Die Eiskönigin feiert Geburtstag

Kati Witt wird heute 50: Momente ihrer Karriere

Berlin/München - Zwei Olympiasiege, vier WM-Titel, sechs EM-Titel - Katarina "Kati" Witt blickt auf eine unglaublich erfolgreiche Karriere zurück. Heute wird sie 50.

Sie ist Olympiasiegerin, galt als schönstes Gesicht des Sozialismus, wurde aber auch als Stasi-Ziege beschimpft. Heute wird Ex-Eiskunstlaufweltmeisterin Katarina Witt 50 Jahre alt. Noch heute ist sie immer in Bewegung, nur eben nicht mehr auf dem Eis. „Einfach in die Halle fahren und laufen, das mache ich nicht. Diese Zeit ist vorbei“, sagt Witt. Zwei Olympiasiege, vier WM-Titel, sechs EM-Titel – die DDR-Athletin war in den achtziger Jahren definitiv die beste Läuferin der Welt, ein Star auch in Westdeutschland. Danach kamen Holiday on Ice, Playboy und TV-Shows. Seit 2005 kümmert sie sich mit eigener Stiftung um behinderte Kinder, für München war sie Olympiabotschafterin. Die tz blickt auf Witts Karriere zurück.

EM ’83, Dortmund

In der Westfalen-­Halle raste das ­Publikum. Die 17-Jährige aus Sachsen tanzte frisch als „junger Mozart“ auf den EM-Thron (links daneben Jelena Wodorezowa, rechts Claudia Leistner). „Schon da habe ich gespürt, dass ­Trainerin und Sportlerin ­gleichermaßen den Willen haben müssen, maximale ­Leistungen herauszuholen.

Bei Jutta Müller und mir war das der Fall. Im Leistungssport geht es an die ­Grenzen, da ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Doch wenn man ein Ziel erreicht hat, ist das Glück umso größer“, sagt Witt heute.

Olympia 1984, Sarajevo

„Ich war 18 Jahre und lag nach Pflicht und Kurzprogramm vorn. ­Meine Konkurrentin ­Rosalynn Summers aus den USA lief nach mir und erhielt in der B-Note eine 6,0. Ich ging enttäuscht die Treppe zu den Kabinen hinunter, als mir der Eistanz-Olympiasieger Christopher Dean entgegenkam und mich umarmte. ‚Du bist Olympia­siegerin‘ strahlte er. Da liefen mir die Tränen.“ Jahre ­später stand Witt noch mal vor der Zetra-Eishalle. ­Wieder ­kamen ihr die Tränen. Um die Halle reihen sich Gräber als Erbe des ­jugoslawischen Bürgerkriegs. „Auch deswegen bin ich 1994 zurückgekehrt.“ Im Bild rechts steht Witt ­neben Skisprungstar Jens Weißflog, der Gold und Silber für die DDR holte.

WM 1987, Cincinnati

Es war kalt in Cincinnati, auf dem Ohio-River trieben die Eisschollen. Trotzdem strömten 15 000 Zuschauer ins Riverfront Coliseum. „Meine große Gegnerin war die Weltmeisterin Debi Thomas. Wir hatten uns für die Rolle der Maria aus der West Side Story ­entschieden. Das kam beim Publikum an. Die Kür glückte mir super. Ich ­bekam höchste Noten und wurde Weltmeisterin“, erinnert sich Katarina in ihrem Buch So viel Leben, das ­gestern erschien: „Nach der Kür gingen in der ganzen Stadt die Lichter als ­Zeichen der Anerkennung an. Es war ein ­großes Gefühl.“

Olympia 1988, Calgary

„Seit 1987 fühle ich, dass ich mit ganzem ­Herzen und ganzer Hingabe laufe. Ich bringe völlig eigene Bewegungen ein. Ich kann meine Gefühle jetzt ohne Scheu vortragen“, gestand die Sächsin schon damals. Witt hatte – wie die Amerikanerin Debi Thomas – für die Kür die Musik aus ­George Bizets Carmen gewählt. Für Thomas entpuppte sich die Wahl als Schlag ins Wasser. „Mir glückte an dem Tag alles. Eine halbe Milliarde Menschen weltweit sollen zugeschaut haben. Danach bekam ich sofort ein Filmangebot“, erinnert sich die Eisdiva heute. Der Streifen wurde 1989 an den Orginal­schauplätzen der Carmen in Sevilla mit Olympiasieger Brian Boitano ( USA) als Partner gedreht und erhielt einen Emmy. Witt und Carmen – das war fortan eins…

Nach der Wende

Kein sportlicher Wettbewerb und doch ein großer Sieg. Die meisten Eiskunstläuferinnen versinken nach ihrer Karriere in der Anonymität der Revuen. Nicht so Katarina Witt: „Durch den Mauerfall erhielten meine Möglichkeiten eine ganz andere Dimension. Ich lebte in den USA und Deutschland, gründete das Unternehmen ‚With Witt‘. Ich durfte Filme mit Robert De Niro und Tom Cruise drehen. Jetzt ­lebe ich in der Mitte Berlins und habe immer noch viel Arbeit um die Ohren“, verrät die schöne Sächsin und sagt: „Das Kapitel Eis ist abgeschlossen.“ Und der Playboy? „Auch abgeschlossen. Das Magazin hatte mit mir eine Rekordauflage. Ich wäre doch dumm, wenn ich da nachlegen würde.“ Auch heute wird die Ausgabe noch gut gehandelt.

Manfred Hönel

Rubriklistenbild: © imago

auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

So sehen Sie den Biathlon-Weltcup dieses Wochenende in Antholz live im TV und Live-Stream 
So sehen Sie den Biathlon-Weltcup dieses Wochenende in Antholz live im TV und Live-Stream 
So sehen Sie den Ski-Weltcup in Kitzbühel live im TV und Live-Stream
So sehen Sie den Ski-Weltcup in Kitzbühel live im TV und Live-Stream
Biathlon in Ruhpolding: So sehen Sie den Weltcup heute live im TV und Live-Stream
Biathlon in Ruhpolding: So sehen Sie den Weltcup heute live im TV und Live-Stream
So sehen Sie den Ski-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen live im TV und im Live-Stream
So sehen Sie den Ski-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen live im TV und im Live-Stream
<center>Rehbockgehörn mit Strass</center>

Rehbockgehörn mit Strass

65,00 €
Rehbockgehörn mit Strass
<center>Magnet mit Kuhflecken</center>

Magnet mit Kuhflecken

3,95 €
Magnet mit Kuhflecken
<center>Brotzeit-Brettl "Brotzeit"</center>

Brotzeit-Brettl "Brotzeit"

4,85 €
Brotzeit-Brettl "Brotzeit"
<center>Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l</center>

Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l

14,35 €
Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l

Kommentare