tz-Interview

Dopfer: "Ich war den Tränen nahe"

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Größter Erfolg: Bei der WM gewann Fritz Dopfer Silber.

München - Anfang der Woche erwischte auch Fritz Dopfer die Grippewelle. Zum Riesenslalom am Sonntag (10.15 und 13.00 Uhr, ZDF und Eurosport) auf der Kandahar ist der 27-Jährige wieder fit. Das tz-Interview.

Fritz, Gratulation, Sie haben mit Hermann Maier gleichgezogen!

Dopfer: Wie bitte? Warum das denn?

In Maiers Heimatort Flachau gibt es den Hermann-Maier-Patz. In Leutasch wird jetzt ein Platz nach Ihnen benannt.

Dopfer: Ach so, ja, das ist eine große Ehre, damit hatte ich nicht gerechnet.

Viele Kollegen haben das nicht erreicht.

Dopfer: Da muss ich Sie korrigieren. Wenn ich von Leutasch nach Garmisch-Partenkirchen zum Training fahre, komme ich zum Beispiel immer am Martina-Glagow-Platz (benannt nach der Biathletin Martina Glagow, Anm. d. Red.) vorbei.

Am Freitag wurden Sie in Garmisch geehrt, am Freitag vor einer Woche wurden Sie in Leutasch empfangen.

Dopfer: Garmisch ist mein Trainingsmittelpunkt, deswegen habe ich mich sehr über den Empfang gefreut, ich freue mich sowieso über jeden Glückwunsch. In Leutasch habe ich den Organisatoren gesagt, dass sie nichts Großes machen sollen. Dass so viele Leute gekommen sind, hat mir imponiert.

Der ganze Dorfplatz soll voll gewesen sein?

Dopfer: Das stimmt, aber der Dorfplatz in Leutasch ist nicht so groß wie der Marienplatz in München, da sollte man die Kirche im Dorf lassen. Aber die Feier war toll, ich wurde von einem ehemaligen Schulkollegen auf einer Kutsche reingefahren, meine Eltern, meine Oma, viele Freunde und Einheimische waren vor Ort. Da habe ich erst realisiert, wie viele Menschen sich mit mir freuen. Ich weiß das zu schätzen, das waren emotionale Momente, da war ich den Tränen nahe.

Bei Ihnen muss man wohl keine Angst haben, dass Sie deswegen abheben?

Dopfer: Ich kann das gut einordnen. Es bestätigt mich darin, dass ich auf dem richtigen Weg bin, den will ich weitergehen. Zumal es noch genug Ziele gibt. Der WM-Riesenslalom war ernüchternd, da bin ich richtig schlecht gefahren. Drei Riesenslaloms stehen noch aus, aktuell bin ich in der Wertung Vierter und im Slalom Dritter. Diese Plätze will ich mindestens halten.

Dritter, Vierter, das liest sich traumhaft.

Dopfer: Es macht Lust auf mehr, ich habe mich in den letzten Jahren Schritt für Schritt gesteigert. Von den Weltcuppunkten her ist es sicher meine beste Saison.

Am Sonntag kommt es zwischen dem SC Garmisch und dem SC Partenkirchen beziehungsweise Fritz Dopfer und Felix Neureuther zum großen Heim-Duell.

Dopfer: Vor zwei Jahren war ein Sieg schon einmal in Reichweite. Nach dem ersten Durchgang war Felix Erster und ich Dritter, wie schnell es gehen kann, haben wir gesehen. Ich habe im zweiten Lauf am dritten Tor eingefädelt, bin auf den Kopf gefallen und wurde im Helikopter abtransportiert. Felix hat gepatzt und wurde Zwölfter. Am Sonntag ist ein neues Rennen, wir konnten zuletzt zwei Tage auf der Kandahar trainieren, hoffentlich können wir den Vorteil nutzen.

Wie lauten die Trainingserkenntnisse?

Dopfer: Die Piste ist hart, verlangt uns Fahrern alles ab. Speziell im Streckenteil freier Fall gibt es drei, vier Tore, die extrem Steil sind. So steil kommt es einem nicht mal am Chuenisbärgli in Adelboden vor.

Interview: Mathias Müller

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