Peiffer Achter

Sachenbacher-Stehle knackt im Nebel Olympia-Norm

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Evi Sachenbacher-Stehle hat im Nebel-Rennen von Oberhof die Olympia-Norm geknackt

Oberhof - Für Evi Sachenbacher-Stehle lohnt sich der Umstieg zum Biathlon. Beim Weltcup in Oberhof knackte die Langlauf-Olympiasiegerin als siebte Deutsche die Olympianorm. Die Männer enttäuschten.

Für Evi Sachenbacher-Stehle lohnt sich der Umstieg zum Biathlon immer mehr. Beim Heim-Weltcup knackte die Langlauf-Olympiasiegerin am Freitag als Siebte im Sprint-Wettkampf endlich die Olympianorm. Gut einen Monat nach ihrem 33. Geburtstag überzeugte die Bayerin aus Reit im Winkl mit nur zwei Fehlern auch am Schießstand und war beim Sieg von Darja Domratschewa (Weißrussland) vor Kaisa Mäkäräinen (Finnland) und Olena Pidgruschna (Ukraine) über 7,5 Kilometer die beste deutsche Skijägerin.

„Das ist total schön. Ich habe in letzter Zeit echt schon zu Zweifeln angefangen, weil es irgendwie nie so funktioniert hat im Wettkampf“, sagte sie. Schnell musste sie danach wieder weg aus dem Schmuddelwetter, um sich dicke Schuhe anzuziehen. „Mir wäre schönes Wetter und Sonnenschein auch lieber, aber anscheinend brauche ich das“, sagte sie und lächelte wie ein Sonnenschein. „Die Stimmung hier war genial. Es macht total Spaß, wenn die Zuschauer so dabei sind und bei jedem Schuss schreien. Dabei hatte ich schon ein wenig Angst vor der Atmosphäre“, gab Sachenbacher-Stehle nach dem ungewohnten Auftritt zu.

36 Tage vor dem Olympia-Sprint zeigte sie im Oberhofer Nebel und Regen, dass ihr Umstieg die richtige Entscheidung war. Ihr bislang bestes Ergebnis hatte sie in der vergangenen Saison mit Platz sechs im Sprint von Sotschi geschafft. Einen Tag später feierte sie zusammen mit Andrea Henkel, Miriam Gössner und Laura Dahlmeier mit der deutschen Staffel ihren ersten Sieg im Biathlon-Weltcup.

Vielleicht gibt es nun doch ein Happy-End bei den Winterspielen in Russland. Denn dass Sachenbacher-Stehle Edelmetall gewinnen kann, hat sie bei Olympia in Salt Lake City, Turin und Vancouver mit insgesamt fünf Medaillen, darunter zwei goldenen, schon bewiesen. Besonders Thomas Pfüller, Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV), dürfte sich am Freitag gefreut haben. Pfüller hatte nach den Rücktritten von Kati Wilhelm und Magdalena Neuner den Wechsel vorangetrieben, um das Biathlon-Lager zu stärken.

Eine Top-Leistung wollte auch die achtmalige Weltmeisterin Andrea Henkel bei ihrem letzten Sprintrennen in ihrem Wohnzimmer abliefern. Doch in der Oberhofer Waschküche lief mit vier Strafrunden und Platz 37 alles schief. „Ich weiß nicht so genau, warum die Scheiben nicht gefallen sind. Ich wollte ein gutes Rennen machen. Das ist mir nicht gelungen und deshalb bin ich enttäuscht“, konstatierte die 36-Jährige.

Auch bei Miriam Gössner war die Gemütslage alles andere als prickelnd. Die 23-Jährige wollte nach ihrer Wettkampfpause beim vergangenen Weltcup in Annecy endlich die Olympia-Norm angreifen. Aber nach vier Fehlern reichte es nur zu Rang 53. „Im Laufen war es sehr, sehr schwer für mich. Ich habe mich nicht wirklich bewegen können. Ich glaube, man hat es auch gesehen“, sagte Gössner, die nach ihrem schweren Radunfall im Mai mit starken Rückenschmerzen kämpft.

Die lustigsten Zitate der Sportwelt 2013

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Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer am 31. März nach dem 9:2 gegen den HSV: „In den vergangenen Wochen hat es bei uns ein bisschen gemenschelt - jetzt wollten wir wieder Maschinen sein.“ (31. März) © picture alliance / dpa
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Den Sprintwettkampf über zehn Kilometer hatte zuvor Emil Helge Svendsen vor seinem Landsmann Ole Einar Björndalen gewonnen. Dritter wurde Weltcup-Spitzenreiter Martin Fourcade aus Frankreich nach drei Fehlschüssen. Bester deutscher Skijäger war Arnd Peiffer als Achter. Der 26-Jährige hat genau wie die anderen vier deutschen Starter Christoph Stephan (Platz 18), Andreas Birnbacher (20), Daniel Böhm (24) und Simon Schempp (25) keine schlechte Ausgangsposition für den Verfolgungs-Wettkampf am Samstag. Und auch Evi Sachenbacher-Stehle ist in der Verfolgung dabei. Noch im Dezember in Hochfilzen hatte sie sich dafür gar nicht erst qualifizieren können.

dpa

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