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Finanzlücke bei Türkgücü München - Insolvenzverfahren droht

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Von: Nico-Marius Schmitz

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Hasan Kivran, (noch) Präsident von Türkgücü.
Hasan Kivran, (noch) Präsident von Türkgücü. © Imago Images

Zwei Punkte Abzug, Insolvenz oder doch die Rettung? Bei Türkgücü München ist mal wieder vieles ungewiss. Das sind die wahrscheinlichsten Optionen.

München – Andreas Heraf muss sich weiter gedulden. Nach dem Duell gegen Halle fiel auch das Derby gegen 1860 der Corona-Pandemie zum Opfer. Der nächste Versuch von Türkgücü, in die Rückrunde zu starten, steigt dann am Dienstag – bei der zweiten Mannschaft des SC Freiburg. Über das Sportliche gibt es wenig zu berichten, aber finanziell sind ja ohnehin noch genug Fragen offen bei den Münchnern. Der Bericht des Münchner Merkurs vom vergangenen Freitag hat sich bestätigt: Die Überprüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit in der 3. Liga fiel bei Türkgücü nicht zufriedenstellend aus. Ein Leck in siebenstelliger Höhe, es soll sich wohl um rund zwei Millionen Euro handeln, kam zum Vorschein. Geschäftsführer Max Kothny muss nun zunächst ein Statement beim DFB abgeben. Wie geht es dann mit den Münchnern weiter? Das sind die wahrscheinlichsten Optionen.

2 Punkte Abzug vom DFB: Die SpVgg Unterhaching kennt sich mit dem Szenario aus. 2015 erhielt der Verein von Präsident Manni Schwabl die Auflage, eine Liquiditätslücke zu schließen. Laut DFB gelang das nicht, gemäß den Zulassungsrichtlinien der 3. Liga wurden zwei Punkte abgezogen. Sollte Türkgücü die Lücke nicht schließen oder in Kothnys Statement für den DFB plausibel erklären können, gibt es ebenfalls einen Punktabzug.

Das nächste Pokerspiel des Hasan Kivran?

Rettung durch Hasan Kivran: Es ist kein Geheimnis mehr: Präsident Hasan Kivran will seine Anteile loswerden, es liefen bereits konkrete Gespräche zur Übernahme. Die Investoren wollen jedoch keinen Verein kaufen, der sich im Abstiegskampf befindet. Gespräche zur Übernahme werden wohl erst bei einer sportlichen Stabilisierung wieder aufgenommen. Allerdings ist Kivran zuzutrauen, dass er nur pokert und die Finanzlücke doch noch stopft. Bei einem Absturz in die Regionalliga wären seine Türkgücü-Anteile schließlich noch weniger wert.

Insolvenzverfahren: Sollte Türkgücü die Liquiditätslücke nicht füllen können, wird wohl ein Antrag auf Insolvenz gestellt. Anschließend gäbe es neun Punkte Abzug. Und eine große Unsicherheit im ganzen Verein, ob Gehälter noch bezahlt werden können. Der Spielbetrieb bei Türkgücü soll in diesem Falle trotzdem bis Saisonende aufrechterhalten werden.

Nach Informationen des Münchner Merkurs soll im Laufe der Woche die Entscheidung fallen, welches Szenario zur Realität wird.

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