1. tz
  2. Sport
  3. Türkgücü München

„Wir haben versagt“: Kothny nennt Knackpunkt für Türkgücü-Aus und schließt Profifußball aus

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Korbinian Kothny

Kommentare

Max Kothny blickt auf seine Zeit bei Türkgücü München zurück.
Max Kothny blickt auf seine Zeit bei Türkgücü München zurück. © Ulrich Wagner

Max Kothny blickt auf seine Fehler als Türkgücü-Geschäftsführer zurück. Die Entlassung von Alex Schmidt war ein Knackpunkt. Für die Zukunft schließt er eins aus.

München - „Wir haben in weiten Teilen versagt“, antwortet Max Kothny im Interview mit dem kicker auf die Frage, warum sich Präsident und Geldgeber Hasan Kivran im Januar bei Türkgücü München zurückgezogen hat. Dem Verein und ihm sei es nicht gelungen, die positive sportliche Entwicklung der vergangenen Jahre fortzusetzen.

Und es fehlte Kivran laut Kothny vor allem an der Perspektive. Neben dem FC Bayern und dem TSV 1860 sei es schwer zu bestehen. Dabei hatte das Projekt Türkgücü mit dem Durchmarsch in den Profifußball sehr vielversprechend für den Verein und Kothny begonnen.

Türkgücü München: Entlassung von Schmidt als Knackpunkt

Der 25-Jährige wurde dabei ins kalte Wasser geworfen. „Ich kam relativ unvorbereitet zur Rolle des Geschäftsführers bei Türkgücü und hatte eine klare Vision. Ich habe die Ellenbogen ausgepackt und mich nicht an die ungeschriebenen Regeln des deutschen Fußballs gehalten. Dadurch habe ich von Beginn an polarisiert. Das war mir bewusst“, sagt Kothny.

Ein Weg, der ihm nicht viele Sympathien brachte, aber zumindest am Anfang erfolgreich war. Im Nachhinein hätte er seiner Meinung nach aber öfter auf Nachhaltigkeit bestehen müssen, als immer nur auf den schnellen Erfolg zu schauen.

Beispiel gefällig? Nach dem Aufstieg in die 3. Liga lief es für Türkgücü unter Trainer Alex Schmidt rund und der Verein war drauf und dran sich im Profifußball zu etablieren. Für Kothny & Co. allerdings nicht genug. Schmidt wurde freigestellt und Serdar Dayat als Nachfolger verpflichtet. Aus heutiger Sicht „nicht die glücklichste Entscheidung“ gibt er zu.

„Wir wollten zu viel. Mit Alex funktionierte es bis dahin perfekt“, zeigt sich Kothny heute einsichtig. Danach ging es für den Türkgücü den Bach runter, bis im April sogar der Spielbetrieb eingestellt werden musste.

„Profifußball wird es wohl bei Türkgücü nicht mehr geben.“

Max Kothny

Kothny wechselt zum 1. Mai zum französischen Profiverein AS Nancy. Davor versucht er allerdings noch alles, damit Türkgücü in der kommenden Saison in der Regionalliga starten kann. Das größte Problem? Ein geeignetes Stadion zu finden.

„Wir sind trotz des Abstiegs immer noch der dritthöchste Münchner Verein und müssen trotzdem um eine Spielstätte betteln. So war der SC Fürstenfeldbruck der einzige Verein, der seine Unterstützung angeboten hat. Wir hatten dort bereits einen Termin mit dem Verband“, erklärt Kothny.

Sollten alle offenen Fragen geklärt werden, steht einem Start in der Regionalliga in der neuen Saison nichts mehr im Wege. Für Kothny das höchste der Gefühle für Türkgücü in der näheren Zukunft. „Profifußball wird es wohl bei Türkgücü nicht mehr geben. Das Ziel sollte sein, sich in einigen Jahren mit gewachsenen Strukturen in der Regionalliga zu etablieren“, sagt der Emporkömmling heute. Vor nicht allzu langer Zeit wären solche Aussagen noch undenkbar gewesen. Für Kothny beginnt aber schon in wenigen Tagen sein neues Abenteuer. (kk) Anmerkung der Redaktion: Trotz des gleichen Nachnamens sind der Autor des Textes und Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny weder verwandt, noch verschwägert. Er schreibt die Texte im Auftrag der Redaktion tz/Münchner Merkur/Fussball Vorort.

Auch interessant

Kommentare