Absprung für das Spaß-Doppel

Kraus und Wellinger: Interview zum Skisprung-Start

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Abschied vom Sommer: Andreas Wellinger (links) und Marinus Kraus freuen sich auf Klingenthal.

München - In Sotschi gewannen die Zimmerpartner im Team die Goldmedaille. Im Interview erzählen Andreas Wellinger und Marinus Kraus, wie es ist, über 100 Nächte im Jahr zusammen zu verbringen.

Die Adler fliegen wieder. Wenn an diesem Wochenende der Weltcup in Klingenthal die Saison einläutet, treffen auch Andreas Wellinger (19) und Marinus Kraus (23) wieder aufeinander. In Sotschi gewannen die Zimmerpartner im Team die Goldmedaille, im Interview erzählen sie, wie es ist, über 100 Nächte im Jahr zusammen zu verbringen.

Andreas, Marinus, ab jetzt schlafen Sie wieder Seite an Seite. Aber wie wohnen Sie, wenn Sie nicht zusammen sind?

Andreas Wellinger: Zu Hause bei meinen Eltern. Aber da bin ich eigentlich nie, an den Wochenenden sind wir mit der Mannschaft unterwegs und unter der Woche bin ich in Berchtesgaden im Internat.

Marinus Kraus: Ich bin Anfang des Jahres mit meiner Freundin Claudia zusammengezogen. Ich weiß gar nicht, warum alle immer so ein Aufhebens um den Umzug machen, bei mir war das alles total entspannt.

Wie das?

Marinus Kraus (lacht): Der Umzug war im Februar während wir in Sotschi waren, als ich nach Hause kam, war die Wohnung eingerichtet…

Wie es sich für einen Olympiasieger gebührt…

Marinus Kraus: Die Wohnung wurde kurzfristig frei, Claudia hat das so geplant, sie wollte mich vor Sotschi nicht zusätzlich belasten. Sie hatte Unterstützung durch einige unserer Freunde. Außerdem hat sie den besseren Geschmack, da kann also gar nix schiefgehen.

Jetzt tauschen Sie Claudia gegen Andreas. Suchen sich die Athleten das eigentlich selbst aus?

Andreas Wellinger: Oft liegt in den Hotels eine Liste aus, die Trainer nehmen die Einteilung vor, aber die wissen ja, wer mit wem gut auskommt. Und wenn wir mal nicht zusammen auf der Liste stehen, kann man das auch noch ändern.

Die Vogtland Arena am Schwarzberg in Klingenthal.

Marinus Kraus: Jeder hat so ein bisschen seinen Favoriten. Severin (Freund, Anm. d. Red.) und Richie (Freitag, d. Red.) kommen auch super miteinander aus, die schauen gerne Filme zusammen. Wir sind das aktivere Zimmer, Fernsehen geht bei uns gar nicht.

Andreas Wellinger: Stimmt. Aber wenn mir Marinus doch mal zu viel wird, gehe ich zu Wanki (Andreas Wank, d. Red.). Auch so herum könnte man tauschen (schmunzelt).

Es stehen schwere Vorwürfe im Raum. Marinus, angeblich kommt ein Großteil von Andreas’ (Milka-Botschafter, d. Red.) Schokolade abhanden.

Andreas Wellinger: Mir bleibt höchstens die Hälfte.

Marinus Kraus: Schuldig. Aber draußen in der Kälte brauche ich ja auch ein paar Energiereserven.

Andreas Wellinger: Gut, das kann ich gerade so akzeptieren. Aber dafür sollte ich in Zukunft nicht mehr so oft tanken müssen. (Kraus wird von der Firma Avia gesponsert.)

Marinus Kraus: Gut, vielleicht lässt sich da etwas arrangieren. (grinst)

Apropos, arrangieren. Wie sieht’s in Ihrem Zimmer aus. Aufgeräumt oder unordentlich?

Marinus Kraus: Kontrolliertes Chaos, überall liegen geordnete Häufchen.

Andreas Wellinger: Wenn jemand etwas sucht, dann findet er es auch. Ich lebe fast immer aus der Tasche. Wenn wir irgendwo länger als drei Tage sind, räumt Marinus den Schrank ein.

Ist denn genug Platz?

Andreas Wellinger: Nicht immer, wir haben zwei Taschen, einen Rucksack und drei bis fünf Anzüge. Die Taschen, übrigens nicht nur unsere, liegen oft auf den Hotelgängen.

Gibt es irgendetwas, bei dem Sie sich uneinig sind?

Marinus Kraus: Wir gehen gleichzeitig ins Bett, ich stehe viel früher auf. ­Andi pennt immer so lange wie es irgendwie geht. Aber ich werde versuchen, mich etwas anzupassen.

Und Sie, Andi, versuchen sich Marinus anzupassen. Auch er war auf dem Sportgymnasium in Berchtesgaden.

Andreas Wellinger: Nächsten Sommer hab ich mein Abitur hoffentlich in der Tasche. Der organisatorische Aufwand ist groß, aber das eine Jahr schaffe ich auch noch.

Sind die Lehrer denn noch die gleichen?

Marinus Kraus (lacht): Ich fürchte schon. Nein, die sind klasse und setzen sich super für die Sportler ein.

Andreas Wellinger: Stimmt, ich habe kürzlich erst wieder zwei Schulaufgaben nachgeschrieben.

Hoffentlich haben Sie am Wochenende keinen Nachholbedarf.

Marinus Kraus: Meine Vorbereitung war gut, eine Platzierung nehme ich mir nicht vor, aber wenn meine Sprünge passen, dann weiß ich, dass ich vorne dabei bin.

Andreas Wellinger: Es entscheiden Kleinigkeiten. Wenn es am Anfang noch nicht für ganz vorne reichen sollte, werde ich nicht nervös.

Bleibt eine Frage: Wie ist das in Klingenthal mit den Taschen?

Andreas Wellinger: Da haben wir ausreichend Platz. Zu Hause zu springen ist eben doch am schönsten.

Interview: mm

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