Friesinger: „Ich bin nicht die beste Kuh im Stall meines Mannes“

Anni Friesinger hat Ids Postma geheiratet
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Anni Friesinger hat Ids Postma geheiratet

Berlin - Anni intim: Eisschnelllaufstar Anni Friesinger spricht im Interview mit der tz über ihre „traumhafte Ehe“ mit ihrem Kollegen Ids Postma und über dessen Bauernhof.

Die deutschen Meisterschaften am Wochenende in Berlin musste sie verletzt absagen – Anni Friesingers rechtes Knie braucht nach den harten Trainingswochen eine Ruhepause. Das tz-Interview mit der Olympiasiegerin (32).

Frau Friesinger, gefährdet das Knie einen Olympiastart?

Friesinger: Nach meiner Knieoperation habe ich mich wieder in Form gequält. Es war eine harte Zeit. Jetzt will ich nichts kaputt machen. Die Ärzte haben mir eine kurze Ruhe verordnet. Wenn ich laufe, ist mir alles wurscht, aber wenn das Rennen vorbei ist, tut mit alles weh. Beim Weltcup nächste Woche gehe ich an den Start.

Sie haben im Sommer geheiratet. Wie läuft die Ehe?

Friesinger: Es ist wunderbar. Ids und ich fühlen uns jetzt noch näher verbunden. Die Liebe ist wunderbar.

Sie sehen sich durch Ihren Sport recht selten…

Friesinger: Das ist richtig. Da in Inzell eine neue Eisschnelllauf-Halle gebaut wird, trainiere ich jetzt die meiste Zeit in Erfurt. Von dort fahre ich am Wochenende oder freien Tagen schnell nach Holland. Als wir früher beide noch aktiv waren, hat es bei uns öfter gekriselt. Das ist vorbei. Wir führen eine traumhafte Ehe. Irgendwie fühle ich mich super.

Wirkt sich das auch auf die Leistung aus?

Friesinger: Das hoffe ich ganz fest. Meine Trainingszeiten stimmen mich optimistisch.

Sie haben Ihren ersten Wohnsitz weiterhin in Salzburg. Warum ziehen Sie nicht zu Ihrem Mann?

Friesinger: Das hat mehrere Gründe. Erstens kann ich nicht ständig in Heerenveen trainieren. Da wäre ich jeden Tag unter Beobachtung meiner schärfsten Konkurrentinnen. Dazu baut Ids seinen Bauerhof um. Er baut für uns ein ganz neues Wohnhaus. Da ist Chaos angesagt. Ich würde mich in dem Durcheinander nicht richtig wohlfühlen. Vor Olympia macht das keinen Sinn. Ids hat inzwischen einen mittelständischen Landwirtschaftsbetrieb mit 300 Kühen. Er braucht mich nicht jeden Tag, denn ich bin bestimmt nicht die beste Kuh in seinem Stall. Meine Wohnung in Salzburg bleibt, schon wegen der Kulturstadt und weil meine Mutter jetzt auch dort wohnt.

Wie wichtig sind die Männer um Sie herum?

Friesinger: Am wichtigsten ist mein Mann. Er gibt mir Halt. Ihn liebe ich. Für das Sportliche ist mein Trainer Gianni Romme die Nummer eins. Ein Sonderstellung hat mein knapp einjähriger kleiner Neffe. Der Sohn meines Bruders.

Wie gefällt Ihnen eigentlich das Eisschnelllauf-Oval für Olympia in Vancouver?

Friesinger: Für mich ist es gut, dass es sich dort um keine Höhenbahn handelt. Dadurch habe ich weniger Probleme mit der Luft. Die Kanadier werden bestimmt ein ganz schnelles Eis hinzaubern. Das kommt mir entgegen.

Sie haben im Sommer Flugunterreicht genommen. Eine Schnapsidee?

Freisinger: Überhaupt nicht. Wegen Olympia unterbreche ich die Ausbildung, mache aber danach weiter. Im nächsten Jahr mache ich meinen Flugschein für Privatflugzeuge. Vielleicht ist das eine berufliche Perspektive. Mein Fluglehrer fliegt Jumbos und Airbusse. Vielleicht mache ich die Ausbildung in diese Richtung weiter. Fliegen ist ein super Gefühl.

Was sagen Sie zur Affäre um Claudia Pechstein?

Friesinger: Kein Kommentar.

Hören Sie nach Olympia auf?

Friesinger: In Inzell wird die Eishalle gebaut. 2011 ist dort die WM. Ich werde mich das eine Jahr noch quälen. Ich bin ein Kind der Berge. In Inzell hat meine Laufbahn begonnen, dort hatte ich eine wunderbare Kindheit und Jugend. In Inzell will ich meine Laufbahn abschließen.

Interview: Manfred Hönel

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