans fühlten sich ungerecht behandelt.

  • Türkgücü München* hat 2:1 beim TSV Buchbach gewonnen
  • Die mitgereisten Fans fühlen sich jedoch ungerecht behandelt
  • Nach Abpfiff soll kein Ordner zum Gästeblock gekommen sein

München – Eigentlich gab es doch allen Grund zum Feiern. Nach einem harten Kampf gewann Türkgücü München im Halbfinale des Totopokals 2:1 beim TSV Buchbach und ist jetzt nur noch ein Spiel (Sonntag, 14 Uhr beim FV Illertissen) vom Einzug in den DFB-Pokal entfernt.

Ärger gab es jedoch abseits des Spielfelds. Schiedsrichter Tobias Wittmann unterbrach die Partie in der zweiten Halbzeit. Die rund ein Dutzend mitgereisten Fans von Türkgücü hatten zur lautstarken Anfeuerung auf die Banden geklopft, zwei Werbetafel lösten sich anschließend und brachen ab. „Nachdem der Schiedsrichter das Spiel erst wieder anpfeifen wollte, sobald unsere Fans im Käfig sind, habe ich mich aus Solidarität und Dank an unsere Fans dazugestellt“, erläutert Geschäftsführer Max Kothny unserer Zeitung. „Auch ich als Offizieller wurde erst 15 Minuten nach Abpfiff wieder rausgelassen“, sagt Kothny. Der Fanbeauftragte Alexander Engelfried beteuert auf Nachfrage, dass sich die Fans nicht daneben benommen haben. Dass nach Abpfiff kein Ordner in der Nähe war, „war schon ein sehr grenzwertiges Verhalten.“ Auch Suat Altun, einer der Gründer der „Ultras Türkgücü München“ war vor Ort: „Ich bin von Anfang an dabei und unterstütze Türkgücü auch auswärts. Wir feuern unseren Verein friedlich an und haben trotzdem überall Probleme.“ Altun führt aus: „Wenn wir Ungerechtigkeit sehen, weisen wir halt auch lautstark darauf hin. Dass jetzt auch unser Geschäftsführer und Fanbeauftragter mit eingeschlossen und nicht rausgelassen werden, ist eine neue Dimension.“

Die Buchbacher widersprechen den Darstellungen jedoch. „Nach Aufforderung der Polizei haben wir die innere Tür zum sogenannten Käfig verschlossen und die äußere geöffnet. Somit konnte der Käfig jederzeit verlassen werden“, sagte der sportliche Leiter Georg Hanslmaier. Hanslmaier weiter: „Ich habe die Verantwortung, Verein und auch den Ort zu schützen, wenn solche hanebüchenen Unwahrheiten verbreitet werden.“

Auf dem Platz ging es jedenfalls turbulent zu. Tobi Sztaf traf in der 5. Minute zur Buchbacher Führung, Neuzugang Philip Türpitz (13.) und Filip Kusic (16.) konterten für Türkgücü. Kurz vor der Halbzeit sah Abwehrchef Alex Sorge nach einer Notbremse Rot, den fälligen Elfmeter hielt jedoch der an diesem Abend überragende Franco Flückiger.

Sonntag wartet Illertissen im Finale des Totopokals

Eine Partie trennt Türkgücü also nur noch vom großen Traum DFB-Pokal, der vor Gericht schon einmal zerplatzte. Und auch sportlich wird es gegen den Regionalligisten aus Illertissen kein Spaziergang, warnt Kothny: „Wir haben gemerkt, dass wir nichts geschenkt bekommen. Es liegt auch am Sonntag harte Arbeit vor uns.“

(Nico-Marius Schmitz) tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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