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"Dann schon lieber ein Piefke"

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Franz Klammer © dpa

München - Fünfmal in Folge gewann ein Schweizer das legendäre Hahnenkammrennen. Mit der tz sprach Ski-Legende Franz Klammer über die Österreicher, die Deutschen und das Rennen.

Hopp Schwiiz! Seit fünf Jahren ist das legendäre Hahnenkammrennen auf der Streif in Schweizer Hand. Viermal siegte Didier Cuche (2008 und 2010-2012), einmal Didier Defago (2009). Der letzte Sieg eines Österreichers datiert vom 21. Januar 2006, damals triumphierte Michael Walchofer, der seine Karriere mittlerweile beendet hat. 2007 fiel die Abfahrt aus. Für Kitz-Legende und Vierfachsieger Franz Klammer (59) kann das kommenden Samstag (11.30 Uhr) nicht so weitergehen.

„Es wäre wichtig, wenn wir hier endlich wieder einen Sieg einfahren könnten. Österreich ist die Abfahrtsnation Nummer eins. Zu Beginn der Saison haben wir ein wenig geschwächelt, jetzt passt es wieder“, sagte der Abfahrtskaiser der tz. An einen schweizer Sieg glaubt Klammer in diesem Jahr nicht. „Dann lieber noch ein Piefke, aber da werden die Norweger und Italiener etwas dagegen haben“, so Klammer. Realistisch ist ein deutscher Sieg natürlich nicht, dennoch ehrt die Wertschätzung. Aus österreichischer Sicht ruhen die Hoffnungen auf dem Vorjahreszweiten Klaus Kröll und Hannes Reichelt. Kröll hatte beim ersten Training am Dienstag mit sehr schlechter Sicht zu kämpfen und kritisierte danach die Rennleitung, das Training nicht abgebrochen zu haben. Rennchef Peter Obernauer vermutete dahinter ein wenig Kallkül der Routiniers – sie wollten der Konkurrenz weniger Möglichkeiten zur Streckengewöhnung geben.

Wer in Kitzbühel gewinnen will, der müsse volle Attacke und voll auf Angriff fahren, sagt Klammer. Leicht gesagt, bei einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 140 Kilometer pro Stunde und Sprüngen von bis zu 80 Metern. Die Mausefalle und die Hausbergkante müsse man sich einfach herunter trauen, „am sichersten ist man unterwegs, wenn man aktiv auf dem Ski steht“. Didier Cuche hat das in den vergangenen Jahren auf beeindruckende Art und Weise demonstriert, dieses Mal ist er nur als Zuschauer vorort. Zudem fehlen Beat Feuz (Knieprobleme) und Bode Miller (sportliche Auszeit). Ein klaren Favoriten scheint es nicht zu geben. Für Klammer gehören neben Kröll und Reichelt der Norweger Aksel Lund Svindal und der Italiener Christof Innerhofer zum Favoritenkreis. Die Chance der Österreicher ist allerdings vielleicht so groß, wie schon lange nicht mehr. „Wenn nicht jetzt, wann dann“, sagt auch Klammer. Beim zweiten Trainingslauf war Svindal gestern der Schnellste vor Reichelt und dem Slowenen Andrej Sporn. Marc Gisin, am Dienstag noch Viertschnellster, kam als beste Schweizer auf Rang neun. Und die Deutschen? Eher enttäuschend. Stephan Keppler landete mit hoher Startnummer auf dem 42. Platz, Andreas Sander wurde 37. Cheftrainer Karlheinz Waibel sagte danach zwar, man wolle Wiedergutmachung für die Schlappe von Wengen betreiben, so richtig vielversprechend sind die Ergebnisse jedoch nicht. Da wird auch der Wunsch von Franz Klammer nicht recht helfen können. Mehr Glück könnte am Sonntag (10.15 Uhr) beim Slalom Felix Neureuther haben. Klammer zur tz: „Er ist super drauf und kann jedes Rennen gewinnen. Und auch Fritz Dopfer fährt sehr ordentlich, auch ihm könnte mal einer ausgehen.“ Zudem müssen sich Neureuther und Dopfer keine große Sorgen bezüglich den Schweizern machen. Der beste Eidgenosse in der Slalom-Weltcupwertung ist Roman Zenhäusern auf Rang 37. Ein Sieg von ihm wäre eine ähnliche Überraschung, wie der von Stephan Keppler.

Mathias Müller

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