Wir trafen Deutschlands Top-Kombinierer

Eric Frenzel verrät der tz sein Erfolgsgeheimnis

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Eric Frenzel hat auf ­Reisen sein ­Kissen ­dabei.

München - Eric Frenzel ist im Moment DER deutsche Star bei den nordischen Kombinierern. Der tz verriet er sein Erfolgsgeheimnis.

Dafür, dass es in den Saisonendspurt geht, schlendert Überflieger Eric Frenzel ziemlich entspannt an seinen Gepäckschalter am Münchner Flughafen. Sein Ziel: Lahti! Dort absolviert der 27-Jährige am Freitag (ab 15 Uhr gibt’s die Entscheidung live bei ARD und Eurosport) den ersten von sieben Einzelwettkämpfen in den kommenden 16 Tagen. Diese zwei langen Wochen werden über den Gesamtweltcup, den Frenzel (911 Punkte) vor dem Japaner Akito Watabe (764) anführt, entscheiden. „Wir sind an einem Punkt, an dem jeder an seine körperlichen Grenzen geht“, sagt Frenzel der tz. „Aber mein Akku ist noch gut gefüllt.“

Eric Frenzel im Gespräch mit tz-Reporter Mathias Müller.

Auch dank seines wichtigsten Reiseutensils: einem Kopfkissen! „Man möchte gerne gut schlafen, wenn man dazu kommt. Die Hotelkissen sind oft ein bisschen klein oder nicht ganz so bequem, deswegen habe ich seit fünf oder sechs Jahren mein eigenes dabei“, lacht Frenzel. Für Leistungssportler ist Schlaf enorm wichtig zur Regeneration, vor allem, wenn man seit September einen kleinen, süßen Schlafräuber – Erics Frau Laura brachte vor ein paar Monaten ihren zweiten Sohn Leopold zur Welt – zu Hause hat. Mit oder ohne Schlaf, Frenzel genießt die gemeinsame Familienzeit im oberpfälzischen Flössenburg: „Auch wenn es zwischen den Weltcups meistens nur zweieinhalb Tage sind, aber die geben mir sehr viel.“ Die Familie als Rückhalt, bei Frenzel ist das mehr als nur ein Spruch, das erste Kind bekamen er und seine Frau schon als Teenager – seither ist Eric ein absoluter Familienmensch.

Spätestens ab heute gilt seine Konzentration wieder dem Sport. Sein Equipment – rund 15 bis 20 Langlaufski, vier Sprungski und vier Anzüge – wurden bereits nach Finnland transportiert. Frenzel (1,74 Meter, 57 kg) ist bereit für das Duell mit seinem schärfsten Konkurrenten, den er seit der gemeinsamen Junioren-WM 2006 kennt. „Seitdem haben Akito und ich fast jeden Wettkampf miteinander bestritten.“ Trotz des ewigen Duells ist eine enge Freundschaft zwischen ihnen entstanden. Wobei Frenzel zugeben muss: „Ich finde es sehr beeindruckend, wie er mit der Situation umgeht. Ich weiß nicht, ob ich immer noch so nett und angenehm zu jemanden wäre, wenn die Situation umgedreht wäre.“ Nämlich so, dass Frenzel von Olympiasieg bis zum Weltmeistertitel fast alles abräumt und auch im Schlaf nicht daran denkt, das zu ändern. Ganz im Gegenteil, er hat ja sein Kissen dabei.

Schneedepots für die Kombi-Zukunft

17 Weltcups in sechs Wochen – schuld am Wettkampfstress ist der milde Winter. Die Wettbewerbe in Klingenthal und Schonach wurden abgesagt, die in Chaux-Neuve verschoben, nun versucht der Weltverband FIS alles, um die Saison zu retten. Milde Winter wird es auch in Zukunft geben, durch das Anlegen von Schneedepots soll für Planungssicherheit gesorgt werden. „Die Veranstalter sollen 10 000 bis 15 000 Kubikmeter Schnee übersommern. Damit muss aber jetzt begonnen werden“, sagt FIS-Mann Lasse Ottesen. Denkbar sind auch ein späterer Saisonstart, Weltcups in Mitteleuropa erst ab Januar oder neue Wettkampforte.

Mathias Müller

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