Skisprung-Legende im Interview

Eddie the Eagle: "Gebe Hoffnung auf Comeback nicht auf"

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Auch ohne Medaille eine Olympische Legende: Michael Edwards alias "Eddie the Eagle" nahm den Spielen 1988 in Calgary teil.

Saalbach - Bei Olympia 1988 avanciert Michael Edwards zum Fanliebling. Seither ist Großbritanniens erster Skispringer als "Eddie the Eagle" bekannt. Die tz sprach mit der Legende.

Hinter der Skisprung-Legende mit dem Spitznamen Eddie the Eagle (Eddie der Adler) steckt der 52-jährige Michael Edwards.  Die tz traf den symphatischen Briten, der bei den Olympischen Spielen 1988 in Calgary zum Zuschauer- und Medienliebling avancierte, bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung in Saalbach.

Welcher Name steht eigentlich auf Ihrer Visitenkarte?

Eddie: (lacht) Ich arbeite mit zwei Visitenkarten. Eine lautet auf Eddie the Eagle, Skispringer. Die andere auf Michael Edwards, Maurer und Stuckateur.

28 Jahre nach Ihrer Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Calgary wird Ihre Geschichte als Komödie verfilmt. Wie kam's?

Eddie: Den Vertrag zur Verfilmung meiner Geschichte hatte ich vor über 17 Jahren unterschrieben. Die Jahre vergingen und nichts passierte. Ich fiel aus allen Wolken, als vor einem Jahr Produzent und Regisseur Matthew Vaughn bei mir anrief und sagte: Eddie, wir legen los!

Wie gefällt Ihnen persönlich der Streifen?

Eddie: Nachdem ich das Drehbuch nie gesehen hatte, war ich extrem gespannt auf das Ergebnis. Man hat mich weder als Hero dargestellt, noch als Lachnummer. Das erste gemeinsame Screening mit meiner Familie war grandios. Ich habe gelacht, geweint, war gerührt und fühle mich geehrt.

Wie nah ist der Film an der Realität?

Eddie: (lacht) Manches ist wahrer als anderes. Mindestens 70 Prozent der Handlung entsprechen aber der Realität.

Stimmt es also, dass Sie sich seinerzeit in Garmisch auf die Spiele 1988 vorbereitet haben?

Eddie: Ich trainierte nicht ausschließlich in Garmisch. Aber ich kenne den Ort natürlich gut, da ich mehrmals bei der Vierschanzentournee am Start war.

Im Film werden Sie von Taron Egerton gespielt. Erkennen Sie sich wieder?

Eddie: Einen Monat vor Drehbeginn habe ich Taron das erste Mal, später noch einmal während der Dreharbeiten in Garmisch getroffen. Als ich ihn am Set sah, war ich sprachlos. Es war, als würde ich in einen Spiegel gucken. Wie aus dem Gesicht geschnitten. Und er spielt mich auch richtig gut.

Wie erklären Sie sich die Sympathien und den Medienrummel damals um Ihre Person?

"Eddie the Eagle" als Aktiver.

Eddie: Ich war das Paradebeispiel des Olympischen Gedankens: Dabei sein ist alles. Die Zuschauer mochten meine Haltung und meinen Humor. Außerdem honorierten sie meine Ambition. Ich habe alles für meinen Olympischen Traum gegeben.

Wie kam Michael Edwards zu den Olympischen Spielen?

Eddie: Ich habe als Achtjähriger erstmals die Olympischen Spiele im Fernsehen verfolgt und träumte davon, meine Heimat einmal bei den Spielen zu vertreten. Mit 13 lernte ich Skifahren und wollte als Alpiner zu den Spielen, aber das Ski-Training war zu teuer. Skisprung war günstiger. Ich sattelte um, auch weil ich meine Chance witterte: Es gab keinen weiteren Skispringer aus England.

Sind Geschichten wie Ihre noch möglich bei Olympia?

Eddie: Leider verkommen die Olympischen Spiele immer mehr zu Weltmeisterschaften, an denen die Top 50 der Welt teilnehmen. Der Olympische Spirit existiert kaum noch. Echte Exoten erscheinen nur noch selten.

Ohne finanzielle Unterstützung zu den Spielen. Wie muss man sich das vorstellen?

Eddie: Ich war für ein paar Monate in Lake Placid zum Training. Als mein Visa ablief, borgte ich mir das Auto meiner Mutter, fuhr in die Schweiz, nach Deutschland und trainierte weiter. Um die Kosten niedrig zu halten, schlief ich im Auto, in Kuhställen, bei Menschen, die mir ihr Sofa anboten. Im Gegenzug dazu übernahm ich Schneeräumdienste, kellnerte oder hackte Holz.

Red Bull wäre heute der ideale Sponsor für Eddie the Eagle.

Eddie: (lacht) Es gibt sogar erste Verbindungen, sie werden es nicht glauben. Ich würde nichts lieber tun, als noch einmal bei der Vierschanzentournee oder bei Olympischen Spielen aufzutauchen. 

Wann sind Sie das letzte Mal von einer Schanze gesprungen?

Eddie: Nach 20 Jahren Pause wagte ich im Januar 2016 wieder ein paar Sprünge in Courchevel. Es lief erstaunlich gut. Ich gebe die Hoffnung auf ein Comeback nicht auf.

Interview: Johanna Stöckl

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