Wir den Rausch, ihr den Kater

Eine etwas eigenwillige Taktik benutzen die EHC-Spieler auf diesem Bild gegen den Lausitzer Carsten Gosdeck.

München - Kann man Promille-Pegel eigentlich direkt in Spielergebnis umrechnen? Nein, tschuldigung, das ist jetzt böse. Ist ja auch bloß, weil wir beim Playoff-Auftakt des EHC München gegen die Lausitzer Füchse genau zugehört haben.

 Die Gäste aus Sachsen haben da mit 0:6 verloren – und wir haben immer wieder gehört, wie hinter vorgehaltener Hand getuschelt wurde, die Füchse hätten zwei Tage vor dem Spiel einfach zu viel gefeiert. Party, weil sie’s überhaupt in die Playoffs geschafft haben. Und das habe dann praktisch einen Kater mit Ansage ergeben – auch Eishockey-technisch…

Egal. Wo auch immer die Gründe für die deutliche Niederlage der Füchse gelegen haben mögen: Es kommt ein neuer Tag. Am Freitag um 19.30 steht Spiel zwei der Viertelfinal-Serie an – diesmal in Weißwasser, also bei den Füchsen daheim. Der Münchner Trainer Pat Cortina glaubt, dass es diesmal härter wird als noch am Dienstag: „Wir rechnen damit, dass die Füchse jetzt besser aufgestellt sind, weil sie sicherlich am Dienstag noch ihren Pre-Playoff-Sieg in den Knochen hatten.“

Hintergrund: In der Ausscheidungsrunde hatte sich Weißwasser im Sachsen-Derby gegen Dresden durchgebissen. Jetzt steht ihnen mit dem EHC ein anderes Kaliber gegenüber… München ist (nicht erst seit dem 6:0) der klare Favorit aufs Weiterkommen. Und wer weiß? Vielleicht haben die Füchse sogar ein bisschen Angst. Die Münchner Fans hatten jedenfalls schon vor Beginn der Serie bei den Sachsen angefragt, ob sie am Dienstag Karten fürs Freitagsspiel nach München mitbringen könnten – schließlich will der EHC-Anhang sein Team auch in der Fremde anfeuern. Die Füchse hatten keine Karten dabei.

So oder so werden’s die Gastgeber nicht leicht haben. Die EHC-Spieler werden locker und ausgeruht ankommen. Sie treffen sich in der Früh in München zum Einlaufen, steigen um zehn in den Bus in Richtung Ostsachsen. Unterwegs gibt’s eine Pause zum Mittagessen und Füße vertreten. Gut aus Münchner Sicht: Alle Mann sind an Bord. Und: Es läuft. Nach dem Dienstagsspiel hatte Trainer Cortina anerkennend genickt: „Es hat viele positive Aspekte gegeben…“ Vorn. Und hinten. Und vor allem im Kopf. Gedanklich sind die Spieler voll im Hier und Jetzt – unkonzentriert wirkte da keiner.

Und das einzig Rauschhafte auf EHC-Seite war die Torausbeute… Die Serie wird im Modus best of seven gespielt, die nächste Partie in München steigt am Sonntag um 18.30 Uhr.

hei

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