Deutschland-Cup? Fast wie die WM ...

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Entspannt: Bundestrainer Uwe Krupp.

E ishockey-Bundestrainer Uwe Krupp hat drei Neulinge in sein Team für den am Freitag beginnenden Deutschland-Cup in München berufen. Das tz-Interview mit dem Bundestrainer.

Torhüter Rob Zepp von den Eisbären Berlin könnte bei dem dreitägigen Turnier in der Olympiahalle ebenso zu seinem Debüt im Nationalteam kommen wie Verteidiger Jakub Ficenec vom ERC Ingolstadt. Ebenfalls neu: Stürmer Thomas Holzmann von den Kassel Huskies. Die Überraschung: Krupp hat den bisherigen Kapitän Andreas Renz (Köln) vorerst ausgemustert und Verteidiger Michael Bakos (Ingolstadt) zum neuen Kapitän ernannt. Testzwecke gibt Krupp als Grund an.

Herr Krupp, Sie haben Verletzungssorgen – vor allem im Sturm. Worauf dürfen sich die Fans beim Deutschland-Cup einstellen?

Krupp: Unsere Zielsetzung hat sich durch die ganzen Absagen etwas geändert. Unter den jetzigen Bedingungen sind wir krasser Außenseiter.

Manche Leute mögen diese Rolle…

Krupp: Ich nicht. Ich wäre lieber Favorit. Ich hätte gern eine Mannschaft, die um den Sieg spielt, wenn sie in etwa auf ihrem Leistungsniveau auftritt.

Ist der Bundestrainer-Job so, wie Sie ihn anfänglich erwartet haben?

Krupp: Als ich zugesagt habe, habe ich mir gedacht: Das ist ein Job, den ich gut machen kann. Das ist für mich auch so aufgegangen. Womit ich allerdings nicht gerechnet habe, ist, dass sich die Bedingungen im Lauf der Jahre nicht so verbessern wie gewünscht. Dass die Wertigkeit der Nationalmannschaft von der Liga nicht so anerkannt wird. Deshalb haben wir nicht die Plattform, die wir uns erhoffen, um das deutsche Eishockey zu präsentieren.

Wo liegt das Problem?

Krupp: Viele Vereine wollen sich ihren Superstar kaufen. Den bauen sie dann ein – und dann ist er das Gesicht der Mannschaft. In den wenigsten Fällen ist das ein deutscher Spieler.

Vielleicht glauben die Vereinsbosse, dass sie ohne die ausländischen Stars weniger Erfolg hätten…

Krupp: Das Ironische an der Sache ist, dass die Vereine, die es in der Vergangenheit aufgrund von wirtschaftlichen Zwängen anders gemacht haben, damit ganz gut gefahren sind. Und es stärkt die Nachwuchs-Spieler, die Eiszeit bekommen.

Wie wichtig ist der Deutschland-Cup für die Nationalmannschaft?

Krupp: Sehr wichtig. Das ist außerhalb Olympia und der WM unsere einzige Maßnahme mit echten Spielen. Olympia und WM…

Was sind die Ziele?

Krupp: Wir wollen uns bei den Olympischen Spielen und bei der WM im eigenen Land gut verkaufen. Wir wollen das Eishockey gut repräsentieren. Und wir hoffen, dass wir Euphorie entfachen können. Wenn wir das schaffen, dann haben wir die Chance, für eine Überraschung zu sorgen.

Ist das in verschiedenen Städten unterschiedlich schwer? Ist zum Beispiel das Kölner Publikum begeisterungsfähiger als das Münchner Publikum?

Krupp: Nein, das würde ich nicht sagen. Eishockey-Fans sind ein eigener Schlag – in München, in Köln und anderswo.

Interview: Uli Heichele

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