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Nach Insolvenz von Türkgücü München: Präsident Hasan Kivran meldet sich erstmals zu Wort

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Hasan Kivran hat sich erstmals nach seinem Aus bei Türkgücü München zu Wort gemeldet.
Hasan Kivran hat sich erstmals nach seinem Aus bei Türkgücü München zu Wort gemeldet. © IMAGO IMAGES/ Jan Huebner

Es ist lange her, dass sich Hasan Kivran öffentlich geäußert hat. Auf Instagram hat sich der ehemalige Geldgeber und Präsident von Türkgücü München jetzt zu Wort gemeldet.

München - Am Sonntagmorgen hat sich Hasan Kivran nach monatelangem Schweigen offenbar erstmals zum Niedergang von Türkgücü München geäußert. Der Geldgeber und Noch-Präsident, der mit dem Klub ursprünglich bis in die 2. Bundesliga* aufsteigen wollte, hat sich auf einem (noch) nicht offiziellen Instagram-Profil mit zwei Posts an die Öffentlichkeit gewandt.

„Mir hat der Rückhalt der ‚Community‘ gefehlt, die mein Investment hätte nachhaltig untermauern sollen.“

Hasan Kivran.

„Sechs Jahre lang habe ich meinen Herzensverein mit Leidenschaft, Energie und Geld unterstützt, um für die türkisch-deutsche Community im Fußball eine Heimat zu bieten“, schreibt Kivran. „Die Entwicklungen der letzten Monate mit Verbänden, der Stadt, Sponsoren und Zuschauern hat mich dazu bewegt, mir Gedanken über mein Investment zu machen. Ende Januar musste ich die Entscheidung treffen, dass ich den Verein nicht weiter mit finanziellen Mitteln unterstützen werde, da die Perspektiven sowohl sportlich, als auch strukturell sich stetig verschlechtert haben.“

Was genau sich verschlechtert hat, bleibt der 55-Jährige schuldig. Entschuldigungen an die Fußball-Fans, Gegner in der 3. Liga, Angestellten oder Ex-Profis von Türkgücü München*, die ohne Job dastehen? Fehlanzeige! Kein Wort fällt über das Chaos der vergangenen Wochen und die Unsicherheit für alle Beteiligten. Stattdessen beklagt er fehlende Unterstützung und Anerkennung im Umfeld. „Mir hat der Rückhalt der ‚Community‘ gefehlt, die mein Investment hätte nachhaltig untermauern sollen. Wer mich kennt, weiß trotzdem, dass es immer weiter geht. Jetzt will ich euch in mein Engagement aus den letzten Jahren und auch künftig auf meine Reise mitnehmen.“

Hasan Kivran: Türkgücü München soll in der kommenden Saison in der Regionalliga an den Start gehen

Der zweite Teil seiner Mitteilung dürfte bei den ehemaligen Arbeitnehmern an der Heinrich-Wieland-Straße vermutlich Stirnrunzeln auslösen. Denn dort kündigt Kivran an, alles daranzusetzen, „den Verein reibungslos an meinen Nachfolger zu übergeben und mich dafür einsetzen, dass Türkgücü München in der Regionalliga Bayern 2022/2023 starten kann“. Ob es nach den letzten Wochen möglich ist, „den Verein reibungslos zu übergeben“, darf bezweifelt werden.

Nachdem Kivran wochenlang auf Tauchstation war und zum Beispiel für Trainer Andreas Heraf von einem auf den anderen Tag nicht mehr zu erreichen war, will er jetzt also retten, was eigentlich nicht mehr zu retten ist. Bis Freitag, 7. April, muss der Klub beim BFV einen Antrag auf Wiedereingliederung stellen. Ob der Verband diesem dann aber nachkommt, ist unsicher. Durch den Rückzug während der Saison hat der Verein seine Spielberechtigung verloren. Es steht sogar ein Neustart in der C-Klasse im Raum. (Jörg Bullinger) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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