Topscorer der Münchner will den Verein zum 30.06 verlassen

300 000 Ablöse, 15 000 Gehalt: So lief der Fall Sararer und Türkgücü vor dem Arbeitsgericht

Fußball 3. Liga 19. Spieltag Viktoria Köln - Türkgücü München am 15.01.2021 im Sportpark Höhenberg in Köln Torjubel / Ju
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Zaubert er bald für einen anderen Verein? Sercan Sararer.

Am Freitag fand die erste Verhandlung zwischen Türkgücü München und Sercan Sararer vor dem Arbeitsgericht statt. Zu einer Einigung kam es noch nicht. Beide Parteien sind noch „meilenweit“ voneinander entfernt.

  • Türkgücü München* hatte bei Sararer die einseitige Option auf Vertragsverlängerung gezogen
  • Der Anwalt von Sararer kennt die Wirksamkeit dieser Klausel nicht an
  • Vor dem Arbeitsgericht wurden die unterschiedlichen Sichtweisen deutlich

München – Zu einer Einigung kam es wenig überraschend noch nicht. Am Freitag trafen sich die Vertreter von Türkgücü München und der Anwalt von Sercan Sararer (31) vor dem Münchner Arbeitsgericht zu einer Güteverhandlung.

Hintergrund: Der Drittligist hatte die einseitige Option auf Vertragsverlängerung gezogen, die Gegenseite erkennt die Wirksamkeit dieser Klausel nicht an und pocht darauf, dass Sararer den Verein zum 30.06.2021 ablösefrei verlassen kann.

Die Münchner beteuerten noch mal ihr Bestreben, dass sie ihren Topscorer der vergangenen Saison auf jeden Fall halten möchten, um die hohen Ziele des Vereins zu erreichen. Interessant auch: In der kommenden Saison würde Sararer 15 000 Euro pro Monat als Grundgehalt verdienen, in der abgelaufenen Spielzeit waren es noch 9000 Euro monatlich.

Ablöse soll im sechsstelligen Bereich erfolgen

Der Anwalt von Sararer, Herr Rybak, schlug 10 000 Euro als Ablösesumme vor, Türkgücü fordert in einem ersten Schritt 300 000 Euro. Nicht nur die Richterin hatte den Eindruck, dass beide Parteien noch „meilenweit voneinander entfernt“ seien und sich zudem „mit jeder Minute noch weiter voneinander entfernen.“ Nach Informationen des Münchner Merkurs und der TZ würde sich Türkgücü auch bei einer Ablösesumme im niedrigen sechsstelligen Bereich zumindest gesprächsbereit zeigen.

Beide Parteien haben nun bis zum 30.06 Zeit, um sich außergerichtlich zu einigen. Ansonsten wird der Fall vor der Kammer verhandelt, dann aber wohl erst im November. Dürfte sich Sararer während des Rechtsstreits überhaupt schon bei einem neuen Verein registrieren? Der 31-jährige soll bereits bei Dynamo Dresden und Ex-Trainer Alexander Schmidt zugesagt haben. Auf Nachfrage beim Bayerischen Fußball Verband (BFV) heißt es: „Ob eine Spielberechtigung für einen anderen Verein erteilt werden kann, müsste wohl im Streitfall vor dem zuständigen Sportgericht geklärt werden, falls der Rechtsstreit andauert.“

Einen Erfolg konnten die Münchner hingegen auf dem Transfermarkt feiern. Philip Türpitz, der auch mit den Löwen in Verbindung gebracht wurde, wechselt von Hansa Rostock zu Türkgücü. Das aufgezeigte Projekt und die Ziele des Vereins sagen ihm zu, so der 29-Jährige. (Nico-Marius Schmitz) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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