Jenny Wolf in Olympia-Form - Friesinger mit Steigerung

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Jenny Wolf: “Ich habe erneut bewiesen, dass ich körperlich topfit bin.“

Heerenveen - Anni Friesinger-Postma schimpfte trotz leichter Fortschritte, Jenny Wolf sprintete schon in Olympia-Form: Die Berlinerin deklassierte beim zweiten Weltcup der Eisschnellläufer die Konkurrenz über die Sprint-Distanz.

Mit der Weltklassezeit von 37,83 unterstrich Jenny Wolf auch am zweiten Tag im niederländischen Eisschnelllauf-Mekka ihre glänzende Form zu Beginn des Olympia-Winters. Im vierten 500-Meter-Sprint der Saison bezwang die 30-jährige Weltmeisterin erneut ihre Erzrivalin Wang Beixing aus China (38,07) und landete den 43. Weltcupsieg ihrer Karriere.

“Ich habe erneut bewiesen, dass ich körperlich topfit bin. Die Angangszeit von 10,18 ist super. Nun muss ich versuchen, die Geschwindigkeit auch auf der Runde noch zu steigern“, meinte die Weltrekordlerin. Ihren Bahnrekord verpasste sie nur um 0,23 Sekunden. Auf den ersten 100 Metern war sie in Heerenveen so schnell wie nie.

In der Gesamtwertung baute die Berlinerin ihren Vorsprung aus: Sie führt nun mit 380 Punkten vor Wang mit 340 Zählern. “Es deutet alles darauf hin, dass es über 500 Meter bis zu den Olympischen Spielen ein Duell mit Wang geben wird. Zwischen uns entscheidet dann die Tagesform“, meinte die Berlinerin.

Mit 43 Weltcupsiegen hat sie jetzt in der Ranglisten nur noch Gunda Niemann-Stirnemann (98), Bonnie Blair (USA/69) und Anni Friesinger (59) vor sich. Vom nächsten Jubiläum ist Anni Friesinger- Postma nach ihrem enttäuschenden Auftakt in Berlin mit den Rängen 15 (1000 m) und 7 (1500 m) weit entfernt. Zwar bewies sie leicht ansteigende Form, war aber noch nicht zufrieden. “Das war technisch ganz hässlich, ich war muskulär übersäuert. Aber es war wieder eine kleine Steigerung mit eigentlich schlechten Läufen“, meinte die 32- Jährige.

Am meisten wurmte sie, dass sie auf den letzten Metern auch das interne Duell mit Daniela Anschütz-Thoms verlor, die in 1:57,80 genau 2/100 schneller war und damit auf Rang vier kam. “Der Platz macht mich nicht traurig. Das Prestige-Duell will jeder gewinnen. Ich hätte gestern auch alles hinschmeißen wollen“, meinte die 34 Jahre alte Team-Olympiasiegerin Anschütz-Thoms, die über 3000 Meter zwar Dritte geworden war, sich aber ihrer erstmals siegreichen Trainingskameradin Stephanie Beckert beugen musste.

Zudem haderten die beiden Deutschen mit einem schlechten Wechsel, bei dem sie sich behinderten, dennoch verzichteten sie auf Schuldzuweisungen. “Das war ein Scheiß-Wechsel, ich hätte anders laufen müssen“, sagte die Erfurterin. Von der vom Start weg Führenden ließ sie sich bis ins Ziel hinein ziehen und verbuchte wie Friesinger eine neue Saisonbestzeit. “Ich war ein guter Hase“, meinte Friesinger-Postma. Der Sieg ging nach langer Durststrecke an Ex- Weltmeisterin Ireee Wüst aus den Niederlanden in 1:56,69 vor der Berlin-Siegerin Christine Nesbitt aus Kanada (1:56,74).

Im Sprint der Männer gab es durch Joji Kato im vierten Saison- Rennen den vierten Sieger. Bester Deutscher war Nico Ihle (Chemnitz) als Sechster der B-Gruppe in 35,74 Sekunden.

dpa

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