Neuer Türkgücü-Coach im Interview

Hyballa trifft auf Kivran: „Es kann ein wunderschönes Feuerwerk geben“

Schon beim Debüt für Türkgücü emotional dabei: Peter Hyballa.
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Schon beim Debüt für Türkgücü emotional dabei: Peter Hyballa.

Peter Hyballa beschreibt sich selbst als fußballverrückt. So schätzt er auch Türkgücü-Präsident Kivran ein. Der neue Coach erwartet Feuer in der Beziehung.

München – Zur Ruhe kommt Peter Hyballa (45) auch an seinem freien Tag nicht. „Ich muss meine 66,3 Kilo ja irgendwie in Bewegung bringen“, sagt der neue Trainer von Türkgücü München. Vor seiner Joggingrunde durch München nahm sich Hyballa noch Zeit, um mit unserer Zeitung über Niederlagen, Prinzessinnen auf der Erbse und Silvesterraketen zu reden.

Herr Hyballa, wie wichtig war gleich der Auftaktsieg gegen Dortmund II?
Früher war man vielleicht romantischer unterwegs. Heute geht es eigentlich nur noch ums Gewinnen. Wenn du verlierst, hast du ein scheiß Leben. Die Spieler haben dann ein halbes Problem, der Trainer ein ganzes. In der Jugend steht hauptsächlich die Entwicklung im Vordergrund. Aber das ändert sich. Jetzt geht es vor allem ums Gewinnen und dabei auch noch um die Entwicklung. Am Sonntag waren wir Kämpfer auf dem Platz, das müssen wir jede Woche bringen. Das ist die große Herausforderung für uns als Team. Bestätigen!
Wie läuft die Arbeit mit der Mannschaft bisher?
In der ersten Woche habe ich mir drei Punkte vorgenommen, die ich mit den Spielern umsetzen wollte. Jetzt werden Schritt für Schritt neue dazukommen, es wird immer intensiver. Was mir heutzutage immer etwas in Vergessenheit gerät: die Spieler können auch was abhaben. Das sind nicht nur Sahneschnittchen, keine Prinzessinnen auf der Erbse. Als Trainer wirst du medial ja auch durchgeballert ohne Ende, wenn es nicht läuft. In der ersten Woche hatte ich aber einen tollen Eindruck von der Mannschaft.
Sie haben das erst kürzlich in Dänemark erlebt, als die Boulevard-Presse über vermeintliche Skandale im Training schrieb.
Ich habe ja überhaupt nichts Schlimmes gemacht. Es waren zwei, drei Spieler, die mich rausmobben wollten. Das war eindeutig ein Komplott. Darf man einem Spieler nicht mehr sagen, dass er einen Bauch hat? Ich werde mich nicht ändern, ich bin immer geradeaus. Aber Dänemark ist jetzt abgehakt und der Blick ist nach vorne gerichtet.
Blicken wir auf die 3. Liga. Was ist mit der Mannschaft in dieser Saison zu erreichen?
Es werden viele Augenhöhe-Spiele. Wir müssen uns vor keinem verstecken, es gibt nicht die Über-Mannschaft in der 3. Liga. Mit dem aktuellen Kader kann man auf jeden Fall oben angreifen, dafür wurde ich ja auch geholt.
Wie ticken Sie denn als Mensch?
Ich bin kein Mainstream, sage immer meine Meinung. Natürlich polarisiere ich, ich bin ja auch irgendwie eine eigene Marke. Vielleicht ist es ab und an besser, mal den Mund zu halten. Aber ich stehe zu meinen Worten, ich bin so, wie ich bin.
Sie und Präsident Hasan Kivran, ist das eine explosive Mischung?
Eine explosive Mischung kann ja auch gut sein. Klar, Hasan Kivran ist feurig, von Erfolg besessen. Und wie ich fußballverrückt. Das ist wie mit den Silvesterraketen. Es kann ein wunderschönes Feuerwerk geben, es kann aber auch immer mal wieder zur Explosion kommen. Aber, solange wir abliefern, müssen wir uns darüber keine Gedanken machen.

Das Interview führte Nico-Marius Schmitz.

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