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Neuer Job für Max Kothny: Türkgücü-Geschäftsführer wechselt zu Profi-Klub nach Frankreich

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Von: Nico-Marius Schmitz

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Max Kothny soll nach Informationen des Münchner Merkurs bei AS Nancy in der Ligue 2 Geschäftsführer werden.
Max Kothny soll nach Informationen des Münchner Merkurs bei AS Nancy in der Ligue 2 Geschäftsführer werden. © Imago Images/Ulrich Wagner

Max Kothny hat eine neue Aufgabe gefunden. Der Geschäftsführer des insolventen Drittligisten Türkgücü München wechselt zum französischen Profi-Klub AS Nancy.

München – Der Fußball schreibt die schönsten (und skurrilsten) Geschichten. Nächster Beweis? Bitte schön: Max Kothny, 25, hat einen neuen Job gefunden. Aktuell hilft der Ex-Geschäftsführer der Fußball GmbH von Türkgücü München noch dabei, die Scherben der Insolvenz aufzukehren – und besucht vermutlich schon erste Französisch-Kurse.

Kothny heuert in Frankreich an, beim AS Nancy in der Ligue 2. Der Verein gehört der Pacific Media Group. Die Investorengruppe wollte eigentlich Türkgücü München* übernehmen, entschied sich aufgrund der miserablen (sportlichen) Situation bei den Münchnern aber dann doch für einen Einstieg beim 1. FC Kaiserslautern. Einer hat bei der Gruppe aber anscheinend trotzdem Eindruck hinterlassen: Max Kothny.

Türkgücü München: Max Kothny wird Geschäftsführer bei AS Nancy in der Ligue 2

„Transfermarkt.de“ listet Kothny schon als „Berater“ von Nancy, nach Informationen unserer Zeitung soll er einer der Geschäftsführer werden. In einem Interview mit „L´ est Républicain“ kündigte Paul Conway, Gründer der Pacific Media Group, an, dass AS Nancy künftig anders strukturiert wird: „Darum wird sich Max Kothny uns anschließen.“ Die Umstrukturierung des Vereins kommt aber nicht bei allen gut an. Bei den Fans hat sich in den letzten Jahren anscheinend ohnehin schon Wut angestaut, nun laufen sie Sturm: „Während die sportliche und institutionelle Situation noch nie so katastrophal in der Geschichte des Clubs war, kündigt die Gruppe neue undenkbare Entscheidungen an“, hieß es in einem Statement des Fanclubs. Man fordere den Rücktritt von Gauthier Ganaye (aktueller Präsident) und eben auch Max Kothny.

Conway sagt hingegen, man habe den Verein im Dezember 2020 nicht gekauft, um ihn bei Komplikationen direkt wieder zu verlassen: „Es besteht keine Gefahr, dass Nancy untergeht“. Im Gegensatz: Das Ziel sei, Nancy langfristig wieder in die erste Liga* zu bringen. Moment mal, ein Besitzer, der davon träumt, einen Verein ganz nach oben zu führen, obwohl die sportliche Situation das nicht ansatzweise hergibt? Es ist so, als hätte Kothny ein Déjà-vu als neuen Arbeitgeber ausgesucht. AS Nancy steht auf dem letzten Tabellenplatz der Ligue 2. Sechs Spieltage vor Schluss fehlen zehn Punkte auf einen Nichtabstiegsplatz. Der Absturz in die Drittklassigkeit ist also nicht mehr abzuwenden. Zudem heißt es, dass der Verein in den vergangenen Jahren Misswirtschaft betrieben habe. Wie soll da ein 25-Jähriger helfen, dessen einzige Referenz im Fußball die Insolvenz mit Türkgücü München ist?

Türkgücü München: Geschäftsführer Max Kothny kämpft vor Abschied um Regionalliga-Traum

Klar, nach seinen forschen Aussagen braucht sich Kothny über die Häme nicht zu wundern. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Kothny bei Türkgücü in einer Struktur die Geschäfte führen musste, die nicht ansatzweise für den Profifußball geeignet waren. In dieser Konstellation wären auch erfahrenere Kräfte gescheitert. Kothny gilt als akribischer Arbeiter, der Tag und Nacht für den Verein schuftet. So hat er auch jüngst die Hauptarbeit dafür geleistet, dass Türkgücü theoretisch in der Regionalliga starten darf.

Türkgücü ist weiter mit Hochdruck auf der Suche nach einem neuen Stadion, die Vereine (Heimstetten, Unterhaching, Pipinsried ...) sagen aber reihenweise ab. Kothny beschäftigt sich also aktuell bilingual mit zwei Problemkindern. Es werden wieder kurze Nächte. (Nico-Marius Schmitz)  *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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