Eishockey-Legende ist stolz auf Sohn Tom

Kühnhackl im tz-Interview: Aufbruchstimmung in Deutschland

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Erich Kühnhackl.

München - Erich Kühnhackl ist stolz auf Sohnemann Tom. Er hat sich in der NHL durchgekämpft und spielt an der Seite von Superstar Sydney Crosby. Wie stolz ihn das macht, erzählt sein Vater Erich Kühnhackl im tz-Interview.

Kühnhackl? Den Namen kennen die Amerikaner! An Eishockey-Legende Erich Kühnhackl (65) liegt das aber nicht, sondern an seinem Sohn Tom (24), der in diesem Jahr bei den Pittsburgh Penguins in der NHL durchstartet. Bis 2010 spielte er in seiner Heimatstadt Landshut, dann wechselte er mit 18 Jahren nach Übersee und spielte vorerst in der OHL. In seinem zweiten Einsatz checkte er einen Gegenspieler hart und wurde für 20 Spiele gesperrt. Der nächste Rückschlag ereilte ihn dann im Dezember 2012: Nach einer Schulterverletzung war die Saison für ihn beendet. Mittlerweile hat er sich durchgekämpft und spielt an der Seite von Superstar Sydney Crosby. Wie stolz ihn das macht, erzählt sein Vater Erich Kühnhackl im tz-Interview.

Herr Kühnhackl, bei dem berühmten Vater: Wie war Toms Kindheit?

Erich Kühnhackl: Ich habe meine Kinder nie zu etwas gezwungen, sie sollten das machen, zu was sie Lust haben. Aber ich habe ihnen auch gesagt: „Wenn ihr etwas angeht, dann richtig. Und wenn ihr meint, euer alter Dad kann euch helfen, dann mache ich das Tag und Nacht.“ Dieses Gefühl habe ich auch Tom gegeben, er kann jederzeit anrufen. Was seine Entwicklung angeht: Tom muss es nur wollen, und ich habe das Gefühl, er will es.

In Landshut waren Ihre Kinder trotzdem sehr bekannt, oder?

Tom Kühnhackl in ­Aktion.

Erich Kühnhackl: Tom hat schnell mitbekommen, dass sein Vater Eishockey spielt, das ging gar nicht anders. Wir haben in Landshut gewohnt, da haben ihn natürlich viele Leute darauf angesprochen. Als er angefangen hat Eishockey zu spielen, haben viel gesagt: Du bist doch der Sohn vom Erich. Für ihn und auch für Kevin und Kristin war es sicher nicht immer einfach. Auf der anderen Seite hat es ihnen vielleicht auch geholfen, dass sie sich noch mehr anstrengen in dem, was sie tun. Und Tom spielt halt gerne Eishockey.

Korrigieren Sie mich, aber in den USA hat er durch den Nachnamen nicht viel Druck, oder?

Erich Kühnhackl(schmunzelt): Nein, da haben Sie recht, das habe ich auch vor Ort gemerkt. Ich habe trotz eines Angebots ja nie in der NHL gespielt.

Wie viele Spiele sehen Sie von Ihrem Sohn?

Erich Kühnhackl: Eigentlich fast alle, hin und wieder fliege ich auch rüber zu ihm. Aber die meisten sehe ich zu Hause über Internet.

Trotz der Zeitverschiebung?

Erich Kühnhackl: Letztens habe ich ein Spiel von zwei bis fünf Uhr früh gesehen. Früher musste ich den Stream am Laptop sehen, mittlerweile schaue ich auf dem Fernseher, Kevin hat mir das eingerichtet, der kennt sich da besser aus. Meine Brille brauche ich jetzt nicht mehr.

Wie stolz sind Sie, dass Tom den Durchbruch endlich geschafft hat? (Kühnhackl stellt sich auf die Zehenspitzen und wippt nach oben) Aha – scheinbar größer als Ihre 1,95 Meter.

Erich Kühnhackl: Viel größer, ich bin sehr stolz, weil ich weiß, dass er es wollte und dass es nicht einfach war. Tom ist seit sechs Jahren in den USA und hat sich über die Ontario Hockey League und trotz seiner Schulterverletzung nach oben gekämpft.

Sie waren 1976 bei der legendären Olympia-Bronzemedaille dabei, hat Ihr Sohn auch eine Zukunft in der Nationalmannschaft?

Erich Kühnhackl: Er würde sich sehr freuen, aber dafür muss ihn der Bundestrainer erst nominieren, und dann muss auch der Spielplan passen. In den vergangenen Jahren hat er mit seinen Mannschaften immer in den Playoffs gespielt, dann sind Nationalmannschaftseinsätze schwierig. Generell habe ich das Gefühl, dass in Deutschland Aufbruchstimmung herrscht. Ich wünsche mir nur, dass alle Verantwortlichen, die dazu beitragen können, ganz egal ob DEB, DEL oder DEL2, Marco (Sturm, Bundestrainer, Anm. d. Red.) helfen und ihn bei seinem Konzept unterstützen. Wenn wir es gemeinsam anpacken und wirklich helfen, nicht nur einmal, sondern jeden Tag, bei jeder Vorbereitung und bei jedem Spiel, dann kann man mit der deutschen Nationalmannschaft rechnen.

Interview: Mathias Müller

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