Kein Frauen-Skispringen bei Olympia in Vancouver

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Bei den nächsten Olympischen Winterspielen werden nur die Männer beim Skispringen um Medaillen kämpfen (Unser Foto zeigt Martin Schmitt im Jahr 2008).

Vancouver - Flügel gestutzt: Bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver wird es keinen Wettbewerb im Frauen- Skispringen geben.

Das Einspruchsgericht in der Olympia-Stadt wies am Freitag (Ortszeit) nach einer zweitägigen Anhörung die Klage von 14 Skispringerinnen ab. Die Gruppe hatte versucht, vor dem “B.C. Court of Appeal“ doch noch die Aufnahme ihrer Disziplin ins Programm der 21. Winterspiele durchzudrücken.

Bereits im Sommer war ein erster gerichtlicher Anlauf fehlgeschlagen. In ihrem mündlichen Urteilsspruch erklärten die Richter Anne Rowles, David Frankel und Harvey Groberman lediglich, sie wiesen den Einspruch der Skispringerinnen gegen das Urteil aus erster Instanz zurück. Eine schriftliche Begründung soll es erst in der kommenden Woche geben. Die Klägerinnen zeigten sich nach der erneuten Niederlage traurig und wütend.

“Wir haben nichts unversucht gelassen und mit der Klage ein Ausrufezeichen gesetzt“, hatte die Willinger Skipringerin Jenna Mohr schon vor diesem Urteil erklärt. Es sei zwar traurig, nun nicht bereits in Kanada um Olympia-Medaillen springen zu können, aber kein wirklicher Rückschlag. Die Skispringerinnen müssen nun wohl bis zu den Winterspielen 2014 im russischen Sotschi auf ihr Olympia-Debüt warten.

91 Tage vor Beginn von Winter-Olympia in Vancouver bestätigte das Einspruchsgericht damit das in erster Instanz ergangene Urteil. Das Oberste Gericht der kanadischen Provinz British Columbia (B.C.) hatte bereits den ersten Antrag der Skispringerinnen im Juli zurückgewiesen. Richterin Lauri Ann Fenlon hatte seinerzeit zwar eine Diskriminierung der Sportlerinnen allein wegen ihres Geschlechtes anerkannt. Dennoch hätte das lokale Organisations-Komitee VANOC keinen Bruch der kanadischen “Charta der Rechte und Freiheiten“ begangen, wie von den Klägerinnen behauptet wurde. Weder VANOC, noch die kanadische Regierung hätten Kontrolle über Olympische Veranstaltungen, erklärte die Richterin damals.

Allein das Internationale Olympische Komitee (IOC) könne die Diskriminierung aufheben, indem es Frauen-Skispringen zulasse. Das IOC spricht den Skispringerinnen die olympische Reife ab. Zudem erfülle die Disziplin nicht das formelle Olympia- Zulassungskriterium, mindestens zwei Weltmeisterschaften veranstaltet zu haben. Auch ein schriftlicher Appell der Sportlerinnen hatte das IOC und seinen Präsidenten Jacques Rogge im Sommer nicht umstimmen können.

Cord Heine

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