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Kommentar zur Stadionpleite von Türkgücü: Zwischen den Streithähnen

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Von: Korbinian Kothny

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Findet Türkgücü München noch ein Ausweichstadion für die kommende Saison?
Findet Türkgücü München noch ein Ausweichstadion für die kommende Saison? © Feiner /Eibner-Pressefoto / Imago images

Klosterstadion statt Olympiastadion. Das war der große Plan vor Türkgücü München. Am Ende wurde der Regionalligist Opfer einer Lokalposse. Ein Kommentar.

Schon wieder gibt es Streit um Türkgücü München. Nichts Neues? Nicht ganz. Türkgücü steht dieses Mal tatsächlich als vermeintliches Unschuldslamm in einer Lokalposse dar, die ihresgleichen sucht. Gemeint sind der SC Fürstenfeldbruck und die Stadt Fürstenfeldbruck, in Hauptperson SCF-Boss Jakob Ettner und Oberbürgermeister Erich Raff.

Seit zwei Monaten ist klar, dass Türkgücü München für seine Regionalliga-Pläne Ausweichspiele im Klosterstadion in Fürstenfeldbruck austragen will. Die Einigung zwischen den Vereinen kam schnell, doch dann grätschte die Stadt kurzerhand dazwischen. Sie sei der Inhaber des Klosterstadions und der SCF nur Mieter. Der Nutzungsvertrag zwischen den Parteien rückte in den Fokus.

Türkgücü München: Am Ende sind alle Forderungen in Fürstenfeldbruck nur eine Farce

Ettner war sich sicher, man brauche die Zustimmung der Stadt nicht. Raff, sah das anders. Ettner und Raff können sich nicht leiden. Der Ursprung des Konflikts geht dabei so weit zurück, dass er für den Münchner Ex-Profiverein eigentlich irrelevant sein sollte. War er aber nicht.

Die Stadt Fürstenfeldbruck entdeckte immer wieder neue Mängel, die behoben werden mussten. Man könnte meinen, die SCF-Gegner im Stadtrat wollten verhindern, dass der Kreisligist an den Türkgücü-Heimspielen mitverdient. Fehlender Gästekäfig, Wellenbrecher, neues Lärmgutachten, unklares Stadion- und Sicherheitskonzept - die Liste, warum die Unterschrift unter dem Nutzungsvertrag mit Türkgücü nicht geleistete wurde, wurde immer länger. Dabei waren viele Dinge vom BFV gar nicht gefordert.

Am Ende wirkt alles als Teil einer Scheinverhandlung. Denn schlussendlich scheiterte das Projekt an einem ziemlich banalen Punkt: der einfachen Zustimmung des Stadtrates zur Untervermietung, hinter der sich Oberbürgermeister Raff versteckt. Ganz nach dem Motto: ‚Wir haben alles dafür getan, aber die Mehrheit wollte nicht.‘ Dass das so nicht ganz stimmt, zeigen die teils abstrusen Forderungen der letzten zwei Monaten.

Türkgücü München: Oft zurecht kritisiert, nicht aber dieses Mal

Alles am Oberbürgermeister festzumachen, wäre allerdings falsch. Die Abstimmung des Stadtrats lässt zumindest vermuten, dass sich nicht nur Raff von Ettner auf den Schlips getreten gefühlt hatte. Welche Informationen den Würdenträgern bei der Sitzung aber tatsächlich vorgelegt wurde, lässt sich aufgrund der nicht-öffentlichen Abstimmung nicht sagen.

Und Türkgücü? Der allgemeine Betrachter verbindet mit dem Klub nach wie vor den Verein, der sich trotz arrogantem und selbstgefälligem Auftreten, stets benachteiligt fühlt. Und auch in dieser Saison kommt das aggressive Auftreten auf dem Transfermarkt nach einer Insolvenz nicht überall gut an. Alles Punkte, die zu Recht kritisiert werden. Doch in der Stadionfrage war die neue Führungsebene um Akkay nicht fehlerfrei, muss sich aber wenig vorwerfen lassen. Er ist nur auf der Suche nach einer zweiten Chance. Nur war diese in Fürstenfeldbruck von Anfang an nicht möglich.

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