Freund setzt Höhenflug fort

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Severin Freund (Archivbild vom 16.01.2011)

Zakopane - Der Höhenflug von Severin Freund geht weiter: Mit dem dritten Podestplatz innerhalb einer Woche hat der Youngster seine Klasse eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Sechs Tage nach seinem überraschenden Triumph von Sapporo flog Freund von der Großschanze auf einen starken dritten Platz und musste sich dabei nur dem polnischen Lokalmatadoren Adam Malysz, der seinen 39. Weltcup-Sieg feierte, und dem Österreicher Andreas Kofler geschlagen geben.

„Es ist ein ziemlich geniales Gefühl, hier zu sprigen. Und dann noch auf dem Podest - das ist der Hammer“, sagte Freund, der nach seinem zweiten Sprung die Faust ballte. Dabei hatte der Senkrechtstarter mit 264,0 Punkten nur um 0,5 Zähler den zweiten Platz verpasst. Malysz (269,9) war dagegen unter den Augen von mehreren zehntausend Landsleuten nicht zu schlagen.

Doch vier Wochen vor der nordischen Ski-WM in Oslo hat Deutschland nach jahrelanger Durststrecke urplötzlich wieder einen großen Hoffnungsträger. In der vergangenen Woche hatte Freund im fernen Japan sensationell seinen ersten Weltcup-Sieg geholt und damit nach gut vier Jahren wieder für einen deutschen Erfolg gesorgt. Einen Tag später war er in Sapporo auf Platz zwei geflogen. Bundestrainer Werner Schuster, der in der Vorwoche die Erfolge noch vom Sofa aus verfolgt hatte, traute seinen Augen kaum, als Freund im ersten Durchgang unbeeindruckt von der großen Kulisse einen Satz auf 137 Meter hingelegt hatte.

Doch der 22-Jährige zeigte auch im zweiten Durchgang keine Nerven und ließ die geballte Skisprung-Prominenz, angeführt vom viermaligen Olympiasieger Simon Ammann über Vierschanzentournee-Sieger Thomas Morgenstern bishin zu Gregor Schlierenzauer hinter sich. Die restlichen deutschen Springer konnten dagegen im Windschatten von Freund nur bedingt überzeugen. Michael Uhrmann (Rastbüchl/236,4) wurde 16., nachdem er den ersten Sprung verpatzt hatte.

„Ich sehe, dass ich es kann. Irgendwann gelingen auch mal zwei gute Sprünge“, sagte Uhrmann. Dicht dahinter belegte Martin Schmitt (234) den 18. Platz. „Ich kann es besser, aber es war ein ordentlicher Wettkampf. Ich muss Geduld haben und weitermachen. Dann geht es in kleinen Schritten nach oben“, sagte Schmitt.

Der 32-Jährige war in Polen in den Weltcup zurückgekehrt, nachdem er in Sapporo noch pausiert hatte. Michael Neumayer (Berchtesgaden/230,1) und Pascal Bodmer (Meßstetten/213,4) mussten sich mit den Plätzen 20 und 29 begnügen. Stephan Hocke (Schmiedefeld/98,1) schied nach dem ersten Durchgang aus. Am Samstag und Sonntag geht es in Zakopane mit den Springen von der Großschanze weiter.

Von Stefan Tabeling

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