Sararer im Formtief - Vrenezi glänzt gegen Duisburg

Türkgücü München nach Sieg gegen MSV Duisburg: Drei Baustellen bleiben für Trainer Petr Ruman

Ausgebremster Wirbelwind: Sararer sucht weiterhin seine Vorjahresform.
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Ausgebremster Wirbelwind: Sararer sucht weiterhin seine Vorjahresform.

Türkgücü München hat dank der individuellen Klasse von Albion Vrenezi am Montagabend drei Punkte geholt. Dennoch muss sich die Mannschaft von Trainer Ruman steigern.

München – Am Ende der Pressekonferenz scherzten die beiden Trainer noch. Pavel Dotchev, Coach des MSV Duisburg, schwärmte von seinen eigenen Einsätzen als Spieler im Olympiastadion. Dort kickte er unter anderem mit dem Hamburger SV. Petr Ruman, der mit Türkgücü München* nun vorerst dauerhaft ins „Oly“ zieht, bot Dotchev an, ihn einmal in den Kulttempel einzuladen.

„Vielleicht habe ich bald tatsächlich mehr Zeit dafür“, sagte Dotchev lachend und spielte auf eine mögliche Entlassung an. Schließlich hatte sein Team kurz zuvor in einer schwachen Partie 0:1 gegen Türkgücü verloren. Ruman hat sich durch den Sieg zwar mehr Zeit verschafft, drei Baustellen bleiben aber noch.

Türkgücü München: Drei Baustellen muss Trainer Petr Ruman lösen

Der Vollstrecker fehlt: Letztes Jahr drehte Petar Sliskovic zu Saisonbeginn auf, führte lange die Torschützenliste der 3. Liga an. Nach einem gescheiterten Wechsel im Winter stagnierte auch die Leistung. Auch in der vergangenen Transferperiode war es lange mehr als fraglich, ob der 30-Jährige in München bleibt. Er blieb, ist aber kein unumstrittener Stammspieler mehr. Für Ruman gibt es keine festen Plätzen, die Spieler müssen sich von Woche zu Woche neu beweisen. Gegen Duisburg kam Sliskovic zur Halbzeit für Törles Knöll. „Er hat definitiv besser gearbeitet als in den letzten Wochen. Er muss seine Qualitäten jede Woche abrufen, nicht nur im Spiel, sondern auch im Training“, so Ruman. Die Hoffnungen der Verantwortlichen ruhen auch auf Neuzugang Knöll,

Form von Sercan Sararer: Der Wirbelwind der vergangenen Saison wirbelt nicht. Gegen Duisburg agierte Sararer zwar bemüht, aber glücklos. In der 76. Minute wurde der 31-Jährige ausgewechselt. „Mittlerweile kennt die 3. Liga den Sercan. Deshalb sind die Gegner extra motiviert und aufgepusht. Er hat es nicht einfach gehabt“, sagte Ruman, der die Umschaltbewegung Sararers kritisierte.

Türkgücü München: Noch fehlt die klare Hanschrift von Trainer Petr Ruman

Fehlende Balance im Spiel: Eine klare Handschrift Rumans ist noch nicht zu erkennen. In der Offensive fehlt trotz hochkarätiger Besetzung um Sararer, Albion Vrenezi und Philip Türpitz die Durchschlagskraft. „Wir brauchen eine Balance. Wir müssen als Team arbeiten, die Abstände müssen eng sein. Das haben die Jungs nicht zu 100 Prozent umgesetzt, aber sie haben es verdient.“ Am Ende war es die individuelle Klasse von Vrenezi, die den Sieg brachte. Der sportliche Leiter Roman Plesche ist mit der Leistung seines Königstransfers sehr zufrieden, lobt vor allem auch die Laufbereitschaft und die vielen Sprints Vrenezis. Gegen Duisburg hatte Ruman immerhin das Gefühl, dass seine Männer „laufen, kämpfen, spucken“. Fehlt noch die Harmonie im Spiel. (NICO-MARIUS SCHMITZ)

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