Höfl-Riesch im tz-Interview: "Das fand ich schon komisch"

„Ich mag hübsche Kleider und ziehe mich gern schön an“, sagt Maria Höfl-Riesch

Kitzbühel - Jetzt spricht die Ski-Königin! Die tz traf mit Maria Höfl-Riesch und ihren Mann und Manager Marcus Höfl zum Interview. Dabei setzt sie sich gegen die jüngste Kritik zur Wehr.

Maria Höfl-Riesch mit tz-Reporter Mathias Müller

Nach dem verpatzten Saisonstart in Sölden (Platz 24 im Riesenslalom) will Maria Höfl-Riesch in Aspen/Colorado richtig angreifen. Am Wochenende stehen ein Riesenslalom und ein Slalom auf dem Programm. „Ich werde mein Bestes geben, um den misslungenen Saisonstart von Sölden schnell vergessen zu machen“, sagt die Doppel-Olympiasiegerin. Die tz sprach mit Maria Höfl-Riesch und ihrem Mann und Manager Marcus Höfl über Kritik, Kochen, Kapital und Karriere.

Frau Höfl-Riesch, täuscht der Eindruck, dass bei Ihnen in Sölden meistens nicht viel zusammengeht?

Höfl-Riesch: Vergangenes Jahr war ich immerhin Fünfte – das war ein toller Erfolg. Dieses Jahr war’s leider nix. Ich pflege zu Sölden eine gewisse Hassliebe. Es ist ein cooler, interessanter Hang, nur mein Abschneiden ist manchmal nicht so wie erhofft.

Auf die Chance, ein gutes Resultat einzufahren, mussten Sie nun länger warten.

Höfl-Riesch: Ja, aber das hat Vor- und Nachteile. Vor Sölden habe ich viel Riesenslalom trainiert, da kam der Slalom etwas zu kurz. Ich hatte noch ein paar Probleme in der Abstimmung. So gesehen war es vielleicht gar nicht schlecht, dass ich noch ein bisschen Zeit zum Trainieren hatte.

Wie sehr nerven Sie derzeit Fragen nach dem Gesamtweltcup, Ihrer Motivation oder Lindsey Vonn?

Höfl-Riesch: Dass es nach dem ersten Rennen gleich Diskussionen gab, ob ich den Gesamtweltcup gewinnen kann, fand ich schon komisch, denn es war nur das erste von 41 Rennen. Dass ich mich als Spitzensportlerin mit Kritik auseinandersetzen muss, wenn es nicht läuft, ist aber normal. Nur die Grundsatzfragen, ob ich keine Motivation mehr habe oder ob ich zu dünn sei, die sind überflüssig.

Sie sprechen Ihren Gewichtsverlust von sieben Kilo an. Haben Sie damit gerechnet, dass der so viel mediale Beachtung findet?

Höfl-Riesch: Nein, überhaupt nicht. Für mich hat sich nichts verändert. Ich trainiere genauso viel und genauso intensiv wie zuvor auch. Ich fühle mich wohl und habe gute Werte im Kraft- und Ausdauerbereich. Ich spüre viel Power beim Training und fühle mich wendig auf dem Ski. Nur weil das erste Rennen nicht so gut gelaufen ist wie erhofft, kommentieren alle mein Gewicht. Das verstehe ich nicht.

Und nun?

Höfl-Riesch: Am besten, ich fahre demnächst ein gescheites Ergebnis ein.

Schlank muss ja nicht unbedingt schlecht bedeuten.

Höfl-Riesch: Eben, im Weltcup fahren einige schlanke Fahrerinnen mit. Und durch meine Größe bin ich sowieso nicht die Leichteste. Ich denke, ich habe schon noch genug Kilos für die Abfahrt.

Ihr Gewichtsverlust resultiert aus der Ernährungsumstellung: weniger Milch, Kohlenhydrate, Süßes. Gab’s dafür einen Grund?

Höfl-Riesch: Das lag an Unverträglichkeiten gegenüber gewissen Molkenproteinen und Eiweißgeschichten, das ist alles ein bissel kompliziert.

Haben Sie die schon immer?

Höfl-Riesch: Nein, ich habe im Sommer eine Blutuntersuchung machen lassen, weil ich mich in der Vergangenheit oft nicht gut gefühlt habe. Ich hatte immer wieder ein Unwohlsein im Bauch und habe gemerkt, dass mein Körper gewisse Sachen nicht so gut aufnehmen und verdauen kann.

Wie wird so eine Unverträglichkeit ausgelöst?

Höfl-Riesch: Zum Beispiel durch eine Antibiotikumbehandlung, und so eine hatte ich in den vergangenen Jahren. Ich musste mich wegen der Sache schon ganz schön umstellen, habe mich mit dem Thema sehr ernst beschäftigt und endlich etwas gefunden, damit ich mich wohlfühle und es mir gut geht. Trotzdem meinen jetzt einige, das wäre schlecht für mich. Dabei ernähre ich mich um einiges gesünder als vorher.

Wenn Sie und Ihr Mann Marcus in Kitzbühel zusammen daheim sind: Wer kocht dann?

Höfl-Riesch: Normalerweise haben wir eine gerechte Arbeitsteilung und machen es zusammen. Kurz vor meiner Abreise nach Nordamerika hatte ich allerdings das Glück, von Marcus bekocht zu werden. Es gab Rinderfilet mit Gemüse.

Und wie war’s?

Höfl-Riesch: Super lecker, besser als in jedem Lokal.

Sie dürfen ruhig ehrlich sein.

Höfl-Riesch: Doch, wirklich. (schaut zu ihrem Mann). Gell, das ist dir super gelungen!

Höfl: Na, wenn du das sagst.

Höfl-Riesch: Na ja, dir hat’s doch auch geschmeckt, oder?

Höfl: Natürlich, aber mit den Gewürzen vom Schuhbeck kann jeder Anfänger kochen.

Wenn Sie so ein guter Koch sind, könnten Sie Maria ab jetzt ja öfter verwöhnen!

Höfl: Es ist halt immer auch eine Zeit- und Einkaufsfrage. Es kommt nicht besonders oft vor, dass wir beide länger zusammen in Kitzbühel sind. Aber grundsätzlich macht mir das Kochen Spaß und ich finde, es beruhigt, wenn man so vor sich hin schneidet. Da kann man super abschalten.

Maria, Ihr Marcus scheint ein toller Typ zu sein. Er kocht für Sie und nebenbei ist er auch noch Ihr Manager. Am Anfang Ihrer Karriere gingen Ihre Einnahmen noch zu Papa Siegfried, oder?

Höfl-Riesch (lacht): Das Geld ging schon auf mein Konto. Er hat drauf geschaut, dass es vernünftig angelegt wird. Er ist ein guter Geschäftsmann, da ist es nur normal, dass ich es ihm anvertraut habe.

Wie viel Einblick haben Sie denn heute in Ihre Finanzen?

Höfl-Riesch: Ich habe großes Vertrauen zu meinem Vater, er kümmert sich nach wie vor um meine Finanzen. Er hat einen Vermögensberater, der seine und meine Sachen verwaltet. Ich will nicht sagen, dass Geld nicht wichtig ist. Natürlich ist es schön, wenn man sich auch mal etwas Teureres leisten kann. Aber es ist nicht das Wichtigste im Leben.

2004 waren Sie auf der Suche nach einem Manager und haben gesagt: „Am besten jemand, der nicht von meinen Einkünften abhängig ist.“ Wie sieht das heute aus?

Höfl-Riesch: Marcus betreut ja auch Franz Beckenbauer als Manager – dagegen sind meine Einnahmen Peanuts.

Sie haben auch gesagt, Ihr zukünftiger Manager solle Sie nicht „zu jedem Schmarrn überreden“.

Höfl-Riesch: Ich mache nur das, was mir gefällt, und wo ich voll dahinterstehe. Wir besprechen alles miteinander, jeder sagt seine Meinung. Meistens sind wir uns einig. Nur manchmal müssen wir ein bisschen diskutieren, um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Aber das ist doch normal.

Hört sich sehr harmonisch an. Dürfen wir das auch auf Ihre Beziehung übertragen?

Höfl-Riesch: Eigentlich schon…

Höfl: Außer beim Backgammon vielleicht.

Höfl-Riesch: Da kann halt nur einer gewinnen.

Wie sieht’s aus, wenn Sie zusammen Skifahren gehen?

Höfl-Riesch: Ach, da kommen wir viel zu selten dazu. Im vergangenen Jahr waren wir nach dem Weltcupfinale in der Lenzerheide gerade mal zwei Tage in Kitzbühel.

Und wie fährt der Gatte?

Höfl-Riesch: Gut, beim Tempo kann er mithalten. Nur an der Technik könnte man noch ein bisschen feilen. Aber das gehen wir im Frühjahr an.

Aber Sie müssen keine Angst um Ihn haben, wenn er so Gas gibt?

Höfl-Riesch: Nein, er fährt flott, aber sicher. Entweder du bist schnell oder du bist a Dritschler, so ist es überall im Leben.

Ihr Internetauftritt ist neu. Man erfährt dort viele Dinge abseits der Pisten. Musste man Sie davon überzeugen, mehr von sich preiszugeben?

Höfl-Riesch: Nein, die Idee kam von meinem Management-Team, ich war sofort begeistert. Einige meinen ja, auf meiner Homepage wird zu wenig Sport präsentiert. Aber genau das wollte ich. Als Sportlerin werde ich in den Medien sowieso schon dargestellt. Aber ich glaube, meine Fans interessiert auch meine private Seite und was sonst noch in meinem Leben passiert.

Ein wichtiger Teil ist Ihr ­wöchentlicher Videoblog. Wie stark sind Sie da involviert?

Höfl-Riesch: Ich filme viel selbst, hab die Kamera fast immer dabei. Allerdings ist es ziemlich schwierig, weil man ja nicht vorher weiß, wann etwas Lustiges passiert. Ich versuche immer, das Interessanteste einzufangen.

Wie läuft’s eigentlich mit Ihrem Doppelnamen?

Höfl-Riesch:Gut, ich musste ihn mittlerweile schon einige Male schreiben. Vielleicht lasse ich nach meiner Karriere das Riesch weg. Mal schauen. Bisher hängt’s noch dran, weil ich unter diesem Namen meine Erfolge gefeiert habe und bekannt geworden bin.

Klingt nach einer eher altmodischen Einstellung?

Höfl-Riesch: Grundsätzlich finde ich, die Frau sollte den Namen ihres Mannes annehmen, deshalb steht Höfl auch vorn. Im Skizirkus kennen mich aber sowieso alle als Maria.

Wie sieht die sportliche Lebensplanung aus?

Höfl-Riesch: Jetzt fahre ich erst mal noch ein bisschen Ski. Sotschi 2014, die Olympischen Spiele, das ist ein großes Ziel.

Bunt oder gleich halbnackt: Die schrägsten Olympia-Outfits

Manche Olympioniken könnten auch im Zirkus auftreten © AP
Andere würden auch in einem Erotikmagazin nicht unbedingt auffallen. © AP
Ganz andere wiederum scheinen direkt von der Après-Ski-Party zum Wettkampf gekommen zu sein. © AP
Klicken Sie sich hier durch eine Auswahl der schrägsten Olympia-Outfits. © dpa
Vier Augen sehen mehr als zwei: Tina Mazes Helm hat den Durchblick. © AP
Dieses Outfit musste sich wohl den meisten Spott der Spiele gefallen lassen. © AP
Die norwegischen Curler treten in karierten Hosen an. © AP
Ob sie ihre Outfits zuvor einer Meute Clowns geklaut haben, die nun nackt rumlaufen müssen, ist nicht überliefert. © AP
Ziemlich unstrittig aber ist: Sieht ziemlich albern aus! © AP
Ah, da ist er ja wieder, unser Après-Ski-Geselle! Das ist übrigens der Schweizer Olympia-Sieger Simon Ammann. Super im Skispringen, eher schlecht bei der Auswahl seiner Brillen. © AP
Schau mir in die Augen, Kleines! © AP
Die Eistänzer Oksana Domnina und Maxim Shabalin führten nach dem ersten Tanz - dann traten sie in diesem Outfit auf. © AP
Kein Wunder, dass sie danach nicht mehr auf Platz 1 lagen. © AP
Von Aborigines gab es übrigens scharfe Kritik an dem Outfit, weil sie ihre Kultur verunstaltet sahen. © AP
Da fehlen uns die Worte. Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung. © AP
Und hoch das Bein! So tiefe Einblicke gibt's bei Olympia selten. © AP
Mao Asada scheint das Training immense Freude zu bereiten. © AP
Die dänischen Curlerinnen kosten die freie Kleiderwahl voll aus. © AP
Sie schrubben in Miniröcken © AP
Als ob der ghanaische Skirennläufer Kwame Nkrumah-Acheampong nicht schon Exot genug wäre ... © Getty
... trägt der Mann auch noch solche Rennanzüge! Deswegen nennt man ihn auch den "Schnee-Leoparden" © dpa
Die Prinzessin und ihr Prinz © AP
Ohne Worte. © AP
Kevin van der Perren blamiert sich bis auf die Knochen © dpa
Einen plumpen Wortwitz hätten wir noch: Diese Sportart nennt sich Skelett-on © dpa
Oksana Domnina und Maxim Shabalin schon wieder. Sie wissen schon: Die mit dem Aborigine-Tanz einige Fotos vorher. © AP
Mit viel Mut zu Farben, die schon vor 20 Jahren "out" waren: © AP
Anabelle Langlois und Cody Hay © dpa
Zeitlos im Trend dagegen: Seemannnsoutfits © dpa
Ekatarina Bobrovka und Dimitri Soloviev würde mancher Mode-Experte vielleicht über die Planke gehen lassen © dpa
Aloha! © dpa
Da staunt sogar Anna Zadorozhnik © dpa
Boah, was für ein Rock! © dpa
Isabelle Delobel verwechselt da aber vielleicht die Sportart © dpa
Das Ganze hier heißt Eistanz, nicht Wett-Rock-Hochheben © dpa
Da verwechelt jemand Olympia mit dem wilden Westen © dpa
Ob solche Karos überhaupt mal modern waren? © AP
So viele Rosen sind nicht Jedermanns Sache. Johnny Weir steht drauf. © dpa
Fabian Bourzat tanzt nicht nur wie ein Uhrwerk, er hat sich gleich eines auf die Klamotten gemalt, um während des Tanzens jederzeit zu wissen, wie spät es ist. Ob Partnerin Nathalie Pechalat ihm wohl auf den Zeiger geht? © dpa
Das hat schon was Geometrisches. © dpa
Mund zu, bitte! © dpa
Oksana Domnina präsentiert ihren Hauch von Nichts auf einer Räuberleiter. © dpa
Weniger ist mehr, findet Meryl Davis bei der Klamottenauswahl. © dpa
Ihr Partner Charlie White glänzt hingegen durch Haarvolumen © dpa
Shaun White hat die Haare schön. © AP
Der Snowboard-Olympiasieger ist ein echter Rockstar. © AP
Artem Borodulin hat offenbar denselben Friseur. © AP
Wenn schon Helmpflicht, dann mit schickem Design © AP
Jeff Pain macht es vor. © AP
Es gibt schon seltsame Einblicke bei Olympia. © dpa
Olympiasiegerin Tessa Virtue beweist, dass es auch anders geht - und ist einfach nur schön. © AP
Genießen wir die sportlich anspruchsvollen und auch die kuriosen Anblicke, bevor die Spiele vorbei sind. © AP

Dann ist Schluss?

Höfl-Riesch: So ist’s geplant, aber man weiß nie. Die Weltmeisterschaft 2015 ist in Vail. Ich freue mich jedes Jahr auf die Rennen in Nordamerika, der Schnee dort liegt mir. Deswegen würde mich die WM dort vielleicht noch reizen.

Und wenn’s mit dem Skifahren endgültig vorbei ist?

Höfl-Riesch: Die Dinge, die danach passieren, sollte man am besten jetzt schon vorbereiten. Ich habe eine lange Partnerschaft mit Bogner und arbeite gerade an meiner ­eigenen Kollektion. Der Bereich Mode liegt mir, ich mag hübsche Kleider und ziehe mich gern schön an. Ich könnte mir gut vorstellen, in diesem Bereich später etwas zu machen. Eine Aufgabe beim Fernsehen fände ich aber auch reizvoll. Ich denke, man könnte die Übertragungen vom Skifahren noch wesentlich besser und interessanter ­machen.

Interview: Mathias Müller

Auch interessant

Meistgelesen

Biathlon: Arnd Peiffer gibt nach schwerem Sturz Entwarnung, Franzosen überragen
Biathlon: Arnd Peiffer gibt nach schwerem Sturz Entwarnung, Franzosen überragen
Ski alpin: Sensationen durch "Snowboarderin" aus Tschechien und jungen Schweizer
Ski alpin: Sensationen durch "Snowboarderin" aus Tschechien und jungen Schweizer
Bob: Alle Infos zum Weltcup 2019/20
Bob: Alle Infos zum Weltcup 2019/20
Ski alpin: Dreßen meistert Schicksalspiste, Schweizer siegt
Ski alpin: Dreßen meistert Schicksalspiste, Schweizer siegt

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion