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DEB-Team will WM krönen: "Sind noch nicht fertig"

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Marcel Goc (links) ist einer der wenigen NHL-Spieler, die bei der WM für das DEB-Team kämpfen
Marcel Goc (links) ist einer der wenigen NHL-Spieler, die bei der WM für das DEB-Team kämpfen © Getty

Köln/Mannheim - Puck-Helden sind sie schon, jetzt will das deutsche Team bei der Heim-WM auch in die Eishockey-Geschichtsbücher. Im ICE schmiedet die Mannschaft von Uwe Krupp Medaillenpläne.

“Wir sind hier noch nicht fertig. Wir wollen noch ein bisschen mehr“, sagte Bundestrainer Uwe Krupp vor der Abfahrt nach Mannheim zum Viertelfinale am Donnerstag (20.15 Uhr/Sport 1) gegen die Schweiz.

Im Erste-Klasse-Abteil eines ICE schmiedeten seine Cracks am Tag nach dem 2:1-Glücksgefühl mit dem Sieg über die Slowaken ihren weiteren Reiseplan zur ersten deutschen WM-Medaille seit 1953. “Jetzt wollen wir wieder zurück nach Köln, zum Halbfinale“, versprach Geburtstagskind Christoph Ullmann.

Sieben dürre Jahre inklusive eines Abstiegs musste der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) warten, ehe es seine Auswahl wieder so weit brachte. Fast verblichen sind schon die Erinnerungen an den letzten großen Triumph bei Olympia 1976, als Idol Erich Kühnhackl & Co. Bronze holten. “Die Emotionen sind schon tief, das geht ins Mark“, bekannte DEB-Generalsekretär Franz Reindl und pries die Nationalspieler: “Diese 25 sind Extraklasse.“

Zugleich erneuerte der Sportdirektor das Angebot an Coach Krupp, dessen Vertrag nach der WM ausläuft. “Es gibt nur einen Plan A: Das Gespräch mit Uwe“, beteuerte Reindl. “Er hat seinen Weg durchgezogen und eine perfekte Mannschaft geformt, die bei dieser WM etwas reißt.“

Für Krupp ist es der größte Erfolg seiner Amtszeit. Der Lohn sind 15 000 Euro Prämie pro Mann und ein Sprung nach vorn in der Weltrangliste. “Der Trainer hat einen großen Anteil. Er hat uns das System beigebracht, die Spieler haben alle an das System geglaubt. Dieser Zusammenhalt spiegelt sich auf dem Eis wider“, beschrieb Nordamerika-Profi Christian Ehrhoff das Erfolgsrezept.

Fürs Feiern hatten sich Krupp und sein Team nach dem verdienten Sprung in die Top Acht aber nur kurz Zeit gelassen. “Das ist etwas ganz Großes für das deutsche Eishockey“, meinte Routinier Daniel Kreutzer. Sein Treffer zum 2:0 hatte die Partie gegen die Slowaken letztlich entschieden. “Wir sind alle super happy. Damit konnte vor der WM keiner rechnen“, berichtete Alexander Barta, der mit seinem 1:0 den Sieg einleitete und zum besten Spieler gekürt wurde.

Doch schon in der Kabine richtete sich der Blick nach vorn. “Der Druck ist weg“, befand Verteidiger Ehrhoff. Befreit und voller Euphorie wollen sich die deutschen Puckjäger nun zum ersten Mal seit 57 Jahren wieder unter die besten Vier bei einer WM spielen. “Der eine Tag Pause hilft uns natürlich. Wir wollen wieder ein Superspiel abliefern am Donnerstag“, sagte Torjäger Michael Wolf.

“Die Schweiz ist auf jeden Fall schlagbar“, urteilte Co-Trainer Harold Kreis am Mittwoch. Von 29 WM-Vergleichen mit den Erzrivalen hat das deutsche Team 16 für sich entschieden, die letzten drei Partien gingen allerdings verloren. 1992 scheiterte das DEB-Team im Viertelfinale von Prag mit 1:3 an den Schweizern. “Mit denen haben wir noch eine Rechnung offen“, sagte Torwart Dennis Endras.

Die Schweizer sind sich nach ihrem starken Turnierstart und den jüngsten Pleiten gegen Norwegen (2:3) und Schweden (0:5) selbst ein Rätsel. “Das wird ein ausgeglichenes Spiel“, vermutete Trainer Sean Simpson, der vor allem auf den Heimvorteil des WM-Gastgebers verweist. “Da wird eine Super-Stimmung sein“, meinte der Coach.

Während die Eidgenossen ins Zweifeln geraten sind, haben die Deutschen mehr Vertrauen denn je in die eigene Stärke. “Wir sind als Mannschaft zusammengewachsen, jeder vertraut auf den anderen“, erklärte Co-Kapitän Wolf. Bundestrainer Krupp brachte es auf eine einfache Formel: “Die Jungs sind einfach gut genug, dieses Ziel zu erreichen. Man muss das einfach anerkennen.“

dpa

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