"The German Gretzky in der NHL"

Draisaitl in der tz: "Der Erfolg kommt noch"

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Das Interesse an Leon Draisaitl ist in den USA groß.

Edmonton - Leon Draisaitl wagte im Oktober den Sprung in die NHL zu den Edmonton Oilers - und bekam gleich einen bedeutenden Spitznamen. In der tz spricht er über seine ersten Erfahrungen in Nordamerika.

„The German Gretzky“ – als Leon Draisaitl (19) im Oktober von den Edmonton Oilers in die NHL gedraftet wurde, lag sofort eine bleischwere Last auf den Schultern des deutschen Eishockey-Wunderkindes. Eine Last, die in der ersten Saison des 19-Jährigen bisher zu schwer scheint. Wayne Gretzky ist eine Legende des Eishockeysports. Er ist der beste Spieler aller Zeiten und hält unzählige Rekorde. Wenn jemandem der Spitzname „The German Gretzky“ verpasst wird, dann ist das eine große Ehre, aber auch viel Ballast. Vom gebürtigen Kölner Draisaitl erhoffen sich die Fans bessere Zeiten, so wie damals, als Wayne Gretzky noch für die Oilers spielte und Edmonton in fünf Jahren viermal zum Gewinn des Stanley-Cups führte.

„Es war etwas ganz Besonderes. Ich war überglücklich und voller Vorfreude auf die Spiele. Ich hatte es ins Team geschafft, ein Traum ging in Erfüllung“, erzählt Draisaitl der tz über die Anfangszeit in der besten Eishockeyliga der Welt. Ein Deutscher als Hoffnungsträger in den Eishockey-verrückten USA – das gab es noch nie! Auf die Vorfreude folgte Ernüchterung, sportlich läuft es bisher bescheiden: Obwohl Draisaitl am 24. Oktober seinen ersten NHL-Treffer erzielen konnte, steht Edmonton in der Pacific Division auf dem letzten Platz und hat von 35 Partien erst sieben gewonnen. Draisaitl hat zwei Tore und fünf Vorlagen beigesteuert, sein großes Potential konnte er bisher nur andeuten. „Ich mache mir über Punkte keine Gedanken. Ich bin jung und möchte mich einfach nur weiter entwickeln. Die Punkte werden für mich und das Team noch kommen – früher oder später“, sagt Draisaitl.

In Edmonton hat er sich gut eingelebt: „Die Stadt ist toll und die Mitspieler haben mich toll aufgenommen“, sagt Draisaitl enthusiastisch. Heimweh hat der 1995 geborene Rookie nicht, er lebt seit über zwei Jahren in den Staaten: „Klar verändert solch ein Schritt einen. Ich habe viel gelernt und bin froh, eine solche Chance zu erhalten.“ Seine Familie steht vor allem über Skype in Kontakt mit ihm. „Bisher schauen sie meine Spiele im Internet. An Weihnachten haben sie mich besucht.“

Zeit für einen Heimatbesuch blieb dem 1,88 Meter großen Stürmer nicht. Der Spielplan ist sehr dicht. Im Zwei- oder Dreitagesrhythmus muss Draisaitl aufs Eis und das tun, was er am besten kann – Eishockey spielen. Und darum geht es ihm auch, an Ruhm und Geld denkt der Youngster nicht – trotz seines Vertrags, der ihm ein Grundgehalt von 680 000 Dollar sichert. „Geld interessiert mich nicht. Ich spiele hier wegen des Sports. Nichts anderes als das zählt für mich“, sagt er bodenständige Star. Wayne Gretzky verdiente in seinen letzten Karrierejahren übrigens nicht 680 000, sondern über sechs Millionen. Draisaitl hat also noch Nachholbedarf, sportlich und finanziell…

Maxi Schmeckel

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