1. tz
  2. Sport
  3. Wintersport

Eishockey wird immer beliebter bei den Jugendlichen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
© dpa

Eishockey ist ein typischer Wintersport, er steht damit dem typischen Sommersport Fußball gegenüber.

Die deutschen Eishockeyteams, die in der DEL (Deutsche Eishockey Liga) spielen, operieren immer professioneller. Sie kaufen wie im Fußball Spieler, auch betreiben sie ein hochgradiges Marketing. Dieses trägt Früchte: Bei den Spielen sind immer mehr Fans live dabei, die Präsenz des Sports im Fernsehen und auch auf Streaming Portalen nimmt stetig zu.

Die deutsche Eishockey-Hochburg München

In München wird seit mindestens 1909 Eishockey gespielt, doch die Sportart war wahrscheinlich schon um 1900 bekannt. Damit gehört München zu den Pionierstädten der Sportart in Deutschland. Münchner Mannschaften errangen fünf Mal den deutschen Meistertitel: 1922 (MTV 1879 München), dann wieder 1994 (EC Hedos München), in den Jahren 2000 (München Barons) sowie 2016 und 2017 (EHC Red Bull München). Aktuelle Münchner Teams sind:

Der Alltag junger Eishockeyprofis

Die Profis in diesem Sport bringen Opfer. Das war schon immer so. Lorenz Funk war ein Profi, der vor sechs Jahrzehnten aktiv war und mittlerweile verstorben ist. Er errang eine Bronzemedaille bei Olympia, trägt das Bundesverdienstkreuz und hat einen Platz in der Hall of Fame des deutschen Eishockeysports. “Lenz” Funk berichtete in einem Interview, dass der Sport für Berufsspieler schon in den Jahren seiner Profikarriere sehr hart war. Seine Erfahrungen decken sich mit dem, was der deutsche Nachwuchsstar Niklas Heinzinger berichtet. Auch dieser ordnet dem Sport praktisch alles andere unter. Trainiert wird im Winter viermal wöchentlich auf dem Eis, hinzu kommen das Kraft- und das Athletiktraining. Allein die Trainings nehmen netto acht Stunden täglich in Anspruch, hinzu kommen zwei Spiele pro Wochenende. Freunde findet Heinzinger nur auf dem Eis. Selbst der halbe Sommer findet bei Trainings in der Eishalle statt. Das bedeutet: Der deutsche Nachwuchs wird professionell ausgebildet. Die Spieler fangen oft schon im Kindergartenalter an, sich mit Eislaufschuhen, Schläger und Puck auf dem Eis zu bewegen. Wenn sie es zum Profistatus bringen, sind sie um 20 Jahre alt, manchmal etwas jünger. Dann verfügen sie schon über anderthalb Jahrzehnte Eishockey-Erfahrung. Das belegt auch, wie sehr es Kinder und Jugendliche zu diesem schönen Sport hinzieht.

Kinder- und Jugendarbeit im Eishockey

Das gezielte Training in den Vereinen beginnt mit der Altersgruppe U8 (Bambini), in der auch deutlich jüngere Kinder mitspielen. Die Trainer müssen hierfür altersgerechte Konzepte entwickeln und den Spielspaß fördern: Es kommt auf die angenehme Trainingserfahrung an. Auf diese Weise finden die Kinder zu lebenslanger Eishockey-Begeisterung. Laut Gert Acker, dem Geschäftsführer des Münchener Eishockeyschläger Herstellers Venatic, nimmt der Absatz an Eishocheyschlägern für Kinder enorm zu. In dieser Altersgruppe ist “Learning by Doing“ gefragt, die Trainer sollten sich während der Aktion auf dem Eis möglichst verbal zurückhalten. Neben individuellen Trainingsziele ist viel Aktivität gefragt. In einer einstündigen Trainingseinheit sollten sich die kleinen Spieler mindestens 40 Minuten lang aktiv bewegen. Hierfür gibt es beispielsweise das 6-Stationen-Training, bei dem die Eisfläche in sechs Zonen unterteilt wird. In diesen trainieren die Kinder Fähigkeiten, die ihrem Alter entsprechen. In der Altersgruppe U10 beginnt für die Kinder ihr “goldenes Lernzeitalter“, sie erwerben nun maßgebliche technische Fähigkeiten. Eishockeyspieler müssen sehr viele Techniken erlernen, deren Beherrschung viele Jahre dauert. Daher ist die Kinder- und Jugendarbeit so wichtig. Die Trainer setzen daher gerade in den unteren Altersgruppen stark auf den Spiel- und Spaßfaktor, damit die Kinder motiviert bleiben - sie würden sonst nicht die nötige Zeit in ihre Entwicklung investieren. Doch auch das Engagement und die innere Einstellung der jungen Spieler sind sehr wesentlich. Mit kleinen Spielen auf dem Eis werden auch diese Komponenten gefördert, weil sich dadurch ein großer pädagogischer Nutzen ergibt. Unter anderem lernen die Kinder, dass es später bei Wettkämpfen auch zu Konflikten über den sportlichen Wettstreit hinauskommen wird, die angemessen auszutragen sind.

Wichtige Fähigkeiten von jugendlichen Eishockeyspielern

Wenn die Spieler über 13 Jahre alt sind, sollten sie wichtige technische Fähigkeiten auf dem Eis und am Puck grundlegend beherrschen. Dazu gehören unter anderem:

Es gibt noch mehr spezielle Techniken für Spieler und Torhüter. Daneben geht es um Geschicklichkeit und Koordination, das Halten des Gleichgewichts und das Erreichen einer gewissen Geschwindigkeit auf dem Eis. Aufgrund der hohen Begeisterung von Jugendlichen erlangen die meisten von ihnen diese Fertigkeiten, wenn sie “am Puck bleiben”. 

Auch interessant

Kommentare