"Herminator" feiert Abschied mit rauschendem Fest

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Der "Herminator" auf seiner Abschiedsparty.

Wien - Ein “Hermann-Maier-Platz“, zahlreiche Promi-Gäste und Freibier für alle: Mit einer rauschenden Party hat der “Herminator“ an seinem 37. Geburtstag seinen Abschied aus dem professionellen Skirennsport gefeiert.

Insgesamt 4500 Gäste hatten sich am Montagabend in Maiers Salzburger Heimatgemeinde Flachau zu einer offiziellen Zeremonie versammelt - auf dem Hauptplatz des Ortes, der nun nach dem österreichischen Ski-Idol benannt ist. Anschließend ließ es das Party-Volk in einem riesigen Festzelt richtig krachen. “Die Maier-Sause“, titelte die Zeitung “Der Standard“ am Dienstag.

Zu Maiers Gratulanten gehörten Österreichs Abfahrts-Ass Michael Walchhofer, Skisprung-Gesamtweltcupsieger Gregor Schlierenzauer, Niki Lauda und ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel. Bundespräsident Heinz Fischer sowie Ski-Kollege Benjamin Raich und Tennis-Star Roger Federer grüßten per Videobotschaft.

Die 10 Skipisten-Gebote

Die 10 Skipisten-Gebote
Bevor es auf die Piste geht, steht Sicherheit an erster Stelle. Ein passender Helm gehört dazu. © dpa
Die 10 Skipisten-Gebote
Die erste Regel der FIS ( Fédération Internatinale de Ski): Rücksicht - Jeder Ski- und Snowboardfahrer muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet oder schädigt. © dpa
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2. Beherrschung der Geschwindigkeit und der Fahrweise: Jeder muss auf Sicht fahren. Die Geschwindigkeit muss Können sowie Gelände-, Schnee- und Witterungsbedinungen angepasst werden. © dpa
Die 10 Skipisten-Gebote
3. Wahl der Fahrspur : Wer sich von hinten einem anderen Skifahrer nähert, darf diesen nicht gefährden. © dpa
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4. Überholen: Überholt werden darf von oben oder unten, von rechts oder links, aber immer nur mit Abstand, der anderen auf der Piste genügend Platz lässt. © dpa
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5. Einfahren und Anfahren: Jeder, der in eine Skiabfahrt einfahren, nach einem Halt wieder anfahren oder hangaufwärts schwingen oder fahren will, muss sich nach oben und unten vergewissern, ob er dadurch andere gefährdet. © dpa
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6. Anhalten: Skifahrer und Snowboarder müssen vermeiden, sich ohne Not an engen oder unübersichtlichen Stellen einer Abfahrt aufzuhalten. © dpa
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7. Aufstieg und Abstieg: Jeder, der aufsteigt oder zu Fuß absteigt, muss den Rand der Abfahrt benutzen. © dpa
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8. Beachten der Zeichen: Skifahrer und Snowboarder müssen die Markierung und die Signalisierung beachten. © dpa
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9. Hilfeleistung: Bei Unfällen ist jeder zur Hilfeleistung verpflichtet. © dpa
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10. Ausweispflicht: Jeder Skifahrer und Snowboarder, ob Zeuge oder Beteiligter, muss bei einem Unfall seine Personalien angeben. © dpa

Zum Feiern hatte Maier auch allen Grund. “Papier lügt nicht. Nach Stenmark bin ich der Erfolgreichste. Noch vor Tomba“, sagte der Doppel-Olympiasieger stolz. Die Entscheidung, sich vier Monate vor den Winterspielen in Vancouver aus dem Skirennsport zurückzuziehen, bedauert er nicht. “Ja, es ist ein Abschiedsfest. Ich bin aber nicht melancholisch oder traurig, seit ich am 13. Oktober meinen Rücktritt verkündet habe, habe ich diesen Schritt nie bereut“, sagte er.

Dabei hatte Maier bei der Bekanntgabe seines Rücktritts noch Tränen in den Augen. Dennoch bezeichnete er schon damals den Zeitpunkt als “optimal“. Mit 54 Erfolgen ist der dreimalige Weltmeister hinter Schwedens Ski-Legende Ingemar Stenmark (86) Zweiter in der ewigen Bestenliste des Ski-Weltcups. Unvergessen sind auch Maiers Qualitäten als Stehaufmännchen. Zu den größten Comebacks der Sportgeschichte zählt das nach seinem Motorradunfall 2001, als Maier um seinen rechten Unterschenkel bangen musste. Doch er kämpfte sich zurück und holte 2003/04 seinen vierten Erfolg im Gesamtweltcup.

Er hat immer wieder bewiesen, dass er auch in scheinbar aussichtslosen Situationen erfolgreich ist“, lobte der Herrenchef des österreichischen Skiverbandes (ÖSV), Toni Giger, am Montagnachmittag aus dem amerikanischen Beaver Creek. “Das erinnert mich ans antike Heldentum, auch dort stand man oft vor unüberwindbaren Hindernissen und hat es dennoch geschafft.“

Wie es weitergeht, hält Maier sich offen. Gerüchte, er wolle für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren, nannte er “Blödsinn“. Eine Tätigkeit als Sicherheitsbeauftragter der FIS scheint ihn hingegen zu interessieren: “Ich glaube, da gibt es viel Handlungsbedarf, aber entschieden ist nichts“, sagte er. Vorerst genießt er das Leben als Privatier: “Ich bin gesund und stolz, dass ich so lange und zum Teil so überlegen an der Spitze stehen durfte. Jetzt will ich vor allem meine Ruhe.“ Montag haute er aber noch einmal richtig auf den Putz: Nach dem offiziellen Teil hieß es: “Freibier für alle!“

dpa

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