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DEB-Chef fürchtet um deutsches Eishockey

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Rob Zepp stand gegen Finnland im deutschen Tor
Rob Zepp stand gegen Finnland im deutschen Tor © Getty

Köln/Mannheim - Verbandschef Uwe Harnos fürchtet trotz der bislang positiven Heim-WM um die Zukunft des deutschen Eishockeys, doch aus der Schweiz kommen aufmunternde Worte.

“Wenn wir nicht erkennen, dass wir im Nachwuchs nachhaltig etwas tun müssen, können wir mit dieser WM, so gut sie denn läuft, ein bisschen Zeit gewinnen, werden aber mittelfristig von der Sportlandkarte verschwinden“, sagte der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) der Zeitung “Die Welt“ (Dienstag).

Der Schweizer Nationaltrainer und ehemalige DEL-Meistercoach Sean Simpson sieht das deutsche Eishockey dagegen auf einem guten Weg. “Ich denke, dass die deutsche Nationalmannschaft langsam kommt. Da reift jetzt eine Welle an neuen deutschen Spielern heran. Es wird eine sehr spannende Zeit in den kommenden Jahren in Deutschland“, sagte Simpson, der mit den München Barons im Jahr 2000 deutscher Meister geworden war, am Rande der Weltmeisterschaft in Mannheim.

Der 50-Jahre alte Kanadier stimmte jedoch zu, dass das deutsche Eishockey laut DEB-Chef “in einer Nische“ fest stecke. Seinen Amtsvorgängern warf Harnos mangelnde Lobbyarbeit vor. “Das habe ich in den zwei Jahren gemacht, in denen ich nun Präsident bin. In den 20 Jahren davor ist das beim DEB verschlafen worden“, meinte Harnos.

Laut Simpson sei die mangelnde TV-Präsenz ein Problem: “In Deutschland ist Fußball einfach die Nummer eins. Dahinter gibt es einen Kampf um die Fernsehzeiten. Die WM ist eine tolle Gelegenheit, Eishockey populärer zu machen.“

Darauf verwies auch Harnos und machte sich für ein Ende des Dauerstreits mit der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) stark. “Das Nationalteam ist ohne Zweifel die Lokomotive der Sportart. Die Aufmerksamkeit wie bei dieser WM, die Wahrnehmung durch DOSB und Öffentlichkeit - das alles geht über Club-Eishockey doch gar nicht. Trotzdem geht es nur zusammen“, sagte der DEB-Chef. Der Forderung der DEL, die Hoheit über die Nationalmannschaft zu übernehmen, lehnte der DEB-Präsident jedoch ab.

dpa

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