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Biathlon-Star leidet an seltener Folge der Corona-Impfung - Karriere seit fünf Monaten auf Eis

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Von: Marius Epp

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Biathlet Sivert Bakken muss eine lange Zwangspause einlegen.
Biathlet Sivert Bakken muss eine lange Zwangspause einlegen. © IMAGO/JON OLAV NESVOLD

Nachwirkungen der Corona-Impfung setzen den norwegischen Biathleten Sivert Bakken seit Monaten außer Gefecht. Seine Saison ist so gut wie gelaufen.

Lillehammer - Wintersportler schuften im Sommer, um ihren Körper zum Start der Wintersaison in Topform zu bringen. Auch im Biathlon gilt: Nur wer die Grundlage auf den Rollschuhen legt, kann im Winter erfolgreich sein. Doch für Biathlet Sivert Bakken lief der Sommer ganz anders als geplant.

Nach der vergangenen Saison ließ sich der Norweger zum dritten Mal gegen das Coronavirus impfen. Ende Mai merkte er, dass mit seinem Körper etwas nicht stimmt. „Irgendetwas hat im Training nicht funktioniert, der Körper fühlte sich müde an“, berichtet der 24-Jährige dem norwegischen Sender TV2.

Biathlon: Sivert Bakken nach Corona-Impfung fünf Monate außer Gefecht

„Also suchte ich einen Arzt auf und brach das Training komplett ab. Dann wurde es immer schlimmer. Ich hatte körperliche Beschwerden und einen Druck in meiner Brust“, sagt Bakken. Diagnostiziert wurde eine Herzmuskelentzündung, die den Athleten die folgenden fünf Monate bis heute daran hindert, seinen Sport auszuüben.

Laut Bakker sei es „fast zu hundert Prozent sicher“, dass die Herzentzündung von der Booster-Impfung hervorgerufen wurde. Sein Teamarzt Ola Berger erklärte: „Er hatte im gleichen Zeitraum keine anderen Infektionskrankheiten. Der Corona-Impfstoff ist das einzige, was er getan hat, was möglicherweise diese Art von Herzentzündung verursachen könnte.“

Biathlon-Star Bakken leidet an seltener Folge der Corona-Impfung

Gleichzeitig wies er aber zurecht darauf hin, dass es sich um eine seltene Nebenwirkung des Corona-Impfstoffs handelte. Bakker habe „großes Pech“ gehabt. Perikarditis (Entzündung des Herzbeutels) und Myokarditis (Entzündung des Herzmuskels) wurden von der Europäischen Arzneimittelkomission (EMA) vergangenen Sommer in die Liste der seltenen Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs aufgenommen.

Berger schätzt, dass eine solche Erkrankung bei einer von 100.000 geimpften Personen auftritt, aktuelle medizinische Erkenntnisse bestätigen das. Eine Studie der Universität Oxford zeigte, dass das Risiko einer Myo-/Perikarditis bei einer Corona-Infektion höher ist als bei einer Impfung.

Herzentzündung bei Biathlet Bakker: „Sehr schlimm für jemanden, dessen Kapital der eigene Körper ist“

„Er wird aller Wahrscheinlichkeit nach wieder ganz gesund, aber er hat den Schwung verloren und wird wohl einen Großteil der Saison verpassen“, so Berger weiter. „Es gibt schlimmere Diagnosen, aber es ist sehr schlimm für jemanden, dessen Kapital der eigene Körper ist.“ Wann Bakker wieder wie gewohnt ins Training einsteigen kann, ist noch unklar.

Seine Karriere wird Bakker aber wohl fortsetzen können - im Gegensatz zu einem 24-Jährigen Ski-Alpin-Ass. Weitere Wintersport-News finden Sie auf unserer Wintersport-Ressortseite. (epp)

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