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Maria Riesch auf dem Treppchen

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Nach dem ersten Durchgang in Maribor (Slowenien) ist Maria Riesch auf dem Weg zu ihrem besten Riesentorlauf-Ergebnis im Weltcup und belegt am Samstag zur Halbzeit des Rennens Rang vier. © dpa

Maribor - Slalom-Weltmeisterin Maria Riesch ist zum ersten Mal bei einem Weltcup-Riesenslalom auf das Podest gefahren.

Podest-Premiere im Riesenslalom für Maria Riesch und alle Viere in den Top 10: Angeführt von der Slalom-Weltmeisterin aus Partenkirchen haben die deutschen Ski-Damen einen Monat vor den Winterspielen in Vancouver wieder einmal ihre Ausnahmestellung in den technischen Disziplinen unter Beweis gestellt. “Das war ein Hammertag heute!“, sagte Maria Riesch nach ihrem überraschenden zweiten Platz in ihrer bisher problematischsten Weltcup-Disziplin hinter der Österreicherin Kathrin Zettel am Samstag im slowenischen Maribor. “Es hat lange gedauert im Riesenslalom. Da hat mir immer die Konstanz für zwei gute Läufe gefehlt. Das ist eine Riesenerleichterung.“

Maria Riesch: Die Ski-Strahlefrau

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Ein weiteres Ausrufezeichen in Richtung Olympia setzte 27 Tage vor dem Beginn der Olympischen Winterspiele in Vancouver aber nicht nur Maria Riesch, sondern das ganze Quartett des Deutschen Skiverbands (DSV): Weltmeisterin Kathrin Hölzl verpasste als Vierte hinter der Schwedin Anja Pärson nur knapp ihr drittes Podium des Winters. Und hinter den beiden Spitzenfahrerinnen komplettierten Viktoria Rebensburg (Kreuth) auf Rang acht und “Mannschaftsküken“ Lena Dürr (Germering) als Neunte die eindrucksvolle Vorstellung.

Vier deutsche Damen in den Top 10 hatte es zuletzt im Januar 1986 gegeben. Die erst 18-Jährige Lena Dürr erfüllte mit dem ersten Top- 10-Platz in ihrem dritten Weltcuprennen zudem die halbe Olympia-Norm und kann nun am kommenden Wochenende in Cortina d'Ampezzo noch das Vancouver-Ticket lösen. “Alle vier, die gestartet sind, unter den besten zehn: Besser geht's fast nicht mehr“, sagte Hölzl, die als einzige etwas hinter ihren Möglichkeiten geblieben war.

Geradezu ein Aha-Erlebnis könnte das Rennen ausgerechnet für die sonst durchaus schon an Siege gewöhnte Maria Riesch werden. “Sie hat es immer schon gekonnt, aber sie hat selbst nicht dran geglaubt“, sagte Damen-Bundestrainer Mathias Berthold. Und bei der 25-Jährigen selbst wurden Erinnerungen an frühere Zeiten wach. “Ich war ja schonmal ganz gut im Riesenslalom. Aber in den letzten Jahren, auch nach meinen Verletzungen, habe ich mich immer schwergetan“, sagte die Allrounderin, die vor sechs Jahren an gleicher Stelle den Riesenslalom-Titel bei der Junioren-WM gewonnen hatte.

Am Samstag spielte ihr neben dem Streckenprofil der Piste “Pohorje2“ auch die schnelle Kurssetzung beider Läufe in die Karten. “Im oberen Teil hat man fast alles in Position fahren können. Wir Speedfahrerinnen sind es ja gewohnt, in der Hocke zu fahren“, sagte Riesch nach Zwischenrang vier im ersten Durchgang, den der deutsche Techniktrainer Christian Schwaiger gesteckt hatte. Allerdings profitierte Riesch auch vom Ausscheiden der nach dem ersten Lauf noch zweitplatzierten Lindsey Vonn. Dass sie durch deren Nullnummer im Gesamtklassement mit nun 862 Punkten nur noch 32 Zähler hinter der Freundin und Rivalin aus den USA liegt, wollte Riesch nicht überbewerten. “Im Gesamtweltcup ist Lindsey trotzdem im Vorteil, weil es noch mehr Speedrennen gibt.“

dpa

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