tz-Interview nach dem WM-Aus

DEB-Bos Reindl: Es muss was passieren!

+
Handlungsbedarf: (Noch-)Bundestrainer Pat Cortina.

München - Zwei Siege (gegen Frankreich und Lettland) sowie eine 2:3-Niederlage nach Penaltyschießen gegen Österreich – das reichte für die deutsche Nationalmannschaft, um den Abstieg zu verhindern. Um irgendwelche Fans zu begeistern, war es nicht genug. Die tz sprach mit DEB-Präsident Franz Reindl.

Hat das Team mit sieben Pluspunkten das erhoffte Ziel erreicht?

Franz Reindl: Richtig gefreut hätte ich mich über das Viertelfinale. Trotzdem Hut ab, wir mussten 22 Absagen verkraften. Aber die Jungs, die hier in Prag waren, haben mit allem Einsatz gekämpft und sich bis auf den Ausrutscher beim 0:10 gegen Kanada nicht blamiert. Ich bin fest überzeugt, wir werden im Eishockey nicht untergehen. Wir haben zumindest in Europa von den Hallen und dem Material her die besten Bedingungen. Daraus müssen wir endlich etwas machen.

Woher nehmen Sie ihren Optimismus?

Franz Reindl: Wir haben kurz vor der WM bei unserem DEB-Kongress das Eishockey vom Kopf auf die Füße gestellt. Nach unserem neuen Statut arbeiten DEB, DEL und die Landesverbände eng zusammen. Der DEB übernimmt die Leitung von den Schülern an. Alle haben eingesehen, dass wir nur weiterkommen, wenn wir alle zusammen arbeiten.

U 20 und U 18 sind gerade abgestiegen.

Franz Reindl: Schon vor der WM haben wir mit dem Aufbau von Nachwuchszentren begonnen, für jede Region mindestens eines. Neben Mannheim, Berlin, Köln und Krefeld, wo schon immer gut mit dem Nachwuchs gearbeitet wird, kommen Ingolstadt, München, Nürnberg, Hamburg, Düsseldorf und eine sächsische Stadt hinzu.

Wo wollen Sie die Trainer hernehmen?

DEB-Präsident Franz Reindl.

Franz Reindl: Wir wissen, dass ein solcher Neuaufbau mühselig ist und vielleicht zehn Jahre dauert. Wir werden in den nächsten Wochen Nachwuchstrainer einstellen und organisatorische Veränderungen vornehmen. Natürlich müssen wir trotz der Neuordnung schnell Ergebnisse bringen. Daran arbeiten wir auch mit den Spielern. Es muss allen eine Ehre sein, wenn sie für Deutschland spielen. Oft sagen sie aus fadenscheinigen Gründen ab.

Wie geht es mit Pat Cortina und dem Team weiter?

Franz Reindl: Im nächsten Monat stellen wir einen Wissenschaftler ein, der mit der Sporthochschule Köln sowie den sportwissenschaftlichen Instituten in Leipzig und dem FES in Berlin zusammen arbeitet. Bundestrainer Pat Cortina hat einen Vertrag bis 30. Juni. Wir werden bis dahin mit ihm sprechen, dann sehen wir weiter.

Stimmt es, dass Uwe Krupp ein Angebot unterbreitet wurde?

Franz Reindl: Im Moment sind mehrere Namen im Gespräch. Ich will hier keine Gerüchte schüren. Im Juni geben wir unseren Bundestrainer bekannt.

Interview: Manfred Hönel

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Nach Final-Krimi: Schweden ist Eishockey-Weltmeister
Nach Final-Krimi: Schweden ist Eishockey-Weltmeister
Zu harmlos: DEB-Team verpasst Sensation gegen Kanada
Zu harmlos: DEB-Team verpasst Sensation gegen Kanada
Ticker: Aus! Deutschland scheitert an Kanada
Ticker: Aus! Deutschland scheitert an Kanada
Blog zur Eishockey-WM 2017 in Köln und Paris: Wir haben einen Weltmeister - und weitere Helden
Blog zur Eishockey-WM 2017 in Köln und Paris: Wir haben einen Weltmeister - und weitere Helden

Kommentare