Deutschland startet WM mit Sorgen im Gepäck

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Die Deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ist in WM-Form.

Köln - Deutschlands Eishockey-Team ist am Dienstagmorgen zur WM in die Slowakei gereist. Abseits des Eises gibt es Unruhen, die Spieler konzentrieren sich jedoch nur aufs Spiel.

Eine Niederlage zum Abschied und Sorgen im Gepäck: Trotz verpatzter Generalprobe wähnt sich Deutschlands Eishockey-Team bei der Abreise nach Bratislava in WM-Form, muss in der Slowakei aber auch mit Nebengeräuschen abseits des Eises rechnen. Vier Tage vor dem Auftaktspiel gegen Russland wurden der Abschied von Franz Reindl als Sportdirektor im Deutschen Eishockey-Bund (DEB) verkündet und zugleich Spekulationen um die künftige Leitung der Auswahl angeheizt.

Diese will sich nicht ablenken lassen und wertet daher das 2:3 im letzten Test am Montag gegen Weißrussland als Erfolg. “Vielleicht war es ganz gut, dass wir uns gegen einen Gegner wie Weißrussland schwer getan haben. Jetzt haben wir etwas Ruhe“, sagte Trainer Uwe Krupp.

Dabei steht vor allem der Job als Coach im Fokus, wenn es um die Zukunft des Nationalteams geht. DEB-Präsident Uwe Harnos, der die Suche nach einem Krupp-Nachfolger zur Chefsache erklärt hatte, äußerte am Rande der Partie Sympathien für eine zuletzt noch strikt abgelehnte Doppelrolle. “Vielleicht suchen wir auch einen Sportdirektor und Bundestrainer in Personalunion“, meinte Harnos.

Wurfgeschosse in Stadien: Bierbecher, Sellerie, eine Katze und Dildos

1.4.2011: Beim Spiel St. Pauli gegen den FC Schalke 04 wurde Schiedsrichter-Assistent Thorsten Schiffner von einem Bierbecher getroffen. Das Spiel wurde abgebrochen. Hier sehen Sie weitere Geschosse, die auf Spielfelder jeglicher Sportarten geworfen wurden. Einige davon sind sehr skurril - aber gefährlich sind die meisten allemal. Also: Bitte nicht nachmachen! © Getty
Thorsten Schiffner war nicht der erste Schiedsrichter-Assistent, der von einem Becher getroffen wurde. 2006 streckte Kai Voss beim DFB-Pokal-Spiel zwischen Stuttgarter Kickers und Hertha BSC ein Bierbecher nieder. © getty
Deutschlands Torhüter bei der Weltmeisterschaft 1974 wurde von einem Gymnasiasten 1971 mit einem Messer beworfen. Er wurde aber - zum Glück - nicht getroffen. © dpa
Ein Motorroller im Stadion (hier mit Uli Hoeneß am Steuer) ist schon ungewöhnlich. Erst recht beim Mailänder Derby 2001: Dort versuchten Stadionbesucher einen Roller von der Tribüne zu werfen. © getty
Frank Baumann (M.) erwischte es während eines Bundesligaspiels. Er wurde im November 2008 von einem Handy-Akku getroffen. © getty
Im Carling-Cup-Finale 2007 zwischen dem FC Chelsea und dem FC Arsenal flog Sellerie von den Rängen. Arsenals Fabregas kann es nicht verstehen. Die Fans des FC Chelsea sangen bei fast jedem Spiel ein nicht jugendfreies Lied, in dem auch das Gemüse vorkommt. © getty
Beim UEFA-Cup-Spiel zwischen NEC Nijmegen und dem HSV traf Schiedsrichter Darko Ceferin ein undefiniertes Wurfgeschoss am Kopf. Das Spiel musste unterbrochen werden. © getty
Anders Frisk wurde beim Champions-League-Spiel zwischen AS Rom und Dynamo Kiew von einem Wurfgeschoss getroffen und musste mit einer Platzwunde vom Platz. © getty
Oliver Kahn traf am 12. April 2000 in Freiburg ein Golfball. Blutüberströmt musste er von Uli Hoeneß zurückgehalten werden, da er völlig außer sich war. © ap
FC Liverpool - AFC Sunderland im Oktober 2009: Ein großer roter Strandball wurde aufs Spielfeld geworfen. Dort landete er im Liverpooler Strafraum, wo der Ball einen Schuss unhaltbar für José Reina abfälschte. Das Spiel endete 0:1.  © getty
Halbfinale UEFA-Cup: Hamburger SV gegen Werder Bremen: Stand 1:2 für Bremen. Diese Papierkugel lenkte einen Ball entscheidend zur Ecke ab, die prompt das 1:3 für die Werderaner brachte. Trotz des Anschlusstreffers drei Minuten vor Schluss schied Hamburg aus. © dpa
Auch Toilettenpapier fliegt regelmäßig auf den Rasen. Hier beim Spiel FC Bayern gegen den 1. FC Nürnberg. Raphael Schäfer, Torhüter des "Clubs", zeigte sich aber unbeeindruckt. © getty
Im Carling-Cup-Halbfinale gegen den Ortsrivalen ManU wurde Craig Bellamy 2010 von einer Münze am Kopf getroffen. Eine heranfliegende Bierflasche flog knapp an ihm vorbei. © getty
Mailänder Derby 2005: Im Champions-League-Viertelfinale wurde AC Milans Torhüter Dida von Leuchtraketen getroffen und sank zu Boden. Das Spiel wurde abgebrochen. © dpa
Neben Leuchtraketen und einer Rumflasche warfen Zuschauer 2006 auch eine Katze auf das Spielfeld: Geschehen beim Derby zwischen Real Betis und FC Sevilla. © dpa
Viele Ratten wurden bei den Florida Panthers ab 1992 aufs Spielfeld geworfen. Grund: Scott Mellanby tötete eine Ratte in der Kabine mit dem Stock und traf danach zwei Mal. 1996 wurde diese Sitte verboten. © dpa
Super-League-Spiel zwischen Luzern und Basel am 7.November 2010: Fans des FC Basel warfen Tennisbälle auf das Spielfeld. Damit sollte gegen die frühe Anstoßzeit der Partie protestiert werden, welche auf Druck des Schweizer Fernsehens und wegen des Finals der Swiss Indoors in Basel vorverlegt wurde. © dpa
Ein Schweinekopf flog im Camp Nou beim "Clasico" zwischen Real Madrid und FC Barcelona aufs Spielfeld. Damit wollten die Fans von Barca ihre Meinung zum Wechsel von Luis Figo von Barcelona zu Real zeigen. © dpa
Stadionsitze sind, besonders in Südamerika, beliebte Wurfgeschosse. Allerdings auch in Europa kommt es vor, dass Sitze aufs Spielfeld fliegen, so auch 2000 beim Spiel Sevilla gegen Atletico Madrid. © dpa
Paul hatte Glück, in einem Aquarium zu leben. In der NHL wurden bei Siegen der Detroit Red Wings Tintenfische regelmäßig aufs Eis geworfen. Das hatte Tradition, da 1952 ein Besitzer eines Fischlokals immer ein Oktopus aufs Feld warf, der für die Play-offs einen Sieg bescheren sollte. Das schwerste Tier wog 25 Kilo. © dpa
Zahlreiche Dildos flogen im Oktober 2008 im Spiel zwischen AIK Stockholm gegen Leksand aufs Eis. Die Fans des Stockholmer Eishockey-Klubs zeigten damit ihren Unmut über Jan Huokko, der sich zum Jahresanfang einen Sexskandal leistete. © dpa

Die Neuigkeit mitten in die heiße Phase der WM-Vorbereitung fallen zu lassen, wirkt unglücklich. Reindl, der sich von Juli an auf seine Rolle als Generalsekretär des DEB konzentrieren will, meinte dazu: “Wenn man sich geeinigt hat, dann überlegt man nicht den Zeitpunkt.“

Spekulationen, wonach nun fieberhaft nach einer Interimslösung für ein Jahr gesucht werde, bis Wunschkandidat Ralph Krueger frei ist, kommentierten die Verantwortlichen nicht. “Wir geben keine Wasserstandsmeldungen ab“, sagte Präsident Harnos.

Für die Spieler, die am Dienstag von Düsseldorf nach Bratislava flogen, spielten politischen Entscheidungen keine Rolle, meint Routinier Daniel Kreutzer von den DEG Metro Stars: “Sicher hat man darüber gesprochen, aber jetzt bei der WM ist das kein Thema.“

Vielmehr beschäftigen sich die Cracks vor dem Auftakt am Freitag gegen Rekordweltmeister Russland (16.15 Uhr/Sport1) mit der Leistung auf dem Eis. Nach der Niederlage am Montag sagte Patrick Reimer: “Das Überzahlspiel hat nicht geklappt. Ansonsten waren wir gut im Spiel und haben Weißrussland wenig gegeben.“ Auch Constantin Braun, der mit Frank Hördler und André Rankel von Meister Eisbären Berlin erstmals in der Vorbereitung spielte, sagte: “Das Glück war nicht auf unserer Seite. Alles in allem war es eine gelungene Generalprobe.“

Bundestrainer Krupp lobte das Engagement des Berliner Trios, das ebenso wie Jochen Reimer, Christopher Fischer und Kai Hospelt von DEL-Finalist Grizzly Adams Wolfsburg erst am Samstag zum Team gekommen war. “Der Eindruck war gut. Ich bin froh, dass sie schnell zu uns gestoßen sind.“ Eisbär Hördler und Grizzly Hospelt hatten in Köln die Tore für das deutsche Team erzielt, das die WM-Vorbereitung mit drei Siegen und vier Niederlagen abschloss.

Nun gilt es, das Team “weiter zusammenzuschweißen“, meint Coach Krupp. Kapitän Michael Wolf von den Iserlohn Roosters erkannte gegen Weißrussland Schwächen im Zusammenspiel: “Es sind wieder neue Spieler dazugekommen, da braucht es ein bisschen Zeit.“ Und diese hofft Wolf bis Freitag, vor allem aber bis zum womöglich entscheidenden Vorrundenspiel gegen Slowenien zu bekommen.

dpa

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