Weißflog im tz-Interview: "Nicht dramatisch"

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Jens Weißflog.

München - Die deutschen Skiadler sind gut in die Vierschanzentournee gestartet. Allerdings nicht so gut wie erwartet. Skisprung-Olympiasieger Jens Weißflog (48) äußert sich im tz-Interview zum Halbzeitstand der Tournee.

Die deutschen Skiadler sind gut in die Vierschanzentournee gestartet. Allerdings nicht so gut wie erwartet. Severin Freund belegt aktuell Platz fünf der Gesamtwertung, Youngster Andreas Wellinger ist Achter. Die größte positive Überraschung ist der zwölfte Rang von Oldie Martin Schmitt. Skisprung-Olympiasieger Jens Weißflog (48) äußert sich im tz-Interview zum Halbzeitstand der Tournee.

Warum läuft’s nicht ganz rund bei den deutschen Skiadlern?

Weißflog: Ich sehe das Ergebnis von Garmisch nicht so dramatisch. Es gibt einfach Schanzen, die unseren Springern nicht so liegen. Severin Freund kam auch in den vergangenen Jahren mit der Anlage nicht richtig klar. Für Andreas Wellinger war der neunte Rang persönlich ebenso in Ordnung, wie der 14. Rang von Martin Schmitt.

Wie beurteilen Sie den Norweger Anders Jacobsen?

Weißflog: Jacobsen hatte im ersten Sprung Schwierigkeiten, aber wo andere bei 120 Meter landen würden, zieht er auf 130 Meter durch. Er hatte ein Jahr Pause eingelegt, ob seine Topform daran liegt, wage ich zu bezweifeln. Janne Ahonen hatte auch ein Jahr Pause gemacht und ist danach nie wieder auf die Strümpfe gekommen.

Was macht den Überflieger Jacobsen aus?

Weißflog: Gewicht, Körperbau, Technik und der Ski stimmen bei ihm völlig überein. Das werden wir auch in Innsbruck und Bi­schofs­hofen sehen.

Thema Anzug: Die Kraftvorteile für unsere Springer scheinen doch nicht so deutlich wie angenommen?

Weißflog: Inzwischen haben sich alle auf die Anzüge eingestellt. Aber es wird schon sehr deutlich, dass die Felder ganz schön auseinanderflattern. Ein Kamil Stoch aus Polen oder die Österreicher Andreas Kofler sowie Thomas Morgenstern und sogar Simon Ammann aus der Schweiz haben ihre Probleme.

Ihr alter Konkurrent Adam Malysz aus Polen startet am Wochenende bei der Rallye Dakar. Könnten Sie sich auch eine solche zweite Karriere vorstellen?

Weißflog: Überhaupt nicht. Mein Sport ist Golf und mein Hotel in Oberwiesenthal. Ich habe 15 Angestellte und für mein Hotel gerade den vierten Stern bekommen, da ist jeden Tag Action angesagt, damit es in der Kasse klingelt.

Werden Sie trotzdem noch zur Vierschanzentournee fahren?

Weißflog: So viel Zeit muss sein. Beim Finale in Bischofshofen werde ich an der Schanze sein.

Interview: Manfred Hönel

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