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Türkgücü München: Kann die Saison dank Duell gegen die Löwen fortgesetzt werden?

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Von: Nico-Marius Schmitz, Uli Kellner

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Wird es ein Streichresultat? Die Entscheidung soll nun doch erst Ende des Monats fallen.
Wird es ein Streichresultat? Die Entscheidung soll nun doch erst Ende des Monats fallen. © Imago

Muss Türkgücü München nach der Länderspielpause vom Spielbetrieb zurückziehen? Die Frage beschäftigt schon länger nicht mehr nur die Perlacher.

München – Lautern siegte in Osnabrück (1:0), Saarbrücken gegen Meppen (1:0), Braunschweig hielt Verfolger Mannheim auf Abstand (3:0). Nachdem die Löwen am Freitagabend vorgelegt hatten (2:0 gegen Verl), sorgten die Ergebnisse des Restspieltages für eine optisch günstige Tabellentektonik: 1860 schob sich an Waldhof und Osnabrück vorbei, lauert nun auf Rang fünf, sieben Punkte hinter dem zweiten Direktaufstiegsplatz, den weiterhin der FCK innehat, fünf hinter dem Relegationsplatz.

Aber: Das aktuelle, amtlich beglaubigte Drittligatableau ist schon lange nicht mehr die einzige Tabelle, an der sich der TSV 1860 orientiert. Sondern, auch wenn das keiner zugeben würde: Michael Köllners erfolgreiche Rückrundenlöwen (Platz drei) schielen heimlich auf eine Tabelle, die Ende des Monats wirksam werden könnte. Die Besonderheit dieser Schattentabelle: Sämtliche Ergebnisse von Türkgücü werden aus ihr herausgerechnet (s. links) – weil dem insolventen Kivran-Club auch sportlich der vorzeitige Abpfiff droht.

Die Tabellenspitze ohne Türkgücü.
Die Tabellenspitze ohne Türkgücü. © mm

Türkgücü München: Hoffen auf positive Fortführungsprognose

Insider erwarteten zuletzt, dass Türkgücü noch die beiden März-Heimspiele bestreiten kann: am 12. März im Olympiastadion gegen Magdeburg, eine Woche später auswärts in Wiesbaden. Ziehen die Perlacher bis Ende des Monats keinen neuen Geldgeber aus dem Ärmel, dürfte Insolvenzverwalter Max Liebig den Daumen senken. Der Grund: Noch zahlt die Arbeitsagentur einen Grundstock der Spielergehälter. Ab April müsste Türkgücü wieder selber dafür aufkommen, was nur mit einem weiteren Sponsor möglich wäre, mit einem Investor, der Hasan Kivran ablöst – oder mit einer positiven Fortführungsprognose.

Die Löwen-Hoffnung ist, dass keiner der genannten Fälle eintritt. Für den Club von der Grünwalder Straße hätte das Worst-Case-Szenario des Stadtrivalen einen tabellarischen Katapulteffekt. Denn: Während 1860 bei einem endgültigen Türkgücü-Aus nur einen kümmerlicher Derbypunkt verlöre (den vom 1:1 im Hinspiel), würden sämtliche Aufstiegsrivalen drei, vier oder gar sechs Punkte verlieren. Tabellen-Tabula-Rasa, das 1860 noch näher gen 2. Liga brächte.

3. Liga: DFB hat kein Interesse an Rückzug von Türkgücü

Oder kommt alles doch ganz anders? Vieles deutet wie geschildert auf den 19. März als Türkgücü-Deadline hin. Unsere Zeitung weiß jedoch: Fest steht das noch lange nicht. Zunächst ist entscheidend, ob der Einspruch des Tabellenletzten beim DFB Erfolg hat und eventuell doch keine elf Punkte abgezogen werden. Dem Vernehmen nach ist der Verband sehr interessiert daran, dass Türkgücü den Spielbetrieb bis zum Ende der Saison aufrechterhalten kann.

Eine Entscheidung, wie und ob es an der Heinrich-Wieland-Straße weitergeht, soll nach Lage der Dinge erst in der anstehenden Länderspielpause getroffen werden, also nach dem 19. März. Sollte es bis dahin eine positive Fortführungsprognose und eine (wenn auch minimale) Chance auf den Klassenerhalt geben, darf Türkgücü wohl das eingenommene Geld der vergangenen Wochen hernehmen, um die restliche Spielzeit zu finanzieren. Dies wären u.a. 250 000 Euro aus TV-Einnahmen. Pikant: Auch das Rückrunden-Stadtduell, das 1860 mit 1:2 verlor, soll eine niedrige sechsstellige Summe eingebracht haben.

Zwei gegensätzliche Clubs, eine Hängepartie, die auf beider Zukunft Einfluss hat. Unausweichlich scheint nur: Die Wege werden sich trennen – offen ist, wie viele Ligen künftig zwischen den beiden Stadtrivalen liegen werden. (Uli Kellner/Nico-Marius Schmitz) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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