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Türkgücü wackelt trotz doppelter Überzahl - Last-Minute-Retter Türpitz gelöst

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Von: Jacob Alschner

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Stille Freude: Philipp Türpitz hat gerade das 1:0 für Türkgücü München erzielt, zum Jubeln war ihm nicht gleich zumute.
Stille Freude: Philipp Türpitz hat gerade das 1:0 für Türkgücü München erzielt, zum Jubeln war ihm nicht gleich zumute. © Imago

Türkgücü München bekommt den Ball trotz doppelter Überzahl gegen Wiesbaden einfach nicht ins Tor. Bis Philip Türpitz kurz vor Schluss den goldenen Treffer erzielt.

München – Als der erlösende Schlusspfiff ertönte, fletschte Türkgücü Münchens Trainer Peter Hyballa die Zähne und ballte beide Fäuste. Gerade hatte sein Team in einem merkwürdigen Spiel den SV Wehen Wiesbaden mit 1:0 besiegt. Merkwürdig deshalb, weil kein Team wirklich zu Strafraumszenen oder Torchancen gekommen war. Und das, obwohl die Gäste aus Hessen ab der 25. Minute in Unterzahl auf dem Platz standen, als sich Johannes Wurtz (29) nach einem handelsüblichen Zweikampf am Münchner Stafraum von Marco Kehl-Gómez (29) provoziert fühlte und ebendiesen mit einer satten Kopfnuss zu Boden schickte. Für die Tätlichkeit sah er völlig zu Recht die Rote Karte.

Nur zehn Minuten später war es dann Wehen-Keeper Florian Stritzel (27), der vom Platz flog. Albion Vrenezi (28) stibitzte eine zu kurz geratene Rückgabe der Hintermannschaft der Gäste, lief allein auf Stritzel zu und wollte den Ball am Torwart vorbeilegen. Doch der fuhr außerhalb des Strafraums den Arm kurz in Richtung Ball aus und verhinderte so eine klare Torchance. ‚Elf gegen Neun’ lautete fortan die Devise. Auch wenn sich die Überzahl nur zwischen den Strafräumen bemerkbar machte.

Türkgücü hatte arge Probleme, die doppelte Überzahl in Tore umzuwandeln und blieb bis zur 88. Minute völlig harmlos. Doch dann schob Philipp Türpitz (30) nach Hereingabe von Törles Knöll den Ball aus kurzer Distanz zum Siegtreffer ein. Allen auf Münchner Seite war die Erleichterung offen anzusehen. Natürlich habe man mehr aus der Überzahl machen können, so Hyballa am Mikrofon bei Magentasport. „Aber elf gegen neun ist auch für uns Druck. Wenn wir hier 0:0 spielen oder gar noch verlieren, dann lacht uns jeder aus.“ Siegtorschütze Türpitz zeigte sich ebenfalls gelöst: „Das war eine schwere Geburt heute. Wir haben in vielen Situationen die falschen Entscheidungen getroffen.“ Und das gegen einen Gegner, der bekannt sei für seine Leidenschaftliche Art, zu verteidigen. „Aber wir haben uns nicht hängen lassen. Und daraus müssen wir so viel Kraft ziehen wie möglich.“

Insgesamt war es ein Nachmittag, der einmal mehr zeigte, wie nah Freud und Leid in der 3. Liga beieinander liegen. Ein Remis gegen neun Wiesbadener wäre einer Blamage gleichgekommen, so steht am Ende der zweite Sieg im dritten Spiel unter Trainer Hyballa, mit dem Türkgücü nur zwei Punkte hinter Platz zwei in der Tabelle rangiert. (Jacob Alschner)

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