Zwar haben die warmen Temperaturen den WM-Pisten zugesetzt, doch ist die Schneeauflage noch ausreichend

"Gibt es noch genügend Schnee auf der Kandahar?"

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Chef-Rennleiter Heinz Mohr

Garmisch-Partenkirchen -Das Wetter hat in den vergangenen Tagen eher an Frühling erinnert als an Winter. Über die Schneesituation auf den Pisten spricht Chef-Rennleiter Heinz Mohr im Interview:

Herr Mohr, sind nach dem Tauwetter der vergangenen Tage die Rennen bei der Ski-WM im Februar gefährdet?

Nein, auf keinen Fall. Wenn die Temperaturen in den kommenden Tagen so geblieben wären, wäre es bedenklich geworden. Aber so wie sich das Wetter im Moment abzeichnet, müssen wir uns keine Sorgen machen. Es wird ja wieder kälter und außerdem soll es ab morgen schneien.

Gibt es überhaupt noch genügend Schnee auf der Kandahar?

Die Schneeauflage ist fast überall noch ausreichend. An einigen Stellen wie zum Beisspiel Freier Fall oder Eishang ist sie aber schon sehr mager und momentan nicht befahrbar. Wir werden deshalb, sobald es die Temperaturen zulassen, ergänzend beschneien. Zwei, drei Tage, dann müsste alles auf dem Stand für die WM sein.

Und am Gudiberg?

Dort schaut es eigentlich noch ganz gut aus. Im Start und Zielbereich, könnten wir noch ein bisschen vetragen. Darum werden wir auch dort noch Depots anlegen, um ganz sicher zu gehen.

In welchem Zustand ist denn der Schnee?

Momentan ist der Schnee, wie wir sagen, tot. Durch die Wärme und den Regen sind die Kristalle zerstört. Das sind derzeit nur noch Kügelchen. In gefrorenem Zustand ist es reines Eis. Wenn es warm wird, zerfällt alles, wird es zu Wasser und fließt davon.

Und wie können Sie das wieder retten?

Durch beschneien, was wir in den kommenden Tagen, wenn es kalt genug ist, machen werden. Der angekündigte Schneefall hilft uns natürlich auch. Wenn sich der alte mit dem neuen Schnee vermischt, dann wird ein Prozess in Gang gesetzt. Und am Schluss haben wir wieder eine Schneedecke, wie es die Rennläufer mögen. Pistenchef Mike Bräu und seine Leute haben da viel Erfahrung. Die schaffen das.

Zum Training stehen die Pisten aber momentan nicht zur Verfügung, oder?

Doch schon. In den nächsten Tagen kommt zum Beispiel die Kathrin Hölzl (Riesenslalom-Weltmeisterin, d. Red.). Und Fanny Chmelar wird am Gudiberg Slalom trainieren. Bis zehn Tage vor den WM-Rennen ist das ja noch erlaubt, und das wollen die Athleten natürlich ausnutzen. Wir werden das so koordinieren, dass wir Training und Beschneien parallel hinbekommen.

Das Gespräch führte Alexander Schwer

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