Bob-EM: Shootingstar Machata rast zu Gold

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Manuel Machata ist gleich bei seinem ersten großen Medaillen-Rennen zu Gold gerast

Winterberg - Shooting-Star Manuel Machata ist gleich bei seinem ersten großen Medaillen-Rennen zu Gold gerast und verhindert so das goldene Comeback von Thomas Florschütz.

Beim Finale der Bob-Europameisterschaft in Winterberg triumphierte Machata vom SC Potsdam im Vierer und verhinderte das goldene Comeback von Thomas Florschütz, der 67 Tage nach seiner Bandscheiben-Operation wie am Vortag im Zweier Silber gewann.

„Drei Rennen, zweimal Gold und insgesamt sechs Medaillen - das stimmt uns optimistisch vor der Heim-WM Mitte Februar in Königssee“, bilanzierte Bundestrainer Christoph Langen erfreut. Zum Auftakt hatte Sandra Kiriasis triumphiert. Die 36-Jährige, mit fünf Titeln Rekord-Europameisterin, fuhr bei der achten Frauen-EM zum achten deutschen Titel. Im Zweier siegten wie 2010 die Russen Alexander Subkow/Alexej Wojwoda, gemeinsam mit Florschütz dann Zweite im Vierer.

„Es ist unglaublich, im ersten Winter bei der Elite und dann gleich Gold. Jetzt kann die WM kommen“, sagte ein jubelnder Machata, der in den beiden letzten Jahren bei der Junioren-WM jeweils Gold im Vierer und Silber im Zweier gewonnen hatte. Im Weltcup hatte der 26-Jährige dann sensationell debütiert: Er gewann in Calgary und Igls im Vierer und in Whistler im Zweiter. Am Samstag waren die Hoffnungen bei Rang fünf mit dem kleinen Schlitten noch nicht aufgegangen.

Enttäuscht war dagegen Florschütz. „Ich habe mich noch nie so über einen zweiten Platz geärgert. 17 Hundertstelskunden Vorsprung aus dem ersten Lauf darf man nicht mehr verlieren. Da muss man sich dann fragen, was eigentlich los war“, meinte der 32-Jährige, der am Vortag beim erst zweiten Saisonstart zusammen mit Kevin Kuske (Potsdam) schon Silber im Zweier gewonnen hatte. Dabei gab es Bronze für die Königsseer Karl Angerer/Alex Mann, die mit dem Vierer Siebte wurden. Die Palette der Medaillen komplettierte Anja Schneiderheinze-Stöckel (Winterberg) mit Silber hinter Kiriasis, mit der sie bei Olympia 2006 in Turin Gold gewonnen hatte.

Florschütz, Olympiazweiter im Zweier, hatte knapp zehn Wochen nach seiner Bandscheiben-Operation schon am Samstag zusammen mit Kevin Kuske im kleinen Bob die Führung verloren. Der lange verletzte Thüringer lag vor dem neuen Europameister Subkow, doch ein Fehler im zweiten Lauf kostete ihn den goldenen Triumph.

Die brasilianische Bobfahrerin Fabiana Santos kam bei ihrem schweren Sturz glimpflich davon. „Sie hat sich Verletzungen zugezogen, die in einigen Wochen vergessen sein dürften, aber keine Brüche und keine Hirnschädigung. Sie war jederzeit ansprechbar, nie bewusstlos“, sagte Rennarzt Dr. Ralph Bruckisch. Santos hatte bei dem Sturz den Helm verloren und war mit dem Kopf auf das Eis geschlagen. Dabei hatte sie eine Risswunde an der Stirn erlitten, die genäht werden musste. Die Nacht verbrachte sie zur Beobachtung im Krankenhaus.

Bei der Skeleton-EM auf der gleichen Bahn verpassten die deutschen Männer die Medaillen am Tag nach dem Silber von Titelverteidigerin Anja Huber (Berchtesgaden). Frank Rommel aus Zella-Mehlis blieb nach Gold 2009 und Silber 2010 durch einen Fehler am Start des zweiten Laufes nur Rang fünf. Die Titel holten die Britin Shelly Rudman mit 0,22 Sekunden Vorsprung auf Huber und wie 2010 Martins Dukurs aus Lettland vor den Russen Sergej Tschudinow (0,20 Sekunden zurück) und Alexander Tretjakow (0,30). Anja Huber verteidigte jedoch erfolgreich ihre Führung im Weltcup (1285 Punkte) vor Rudman (1249).

sid

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