Türkgücü erhielt bereits Anfang März ein Anwaltsschreiben

Der Fall Sararer: So kam es zur Eskalation

Sercan Sararer will Türkgücü München nach dieser Saison verlassen, obwohl der Verein die Option gezogen und den Vertrag verlängert hat.
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Der Fall Sercan Sararer wird vor dem Arbeitsgericht verhandelt.

Sercan Sararer möchte Türkgücü verlassen. Der Verein hat jedoch die Option auf eine Vertragsverlängerung gezogen. Nun wird der Fall vor dem Arbeitsgericht verhandelt. Wie konnte es soweit kommen?

  • Sercan Sararer möchte wieder höherklassig spielen
  • Der Verein hat die Option auf Vertragsverlängerung gezogen
  • Sararers Berater sagt, die Option sei „unwirksam“

München – Es gibt Stress bei Türkgücü München. Am Freitag verkündete Michael Ruhnau, Berater von Sercan Sararer, via Pressemitteilung, dass sein Schützling in der kommenden Saison nicht für Türkgücü spielen und den Verein zum 30.06.2021 ablösefrei verlassen werde. Die einseitige Option auf Vertragsverlängerung sei „unwirksam“.

Der Club von Präsident Hasan Kivran konterte mit einer eigenen Pressemitteilung, es laufe „bereits ein Verfahren vor dem Arbeitsgericht“. Wie konnte es zu einer derartigen Eskalation kommen?

Der Zoff begann mit Sararers Wechsel des Beraters

Im Januar wechselte Sararer seinen Berater. Spätestens ab dem Zeitpunkt war klar, dass der 31-Jährige einen Wechsel forcieren möchte. Bereits Anfang März erhielt Türkgücü nach Merkur-Informationen ein Schreiben von Sararers Anwälten. Inhalt: Die Option des Vereins auf eine Vertragsverlängerung würde keinen Bestand haben. Am 18. März kam es zu einem Gespräch zwischen der Vereinsführung und Sararer, zwei Tage später fehlte der Spielmacher bei der Partie in Duisburg. Offiziell sprach man von „Urlaub“ und „Rotation“.

Am 22. März zog Türkgücü die Option und verlängerte den Vertrag um ein Jahr. Die Vertragsinhalte samt Klausel hatte die sportliche Führung über mehrere Wochen mit Sararers ehemaligen Berater verhandelt. In der aktuellen Saison trumpft der Mittelfeldakteur auf, ist mit zehn Toren und zwölf Vorlagen Türkgücüs Topscorer.

Logisch also, dass Sararer in der kommenden Spielzeit wieder höherklassig spielen möchte. Verständlich aber auch, dass Türkgücü seinen wichtigsten Mann nicht ablösefrei ziehen lassen möchte und daher auf die Klausel, die Sararer vor Beginn der Saison noch akzeptierte, pocht. Nach Informationen unserer Zeitung wäre für das zweite Jahr sogar eine Gehaltssteigerung vorgesehen.

Für den BFV ist eine rechtliche Prüfung nicht möglich

Ruhnau wähnt sich jedenfalls im Recht und gaukelt in der Pressemitteilung Unterstützung vor: „Der Bayerische Fußball Verband (BFV) sieht das genauso und hat die Registrierung von Sercan für die nächste Saison abgelehnt. Das liegt Türkgücü vom Bayerischen Fußball Verband auch schriftlich vor.“

Auf Nachfrage beim BFV heißt es jedoch, dass „eine rechtliche Prüfung und Würdigung der von Ihnen genannten Vertragssituation aufgrund fehlender und noch nachzureichender Unterlagen aktuell nicht möglich“ sei.

Aktuell fällt Sararer noch mit Wadenproblemen aus, im Trikot von Türkgücü wird man ihn wohl nicht mehr sehen. Zwischen den Verantwortlichen von Türkgücü und Berater Ruhnau gab es übrigens bis heute keinen direkten Kontakt. Die Kommunikation lief über Anwälte und Pressemitteilungen. Das erste Treffen findet dann vermutlich am 11. Juni statt, vor dem Arbeitsgericht.

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