Biathlon-Star im tz-Interview

Franzi Preuß: "Ich stehe nicht so gerne im Mittelpunkt"

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Gold- und Silbermedaillengewinnerin Franzi Preuß.

Mäünchen - Silbermedaillengewinnerin Franzi Preuß erzählt im tz-Interview, wie sie mit der wachsenden Popularität zurechtkommt.

Nach der Biathlon-WM ist vor dem Weltcup-Finale. Die Skijäger feierten ihre Erfolge bei den Welt-titelkämpfen im finnischen Kontiolahti in einer Karaoke-Bar, doch schon Anfang der Woche geht es weiter nach Sibirien. Im russischen Chanty-Mansijsk steht der letzte Weltcup auf dem Wettkampfprogramm. Zuvor erzählt Silbermedaillengewinnerin Franzi Preuß (21) im tz-Interview, wie sie mit der wachsenden Popularität zurechtkommt.

Franzi, Sie sind nicht auf den Mund gefallen, oder?

Preuß: Ich weiß, wann ich besser meinen Mund halten sollte, aber grundsätzlich sage ich meine Meinung, da haben Sie recht. Wieso fragen Sie?

2012 hat Sie Ihr Heimatort Albaching nach der Rückkehr von den Youth Olympic Games (dreimal Gold, einmal Silber, Anm. d. Red.) empfangen. Auf den Videoaufnahmen wirken Sie sprachlos.

Preuß: Das war ich auch, es war mir etwas unangenehm, dass so viele Menschen nur wegen mir gekommen sind. Die Olympiade war sowieso unglaublich, ich hatte auf eine Medaille gehofft, aber vier, daran hatte ich nicht im Traum gedacht.

Mittlerweile haben Sie „richtige“ Olympische Spiele und die WM hinter sich. Wie ist es heute mit der Aufmerksamkeit?

Preuß: Ich stehe immer noch nicht gerne im Mittelpunkt, aber ich gewöhne mich daran. Ich bin gerne nur die Franzi, aber plötzlich wollen viele Menschen mit mir reden und mir die Hand geben. Das merke ich auch in Albaching. Wenn ich durch den Ort gehe, wird geschaut und getuschelt. Oft werde ich aufs Biathlon angesprochen, dabei wäre es für mich schön, auch mal nicht an den Sport denken zu müssen. Das ist eine verzwickte Situation, denn im Grunde freuen sich ja einfach alle für mich und wollen wissen, wie es mir geht.

Was machen Sie, um sich vom Biathlon abzulenken?

Preuß: Im Internet shoppen, mit Freundinnen telefonieren, und ich verbringe gerne Zeit mit meinem Neffen. Meine Schwester führt ein ganz „normales“ Leben, das genieße ich. Aber nicht falsch verstehen, ich weiß unser Leben als Sportler zu schätzen, dafür lebe ich im Moment.

In der Jugend waren Sie Gau-Königin im ortsansässigen Schützenverein, ein Vorteil fürs Schießen?

Preuß: Sagen wir so, ich wusste, wo das Diopter beim Gewehr ist und wo ich durchschauen muss. Aber der Unterschied zwischen einem Sportschützen und einem Biathleten ist groß.

Nach Ihrem Oberhof-Auftritt lobte Sie Branchenprimus Darja Domratschewa. Im Massenstart haben Sie die Weißrussin besiegt. Was bedeutet Ihnen das?

Preuß: Das freut mich total, vor zwei Jahren habe ich sie noch im Fernsehen gesehen, es ist eine Ehre, dass sie mich überhaupt auf dem Schirm hat.

Interview: Mathias Müller

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