tz-Expertenkolumne

Wörndl: Der Felix? Ein Vollblutrennfahrer!

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Frank Wörndl ist Co-Kommentator bei Eurosport

München - Ex-Slalom-Weltmeister Frank Wörndl adelt in seiner tz-Expertenkolune Kämpfer Felix Neureuther. Stefan ­Luitz traut er in Sotschi eine Überraschung zu.

Felix Neureuther wird auch am Sonntag beim Riesenslalom in Alta Badia trotz seiner Verletzungen an den Start gehen. Da bin ich mir sicher. Felix ist ein harter Hund, von seinem maladen Daumen lässt er sich nicht ausbremsen. Außerdem ist er ein Vollblutrennfahrer und als solcher gibt es nichts Schlimmeres, als zu Haus zu sitzen, während die Konkurrenten um Siege fahren.

In Val d’Isère hat er sich den Umständen entsprechend sehr gut verkauft, der zehnte Platz war vollkommen in Ordnung. Das haben auch die Trainer so gesehen, nur er selbst war überhaupt nicht zufrieden. Aber das zeichnet ihn eben aus, er fährt immer am Limit und sucht keine Ausreden. Ein Verzicht käme auch deshalb nicht infrage, weil er um seine Position in der Gesamtwertung kämpft. In den technischen Disziplinen ist es von großem Vorteil, wenn man unter den besten sieben ist. Das könnte auch bei den Olympischen Spielen in Sotschi ein großer Trumpf werden.

Vielleicht schlägt dort auch schon die Stunde von Stefan ­Luitz. Nach seinem Kreuzbandriss im Februar ist es gewaltig, dass er jetzt schon wieder aufs Podium gefahren ist. Man darf von dem Jungen bloß nicht zu viel erwarten. Er wird immer besser, ist aber noch ein Newcomer. Platzierungen zwischen Rang fünf und zehn müssen sein Ziel sein, dann rückt er in der Gesamtwertung nämlich automatisch weiter nach vorne und hat schon im ersten Durchgang bessere Verhältnisse.

Der Einzige, bei dem ich mir ein bisschen Sorgen mache, ist Fritz Dopfer. Er fährt im Moment unter seinen Möglichkeiten, weiß aber wohl selbst nicht so genau, woran es liegt. Wichtig ist, dass er nicht zu sehr verkopft. Er hatte gute Teilerfolge und starke einzelne Durchgänge, daran muss er sich aufrichten. Auch für ihn ist es wichtig, dass er in der Gesamtwertung seine gute Platzierung halten kann.

Frank Wörndl, Eurosport-Kommentator

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