Bei Heim-WM am Königssee

Klar auf Titelkurs: Friedrich demontiert Konkurrenz

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Winkt hier der alte und neue Weltmeister? Francesco Friedrich ist im Zweierbob auf Titelkurs.

Königssee - Francesco Friedrich ist auf dem besten Weg, seine imposante Serie bei Zweierbob-Weltmeisterschaften auszubauen. Die Konkurrenz resigniert bereits.

Unter dem Jubel der Fans raste Francesco Friedrichs Bob in den Zielbereich am Königssee, und dem Weltmeister entfuhr ein lauter Schrei der Erleichterung. Zum Start in die Heim-WM hatte der Zweierbob-Spezialist die hohen Erwartungen nicht einfach nur erfüllt - er hatte die nationale und internationale Elite in den ersten zwei von vier Läufen geradezu deklassiert.

Am Sonntag greift Friedrich mit Anschieber Thorsten Margis nun nach seinem vierten WM-Titel in Serie. Angesichts von mehr als einer halben Sekunde Vorsprung auf den zweitplatzierten Kanadier Justin Kripps (+0,52) kann sich der 26-Jährige dabei sogar größere Fehler erlauben.

Friedrich freut sich auf „entspannten Abend“

"Das wird jetzt ein entspannter Abend", sagte Friedrich Minuten nach seinem Zieleinlauf im Plauderton, mit einem solchen Vorsprung hatte er selbst nicht gerechnet: "Es ist schon schwierig, auch wenn es vielleicht gerade nicht so aussieht. Eigentlich liegt mir diese Bahn nicht besonders."

Und eigentlich galt eher Vizeweltmeister Johannes Lochner (Stuttgart/+0,63) als Favorit auf seiner Hausbahn. Doch der gebürtige Berchtesgadener geht am Königssee sichtbar grippegeschwächt an den Start und liegt mit Joshua Bluhm zwischenzeitlich auf dem dritten Rang. "Ich habe Kreislaufprobleme", sagte er: "Ich hänge schon seit drei Wochen so rum. Der Kopf sagt ja, aber der Körper sagt nein."

Lochner glaubt nicht mehr an Siegchance

Unter diesen Voraussetzungen und angesichts des großen Rückstandes schrieb er den erhofften Sieg schon ab. "Der ist jetzt schon unerreichbar", sagte der 26-Jährige. Für Nico Walther (+0,90) setzt sich indessen die bislang durchwachsene Saison auch bei der WM fort. Der Oberbärenburger belegt gemeinsam mit Anschieber Eric Franke zur Wettkampf-Halbzeit nur den neunten Rang. Junioren-Weltmeister Richard Oelsner (Oberbärenburg/+1,72) liegt mit Alexander Schüller auf dem 27. Platz.

Friedrich hatte sich 2013 in St. Moritz zum jüngsten Zweierbob-Weltmeister der Geschichte gekrönt und seither stets WM-Gold im kleinen Schlitten gewonnen. 2015 siegte er in Winterberg und 2016 in Igls.

Wird Bestmarke von Monti eingestellt?

Mit einem Erfolg am Königssee wäre er endgültig einer der Besten und Erfolgreichsten seines Sports: Vier WM-Titel in Serie im Zweier feierte vor ihm nur der Italiener Eugenio Monti, der von 1957 bis 1961 sogar fünf Triumphe aneinander reihte.

Ein großer Makel in Friedrichs Bilanz sind allerdings die Winterspiele 2014 in Sotschi, bei denen der frühere Zehnkämpfer wie das gesamte deutsche Team ohne Medaille blieb. In einem Jahr bietet sich im südkoreanischen Pyeongchang nun die Chance zur Wiedergutmachung. Die vorolympische WM am Königssee soll dabei wegweisende Bedeutung haben.

sid

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