Neureuther im tz-Interview

"Fühle mich fast so gut wie nie"

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Felix Neureuther rechnet sich gute Chancen für Adelboden aus.

München - In Adelboden will Slalom-Ass Felix Neureuther seinen Triumph von Bormio wiederholen - trotz Verletzung.

So ganz ohne Verletzungen scheint es bei Felix Neureuther nicht zu gehen. Hier eine Fuß-OP, da ein demolierter Daumen, eigentlich immer ein schmerzender Rücken. Und trotzdem: Felix siegt! Zuletzt in Bormio, hoffentlich am Wochenende in Adelboden. Das tz-Interview:

Felix, brauchen Sie Schmerz, um erfolgreich zu sein?

Neureuther (lacht): Brauchen tu ich ihn nicht. Aber ganz ohne geht’s derzeit leider nicht, die Situation mit meinem Daumen ist noch nicht optimal.

Wie fühlt es sich an, wenn Sie, wie in Bormio, einen Schlag darauf bekommen?

Neureuther: Es tut brutal weh und man hofft, dass nicht noch mehr kaputtgeht.

Besteht denn die Gefahr?

Neureuther: Schon. Die Kapsel und die Sehne sind ganz ausgerissen. Es besteht die Gefahr, dass der Daumen lasch runterhängt und ich ihn nicht mehr ansteuern kann. Die Spannung könnte komplett weichen, wenn sich das Gelenk ungünstig verschiebt. Im Moment gehe ich das Risiko ein, nach der Saison muss die Hand operiert werden.

Können Sie irgendetwas Heilungsförderndes tun?

Neureuther: Ich könnte sechs Wochen einen Gips tragen, aber das geht gerade schlecht. Im Krankenhaus haben sie mir zwischenzeitlich eine spezielle Schiene verpasst, aber die hab’ ich wieder weggeschnitten, weil ich damit nicht Ski fahren konnte. Ich muss den Stock richtig greifen, um Stabilität im Oberkörper zu haben, das war mit der Schiene nicht möglich.

Besuch im Kindergarten von Maria & Felix

Hier drücken einige der größten Fans die kleinen Daumen: Impressionen aus dem Kindergarten St. Martin in Garmisch-Partenkirchen. Hier sind einst Maria Riesch und Felix Neureuther durch die Räume getobt. © sampics
Hier drücken einige der größten Fans die kleinen Daumen: Impressionen aus dem Kindergarten St. Martin in Garmisch-Partenkirchen. Hier sind einst Maria Riesch und Felix Neureuther durch die Räume getobt. © sampics
Hier drücken einige der größten Fans die kleinen Daumen: Impressionen aus dem Kindergarten St. Martin in Garmisch-Partenkirchen. Hier sind einst Maria Riesch und Felix Neureuther durch die Räume getobt. © sampics
Hier drücken einige der größten Fans die kleinen Daumen: Impressionen aus dem Kindergarten St. Martin in Garmisch-Partenkirchen. Hier sind einst Maria Riesch und Felix Neureuther durch die Räume getobt. © sampics
Hier drücken einige der größten Fans die kleinen Daumen: Impressionen aus dem Kindergarten St. Martin in Garmisch-Partenkirchen. Hier sind einst Maria Riesch und Felix Neureuther durch die Räume getobt. © sampics
Hier drücken einige der größten Fans die kleinen Daumen: Impressionen aus dem Kindergarten St. Martin in Garmisch-Partenkirchen. Hier sind einst Maria Riesch und Felix Neureuther durch die Räume getobt. © sampics
Hier drücken einige der größten Fans die kleinen Daumen: Impressionen aus dem Kindergarten St. Martin in Garmisch-Partenkirchen. Hier sind einst Maria Riesch und Felix Neureuther durch die Räume getobt. © sampics
Hier drücken einige der größten Fans die kleinen Daumen: Impressionen aus dem Kindergarten St. Martin in Garmisch-Partenkirchen. Hier sind einst Maria Riesch und Felix Neureuther durch die Räume getobt. © sampics
Hier drücken einige der größten Fans die kleinen Daumen: Impressionen aus dem Kindergarten St. Martin in Garmisch-Partenkirchen. Hier sind einst Maria Riesch und Felix Neureuther durch die Räume getobt. © sampics
Hier drücken einige der größten Fans die kleinen Daumen: Impressionen aus dem Kindergarten St. Martin in Garmisch-Partenkirchen. Hier sind einst Maria Riesch und Felix Neureuther durch die Räume getobt. © sampics
Hier drücken einige der größten Fans die kleinen Daumen: Impressionen aus dem Kindergarten St. Martin in Garmisch-Partenkirchen. Hier sind einst Maria Riesch und Felix Neureuther durch die Räume getobt. © sampics

Jetzt fahren Sie ohne Schutz?

Neureuther (lacht): Mein Physio ist im Moment der wichtigste Mensch in meinem Leben. Aber im Ernst, ich bekomme meinen Daumen vor jedem Rennen und Training getapet. Mit Schiene wär’s sicherer, aber damit habe ich kein Gefühl. Ich bin ein freiheitsliebender Mensch, ich fahre lieber ohne.

In Bormio hat’s geklappt…

Neureuther: Ich habe gewusst, dass ich schnell sein kann. Auch Levi und Val d’Isérè waren unter den damaligen Voraussetzungen gute Rennen. Der Sieg in Bormio hat mich nicht wirklich überrascht, fest damit gerechnet habe ich aber nicht.

Sie befinden sich in einer glücklichen Lage. Trotz drei ­Monaten Trainingsrückstand können Sie siegen.

Neureuther: Viereinhalb. Ich musste sogar viereinhalb Monate pausieren, zumindest was das Skifahren angeht.

Sie können aus wenig viel rausholen.

Neureuther: Das war schon immer so, leider muss man sagen. Auch in der Jugend war ich oft mit wenig Training schnell, da hat sich hier und da der Schlendrian eingeschlichen. Mittlerweile hat sich das geändert. Die letzten eineinhalb Monate habe ich richtig Gas gegeben. Und auch davor konnte ich immerhin Kraft und Ausdauer trainieren. Deswegen habe ich derzeit sehr schnelle Beine, ich fühle mich fast so gut wie nie.

Der steile Hang in Adelboden – kommt der Ihnen und Ihren Beinen entgegen?

Neureuther: Ich war dort im Slalom zweimal und im Riesenslalom einmal auf dem Podium. Damit erübrigt sich eigentlich die Antwort. Der Hang ist sehr schwer, aber das kommt mir entgegen, ich mag das. Eigentlich liegt er mir sogar viel besser als Bormio. Man muss halt nur taktisch klug fahren.

Hört, hört. Vor fünf Jahren wäre dieser Satz wohl so nicht gefallen.

Neureuther (lacht): Nein, der Felix von damals hätte das wohl nicht gesagt. Das ist der beste Beweis, dass auch ein Neureuther immer noch etwas dazulernen kann.

Sogar so viel, dass Sie mit Ihrem Papa Christian an Siegen gleichgezogen haben.

Neureuther: Stimmt, aber das spielt für mich keine große Rolle, ich muss ihn auch nicht aufziehen. Ich glaube, er freut sich auch, wenn ich noch mehr gewinne.

Vielleicht ist er nächste Mal wieder dabei.

Neureuther: Wegen mir gerne, aber das können meine Eltern machen, wie sie wollen. Momentan steht es 4:2: Bei zwei Siegen war der Papa nicht live dabei. Ich kann also auch ohne ihn siegen.

Interview: Mathias Müller

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