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Türkgücü München kassiert nächste Stadion-Absage - deshalb lebt der Regionalliga-Plan trotzdem

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Von: Moritz Bletzinger

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Unter Zeitdruck: Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny
Unter Zeitdruck: Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny © kolbert-press/Ulrich Gamel/Imago

Türkgücü München sucht dringend ein Stadion für die Regionalliga. Jetzt hat auch der FC Pipinsried eine entsprechende Anfrage abgelehnt. Wieso läuft das Verfahren noch?

München - Auch Auge in Auge mit dem eigenen Niedergang bleibt Türkgücü München ambitioniert: Der Klub will Regionalliga spielen. Dafür fehlt den Neuperlachern aktuell aber fast alles: Mannschaft, Trainer und - am dringlichsten - eine Spielstätte.

Türkgücü München hat eine Spielstätte gemeldet: Regionalliga-Bewerbung läuft aktuell ganz normal

Die braucht Türkgücü München, sonst kommt überhaupt keine Zulassung vom Bayerischen Fußballverband (BFV). Für das Zulassungsverfahren hat sich Türkgücü fristgerecht gemeldet. Wie funktioniert das trotz offensichtlich großer Lücken?

Türkgücü München hat in der ersten Bewerbung eine Spielstätte gemeldet und ist deshalb im normalen Zulassungsverfahren für die Regionalliga Bayern. Daher geht der Verband davon aus, dass Türkgücü für eine Spielstätte sorgen wird. Der Verein weist in den Unterlagen also ein Stadion aus, scheint aber in Wirklichkeit keines zu haben. Das schließt Türkgücü nicht aus dem Verfahren aus, könnte dem Klub aber später auf die Füße fallen.

Absage vom FC Pipinsried: Türkgücü München fehlt immer noch Stadion für die Regionalliga

Aktuell stockt die Stadionsuche bei Türkgücü nämlich enorm. Im Grünwalder Stadion haben der TSV 1860 München und der FC Bayern Vorrang. Die Neuperlacher bekommen maximal zwölf Spiele in Giesing. Für den Rest wird gesucht. Aber erst gab es eine Absage vom SV Heimstetten und noch auch vom FC Pipinsried.

„Logistisch können wir das nicht stemmen“, sagt FCP-Manager Tarik Sarisakal, „wir können nicht unsere Jugendmannschaften ausweichen lassen und dann einen Drittverein aufnehmen.“

Türkgücü München: Folgt auf die Insolvenz nun doch der Absturz? Regionalliga-Bewerbung ein Damoklesschwert

Zwei Termine sollte sich Geschäftsführer Max Kothny groß im Kalender anstreichen: Den 13. Mai und den 30. Juni.

Mitte Mai verschickt der BFV die Zulassungsbescheide an die Regionalliga-Bewerber. Darin finden sich unter Umständen Auflagen und Bedingungen, die die Vereine bis zum 30. Juni erfüllen müssen, um straffrei in Bayerns Beletage antreten zu dürfen.

Besonders brenzlig: Bedingungen. Sie sind deutlich wichtiger als Auflagen. Werden vom BFV gestellte Bedingungen nicht erfüllt, gibt es keine Geldstrafe oder Punktabzug. Sondern die Zulassung zur Regionalliga ist weg. Im Fall Türkgücü könnte das verheerende Folgen haben.

Ein Spiel mit dem Feuer: Riskiert Türkgücü mit dem Regionalliga-Antrag alles?

Die Bewerbung bis zum 30. Juni aufrecht zu erhalten, ist ein Spiel mit dem Feuer. Vereine können ihre Bewerbung bis zum 13. Mai zurückziehen. Damit würden sie die Teilnahme an der Regionalliga aufgeben, aber keinen Absturz nach ganz unten riskieren. Das sei der ganz normale Verfahrensgang, merkt der BFV auf Nachfrage an. Er ist für alle Vereine gleich. Der Verband legt den Vereinen nahe, ihre Bewerbung rechtzeitig zurückzuziehen, sollten sie Probleme bemerken.

In der Öffentlichkeit hält sich Türkgücü München nach wie vor bedeckt. Eine Spielstätte haben die Verantwortlichen nicht präsentiert. Aber zwei Absagen sind bekannt. Welche Optionen hat Türkgücü jetzt überhaupt noch? Ein Monat bleibt Max Kothny, um ein passendes Stadion zu finden, wenn er es darauf anlegt, bleiben sogar noch sechs Wochen. Einfach ist die Aufgabe mit Sicherheit nicht. (moe) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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