tz-Kolumne

Heinrich heute: Leo Neuner

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Magdalena Neuner und ihr Josef

München - tz-Kolumnist Jörg Heinrich betrachtet in der Rubrik "Heinrich heute" die Sportwelt. Diesmal schreibt er über die Hoffnungen, die mit dem erwarteten Nachwuchs von Magdalena Neuner verbunden sind.

Es gibt wieder Hoffnung für den deutschen Wintersport, dank des fabelhaften Sohns, den unsere Lena Neuner nächstes Jahr auf die Welt bringt. Bereits bei der nächsten Olympiabewerbung für die Spiele 2034 soll auf dem Wahlzettel stehen: „Wollen Sie, dass sich München bewirbt, wenn Leo Neuner mitmacht?“ Erwartet wird eine Zustimmung von 106 Prozent. Allerdings ist noch nicht restlos klar, ob der Bub tatsächlich Wintersportler wird. Auch Pep ist begeistert, er spricht von Super-Super-Genen und hofft auf einen Mittelfeldspieler. Red Bull hat Interesse an einer Frühförderung angemeldet, besteht aber auf einer Entbindung in Innsbruck, damit der Bursch für Österreich auf der Streif gewinnt. Und wenn’s nur ein Mädel wird? „Frauenrodlerinnen hamma genug“, grantelt der Franz, „dann müssen’s die beiden halt nochmal probieren“.

Jörg Heinrich

"Das ist eine Klatsche": Stimmen zum Aus für Olympia 2022

Hauptgeschäftsführer Peter Driessen von der Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern: „Die Olympischen Winterspiele 2022 in der bayerischen Landeshauptstadt, in Garmisch, Ruhpolding und im Berchtesgadener Land auszurichten, hätten dem Wirtschaftsstandort enormen Rückenwind geben. Diese Riesen-Chance ist nun perdu. Jetzt ist es wichtig, den Kopf nicht in den Sand zu stecken und weiter an der Zukunft des Standorts Oberbayern zu arbeiten.“ © Bodmer Oliver
Georg Grabner (li., CSU), Landrat im Kreis Berchtesgadener Land: „Ich bin natürlich enttäuscht. Es wäre die einmalige Chance gewesen, der Welt und dem Internationalen Olympischen Komitee zu zeigen, dass man Olympische Winterspiele auch ohne Gigantismus und Naturzerstörung durchführen kann.“ © dpa
Sven Hannawald, früherer Skisprung-Star: „Das ist eine Klatsche, wie ich sie im Leben nie erwartet hätte, ein 0:4-Debakel. Wie will man so ein Highlight wie Olympische Spiele jetzt noch nach Deutschland bringen?“ © dpa
Ludwig Hartmann, Grünen-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag: „Das Votum ist kein Zeichen gegen den Sport, aber gegen die Profitgier des IOC. Ich glaube, in ganz Deutschland sind Olympia Bewerbungen mit dem heutigen Tag vom Tisch. Die Menschen im Ballungsraum München und die Natur in den bayerischen Alpen haben einen wichtigen Sieg errungen.“ © dpa
Maria Höfl-Riesch, Ski-Olympiasiegerin: „Ich weiß nicht, woran es lag. Es ist traurig, aber wahr. Wir haben in den letzten zwei Wochen noch einmal alles mobilisiert. Wir müssen jetzt in der Niederlage Größe beweisen. Der eine oder andere wird es später vielleicht noch bereuen.“ © dpa
Markus Rinderspacher, SPD-Fraktionschef im Bayerischen Landtag: „Ich finde es sehr bedauerlich, dass die Bürgerentscheide keine Mehrheit für eine Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2022 gebracht haben. Wir werden dieses Ergebnis akzeptieren. Ich hätte mich auf die sportlichen Spitzenwettbewerbe in unserer Heimat gefreut, die Welt geht deswegen aber nicht unter.“ © dpa
Thomas Schmid, Bürgermeister Garmisch-Partenkirchen: „Ich hoffe sehr, dass diese demokratische Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger von allen Seiten akzeptiert wird. Ich persönlich glaube, dass es unsere letzte Chance war, Winterspiele zu bekommen.“ © dpa
Hermann Steinmaßl (li., CSU), Landrat im Landkreis Traunstein: „Ich bin enttäuscht, dass sich eine so deutliche Mehrheit gegen Olympische Winterspiele ausgesprochen hat. Ich konnte das Ergebnis noch nicht analysieren. Aber es gibt im Sport nur Sieg oder Niederlage. Alle vier Abstimmungsorte haben verloren.“ © dpa
Christian Ude, Oberbürgermeister München. „Ich bin der Ansicht, dass es nicht am Konzept gelegen hat. Es ist eher eine zunehmend kritische Einstellung von Bevölkerungsteilen gegen Sport-Großereignisse. Wir haben mit großer Überraschung zu Kenntnis genommen, dass im Landkreis Traunstein, der unbedingt beteiligt werden wollte, die Ablehnung noch größer ausgefallen ist.“ © dpa
Michael Vesper, DOSB-Generaldirektor: „Ich bin sehr enttäuscht. Das ist sehr bitter für den deutschen Sport, dass wir nicht die Chance bekommen haben, der Welt zu zeigen, wie man heutzutage nachhaltige Olympische Winterspiele veranstalten kann. Ausschlaggebend ist für mich die zunehmende Skepsis in Deutschland gegenüber Großereignissen.“ © dpa
Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes Naturschutz in Bayern: „Ökologisches Bewusstsein und Heimatliebe der Bürger haben über Kommerz und Gigantismus gesiegt. Dies ist ein Weckruf an das Internationale Olympische Komitee und den Deutschen Olympischen Sportbund, wieder zum Ursprung der olympischen Idee zurückzukehren und sich von einseitigen Knebelverträgen zu verabschieden.“ © dpa
Josef Fendt, Präsident des Internationalen Rennrodelverbandes (FIL): „Ich bin sehr enttäuscht. Das hätte ich nicht gedacht. Ich glaube, viele Bürger waren nicht richtig informiert. Für die olympische Bewegung ist es bedenklich. Wenn sich solche traditionellen Länder wie die Schweiz oder Deutschland als Ausrichter zurückziehen, ist dies eine gefährliche Entwicklung.“ © dpa

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