"Jörg und ich wie altes Ehepaar"

Laböck im tz-Interview: So sehe ich meine Playboy-Fotos

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Bringt auf und neben der Piste viel Farbe ins Spiel: Parallelslalom-­Titelverteidigerin ­Isabella Laböck.

München - Vor zwei Jahren überraschte Isabella Laböck mit WM-Gold im Parallel-Riesenslalom, am Donnerstag (13 Uhr) will sie ihren Titel verteidigen. Im tz-Interview spricht sie über den Playboy und Zimmerkollegin Jörg.

Frau Laböck, Ihr Spitzname Special Agent Labok, worauf geht der zurück?

Laböck: Ach Gott, das liegt lange zurück. Die Amerikaner konnten meinen Namen nicht aussprechen und haben Labok gesagt. Da ich Polizistin bin, wurde daraus Special Agent Labok.

Ihre Teamkolleginnen Amelie Kober, Anke Karstens und Selina Jörg dürften die Geschichte kennen. Sie trainieren seit gut zehn Jahren zusammen.

Laböck: Wahnsinn, wie die Zeit vergeht, meine erste WM war 2005. Wir waren die jungen Wilden, heute sind wir wohl eher die alten Hasen, ich stehe seit 20 Jahren auf dem Snowboard.

Vier Mädels in der Endphase der Pubertät, das kann nicht immer gut gegangen sein, oder?

Laböck (lacht): Nein, besonders am Anfang war das ein Problem. Wir kamen aus verschiedenen Gegenden und sind in der Jugend gegeneinander gefahren. Da hieß es immer: „Schau, da kommen die Rosenheimer oder die Miesbacher.“ Plötzlich waren wir in einer Mannschaft. Jeder wollte die Nummer eins sein und seinen Kopf durchzusetzen. Aber das ist lange her, wir haben uns zusammengerauft.

Mit Ihrer Zimmerkollegin Selina Jörg...

Laböck: …habe ich mich immer gut verstanden, wir teilen seit der Saison 2006/07 das Zimmer. Wir sind wie ein altes Ehepaar, ich kenne alle ihre Macken und sie meine. Wir haben uns gesucht und gefunden.

Sie ist die einzige aus Ihrem Quartett, der noch eine große Einzelmedaille fehlt.

Laböck: 2010 in Vancouver war sie nah dran, der vierte Platz war ärgerlich, sie ist großartig gefahren. Aber ihre Zeit wird kommen, vielleicht sogar in Kreischberg. Selina ist im Moment saustark, hoffentlich kann sie endlich einen Haken hinter die Medaille setzen. Unser größter Traum wäre, gemeinsam auf dem Podest zu stehen.

Und wenn Sie gegeneinander fahren müssen?

Laböck: Dann hoffentlich erst im Finale.

Was hat sich für Sie seit dem WM-Titel verändert?

Laböck: Die Leute wissen, wer ich bin. Auch unsere Sportart wird mehr beachtet in den Medien. Aber mit Ski Alpin oder Biathlon kann man es noch nicht vergleichen. Ich weiß allerdings nicht, an welchen Fäden wir noch ziehen sollen. Wir sind erfolgreich und in der Breite super aufgestellt. Da schauen die alpinen Skidamen schon ein wenig neidisch auf uns.

Vor zwei Jahren haben Sie sich für den Playboy ausgezogen.

Laböck: Viele haben mir daraus einen Strick gedreht. Nach dem Motto: Schau her, kaum ist die Laböck Weltmeisterin, ist sie auch schon nackt im Playboy. Dabei hat das Shooting weit vor der WM stattgefunden.

Würden Sie etwas Ähnliches noch mal machen, um Aufsehen für sich und Ihren Sport zu erregen?

Laböck: Was ich damals getan habe, dazu stehe ich. Aber momentan würde ich es nicht machen. Ich hatte vor Sotschi eine zweite Anfrage, die habe ich aber abgelehnt. Es birgt sonst die Gefahr, dass man in eine spezielle Schublade gesteckt wird. Aber generell ausschließen würde ich es nicht. Wer weiß, wenn in 15 Jahren eine Anfrage kommt.

Interview: Mathias Müller

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