Hitziges Halbfinal-Duell

München nach Plachta-Strafe im Finale? Wolf kritisiert Übeltäter

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Münchens Konrad Abeltshauser (l) versucht Mannheims Matthias Plachta den Puck abzunehmen.

Eine hitzige Atmosphäre prägt das Halbfinal-Duell zwischen München und Mannheim. Eine Undiszipliniertheit von Nationalspieler Matthias Plachta sorgt für die erste Finalchance des Titelverteidigers. Am Freitag kann die Entscheidung fallen.

Mannheim/München - Mannheims Trainer Bill Stewart redete bei der letzten Pressekonferenz vor dem ersten K-o.-Spiel ebenso wenig wie der Münchner Coach Don Jackson. Nach gerade einmal einer Minute war alles gesagt. „Mein Vater hatte eine Weisheit: Wenn es nichts Gutes zu sagen gibt, sei lieber ruhig. Ich bin heute ruhig“, erklärte Stewart. Gesprächsstoff bietet das hitzige Halbfinal-Duell in der Deutschen Eishockey Liga zwischen Mannheim und Titelverteidiger EHC Red Bull München aber eigentlich mehr als genug. Für Stewart überwog allerdings das Negative, droht seinem Team doch schon am Freitag (19.30 Uhr, mannheim24.de* berichtet im Live-Ticker) das Aus. Mit einem Heimsieg steht München erneut im Finale.

Als sich die Trainer-Kollegen in aller Kürze am späten Mittwochabend verabschiedeten, verschwand Mannheims Nationalspieler Matthias Plachta kommentarlos. Seine Disziplinlosigkeit war der Hauptgrund dafür, dass die Adler trotz eines furiosen Beginns mit 3:6 verloren hatten und in der Serie mit 1:3 in Rückstand geraten waren.

Plachta mit zwei Aussetzern innerhalb weniger Sekunden

Nach einem Stockschlag gegen EHC-Verteidiger Markus Lauridsen kassierte Plachta eine Spieldauerstrafe, die den Adlern die Chance auf einen überraschenden, aber nicht unmöglichen Finaleinzug genommen haben dürfte. In der folgenden fünfminütigen Überzahl drehte der Hauptrundensieger nach einem 0:2 die Partie. Die Mannheimer waren zuvor das bessere Team, der Serien-Ausgleich möglich gewesen. „Ich gratuliere unserer Mannschaft zu dem Super-Comeback. Heute ist nicht mehr zu sagen“, waren anschließend Jacksons wenige Worte.

Münchens Lauridsen droht verletzungsbedingt das vorzeitige Saisonende, von einem gebrochenen Finger war schnell die Rede. Und das ausgerechnet nach einem Vergehen von Plachta, der in Spiel eins selbst vom üblen Check des Münchners Steven Pinizzotto betroffen war. Die DEL hatte dem Übeltäter im Nachhinein eine Fünf-Spiele-Sperre aufgebrummt. Eine Entscheidung über eine weitere Strafe für Plachta stand am Donnerstag noch aus. Ein Stockstich des Stürmers gegen Maximilian Kastner war zudem im Spiel ungeahndet geblieben.

„Wer ein Führungsspieler sein will, muss auch ein paar Sachen runterschlucken“

Plachta hatte nach dem überharten Einsteigen von Pinizzotto ein Spiel verpasst, in München war er dann bei seiner Rückkehr ins Team mit Schmährufen bedacht worden. Statt auf dem Eis die passende Antwort zu geben, schien es ihm nun nicht zu gelingen, bei all der Aufregung kühlen Kopf zu bewahren. „Wer ein Führungsspieler sein will, muss auch ein paar Sachen runterschlucken, der Mannschaft zuliebe“, sagte Plachtas Sturmkollege David Wolf.

Pinizzotto war von der DEL auch mit einer Geldstrafe belegt worden. Ebenso Mannheims Trainer Stewart, der nach dem überharten Einsteigen gegen Plachta die Schiedsrichter harsch kritisiert hatte. DEB-Vizepräsident Marc Hindelang hatte bei tz.de* schon davor gewarnt, mit „Vorkommnissen, die unschön sind“, die positive Eishockey-Stimmung in Deutschland zu beschädigen. Am Freitag steht jetzt allerdings die Titelchance für München und das Saisonaus für Mannheim auf dem Spiel. Eine erneut hitzige Atmosphäre ist nicht ausgeschlossen.

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dpa

*mannheim24.de, tz.de und merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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