Frust nach erster Saisonpleite?

„In der Kabine wurde es laut - natürlich“: Coach Ruman verpasst Türkgücü-Profis miserable Noten

Unzufrieden mit der Leistung gegen den VfL Osnabrück: Türkgücü-Coach Petr Ruman.
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Unzufrieden mit der Leistung gegen den VfL Osnabrück: Türkgücü-Coach Petr Ruman.

Türkgücü geht zuhause 0:3 gegen den VfL Osnabrück baden. In der Kabine wurde es laut, verrät Coach Ruman. Gute Schulnoten hat er für seine Profis nicht parat.

München - Türkgücü München* hat gegen den VfL Osnabrück enttäuscht. Das große Ziel, mit neun Punkten aus der englischen Woche zu gehen, hat die Mannschaft von Petr Ruman mit Pauken und Trompeten verfehlt. Nach der 0:3-Pleite im Heimspiel stellt sich der Coach den Fragen bei der Pressekonferenz.

Petr Ruman (Trainer, Türkgücü München) über ...

... das schwache Spiel: „Das ist ganz normal, dass du Höhen und Tiefen hast. Wir müssen einfach weiterhin auf dem Weg bleiben. Wir müssen schauen, woran es gehapert hat, wo es die Probleme gab. Und die müssen wir besprechen und natürlich dann im nächsten Spiel abstellen. Das ist ganz normal. Wichtig ist, Ruhe und Gelassenheit beizubehalten und ohne Emotionen nach dem Warum zu suchen.“

... etwa fehlende Einstellung: „Ich würde nicht sagen, dass die Spieler nicht wollen. Ich würde sagen, dass wir heute im Kopf einen Schritt zu langsam waren. Und dadurch entsteht so ein Gefühl, dass du dann läufst, du arbeitest, du machst - aber du kommst immer zu spät. Dann kommt natürlich auch die Unzufriedenheit dazu. Wir waren nicht so wirklich bei 100 Prozent.“

„Ich würde heute keinem Spieler eine bessere Note als die 4 geben.

Türkgücü-Coach Ruman über die Leistung gegen Osnabrück.

... die Leistung von Sercan Sararer: „Ich würde heute keinem Spieler eine bessere Note als die 4 geben. Da nehme ich den Sercan nicht raus. Ich weiß, wie ehrgeizig Sercan ist und wie er jetzt in der Kabine hadert. Er erwartet immer sehr viel von sich. Er ist einfach jemand, der auf den Platz geht und dann will er gewinnen, dann will er immer alles geben. Dass das manchmal nicht funktioniert, das ist leider so - auch im Leben.“

... Abhängigkeit von Sarares Form: „Diese Abhängigkeit war letzte Saison definitiv da. Ich finde, dass wir mittlerweile auch Jungs haben, wie Albion Vrenezi, wie Philip Türpitz, die Sercan unterstützen können. Umso abhängiger man von einem Spieler ist, desto einfacher ist es für den Gegner uns auszurechnen. Ich würde das jetzt nicht alles auf Sercan schieben.“

... seine geringe Lautstärke als Coach: „Ich mache das ungern so öffentlich. Die Spieler sind teilweise sehr sensibel. Meine Aufgabe als Trainer ist, sie zu unterstützen und immer wieder aufzubauen. Wenn das Spiel vorbei ist, oder auch in der Halbzeitpause, wenn die Jungs keinen Puls von 180 haben und aufnehmen können, was ich sage, dann kann ich auch lauter werden. Es wurde auch laut in der Kabine, natürlich.“

Ich habe letztendlich irgendwann kapiert, dass ich keine Eckchen oder so mitspiele.

Türkgücü-Coach Ruman greift auf dem Platz lieber nicht an.

... seine Rolle: „Ich kann nicht auf den Platz laufen. Ich habe letztendlich irgendwann kapiert, dass ich keine Eckchen oder so mitspiele. Ich habe dann auch ein halbes Jahr zum Training keine Fußballschuhe angezogen, einfach für die Sicherheit, dass ich als Trainer nicht mitspielen werde und wirklich als Trainer auftrete.“

... seine Reaktion auf die Pleite: „Ich bin kein Freund davon, die Zügel großartig anzuziehen. Wichtig ist, im Trainingsprozess eine gewisse Regelmäßigkeit zu haben. Damit die Spieler einfach auch gesund bleiben. Dass ist bei solchen Medizinball-Läufen oder so nicht der Fall. Da erhöhst du das Verletzungsrisiko. Ich kann auch Scheiß-Training anbieten, wenn die Spieler Scheiße bauen. Aber wir haben jetzt zweimal gewonnen und einmal 0:3 verloren. Es wichtig, dass wir das jetzt in Ruhe besprechen. Es gab auch schon andere Leistungen, mit denen ich ein größeres Problem hatte.“

... die späte Umstellung auf Viererkette und die Zeichen an Kapitän Mergim Mavraj: „Wir hatten Kontakt, aber eigentlich hatte ich ihm vorher schon gesagt, dass wir umstellen. Geklappt hat es erst nach dem 0:2. Dann war ich leider zu spät dran - leider.“ *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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