Kein Olympia-Ticket für Biathlon-Männer

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Michael Greis aus Nesselwang wurde Neunter in Östersund. 

Östersund - Auch die Biathlon-Männer haben beim Weltcup- Auftakt kein Olympia-Ticket erkämpft.

Nach dem Fehlstart des deutschen Frauen-Teams kamen die Männer im ersten der 25 Saison- Rennen am Donnerstag ebenfalls nicht in die Top acht. Die Skijäger zeigten wie die Frauen Nerven am Schießstand. Beim Sieg des dreimaligen Weltmeisters Emil Hegle Svendsen (Norwegen) vor Tim Burke, dem amerikanischen Freund von Andrea Henkel, am Donnerstag im Einzelrennen über 20 Kilometer in Östersund waren der dreimalige Olympiasieger Michael Greis (Nesselwang) als Neunter zusammen mit dem ebenfalls mit zwei Fehlschüssen laufenden Alexander Wolf (Oberhof) auf Rang elf einmal mehr die Besten.

“Das war okay von den beiden. Aber die anderen haben sich alle einen Klops geleistet“, sagte Bundestrainer Frank Ullrich. Greis verpasste das Olympia-Ticket nur knapp - Platz acht hätte dem Allgäuer gereicht. “Das Fazit fällt positiv aus. Ich habe ein ganz gutes Rennen gemacht. Man muss immer erst reinkommen, dafür war es in Ordnung, auch mit der halben Olympia-Quali in der Tasche“, sagte Greis. Ein weiterer Platz in den Top 15 reicht dem 33-Jährigen, um sich für die Spiele in Vancouver zu qualifizieren.

Diese Wintersportarten sind olympisch

Snowboard: In Sotschi werden in dieser Sportart in zehn Disziplinen Medaillen vergeben © dpa
Slopestyle: Diese Snowboard-Disziplin ist seit 2014 neu im Olympia-Programm. Die Fahrer müssen einen Parcours absolvieren und dabei Drehungen und Grabs zeigen. Die Jury gibt dafür Punkte. © dpa
Cross: Hier müssen mehrere Snowboarder gleichzeitig eine Abfahrtsstrecke bewältigen © dpa
Halfpipe: Auch in der Halfpipe können Snowboarder um Gold, Silber und Bronze kämpfen © dpa
Parallel-(Riesen-)Slalom: Hier geht es "Mann gegen Mann" beziehungsweise "Frau gegen Frau". Zwei Fahrer treten gegeneinander an. © dpa
Bob: Hier fallen drei Entscheidungen. Und zwar im Zweierbob (Damen und Herren) und im Viererbob © dpa
Curling: Für Außenstehende ein Rätsel - für die Spieler harte Arbeit. Beim Curling versuchen zwei Mannschaften zu je vier Spielern, ihre Steine näher an den Mittelpunkt des Zielkreises auf der Eisbahn zu spielen als das gegnerische Team. © dpa
Skeleton: Kopf voran in die Eisröhre! Zwei Garnituren Gold, Silber und Bronze werden hier vergeben. © dpa
Eiskunstlauf/Eistanz: Hier ist Eleganz auf Kuven gefragt. In fünf Disziplinen wird um Gold gekämpft - zum ersten Mal auch als Team-Wettbewerb. © dpa
Eisschnelllauf: 12 Mal Gold gibt es im Eisschnelllauf in Sotschi zu gewinnen. Die Distanzen reichen von 500 Metern bis 10.000 Metern. Auch die Teamverfolgung steht auf dem Programm. © dpa
Rennrodeln: Hier dominieren seit Jahren die Deutschen. Vier Medaillen werden in Sotschi vergeben, davon zwei im Einsitzer (Damen und Herren) und eine im Doppelsitzer. Die vierte Medaille wird in einer Disziplin vergeben, die neu bei Olympia ist. Und zwar im ... © dpa
Rennrodeln-Staffel: Sie feiert in Sotschi Premiere. Die Staffel besteht aus einem weiblichen und einem männlichen Einsitzer-Fahrer, sowie einem Doppelsitzer. Die Deutschen Felix Loch (l-r), Tobias Arlt, Tobias Wendl und Natalie Geisenberger sind haushoher Favorit. © dpa
Ski Alpin: Insgesamt zehn Mal Gold wird in den alpinen Disziplinen vergeben - in der Abfahrt, im Super G, im Riesenslalom, im Slalom und in der Kombination. © dpa
Eishockey: Zwei Goldmedaillen werden ausgespielt - jeweils eine bei den Herren und bei den Damen. © dpa
Langlauf: In der Loipe werden zwölf Goldmedaillen vergeben. Und zwar im Skiathlon (2 x 7,5 Kilometer), im Sprint, im Team-Sprint, über 10 und 30 Kilometer (Damen) und 15 und 50 Kilometer (Herren) sowie in der Staffel (4x5, bzw. 4x10 Kilometer).  © dpa
Skispringen: Insgesamt wird im Skispringen in vier Wettkämpfen um den Sieg gekämpft, dabei werden drei bei den Männern vergeben (Normalschanze, Großschanze, Team) und einer beim ... © dpa
Skispringen der Damen: Auch das ist neu bei Olympia 2014. Die wagemutigen Damen dürfen allerdings "nur" von der Normalschanze hüpfen. © dpa
Ski-Freestyle: Die Artisten auf zwei Brettern kämpfen um insgesamt zehn Goldmedaillen. Für sie heißt es auf der  Buckelpiste alles geben, sowie im Ski Cross, Slopestyle, im Sprung und - ab 2014 ganz neu dabei - im ... © dpa
Ski-Freestyle Halfpipe: In der halbierten Röhre gilt es für die Frauen und Männer, hohe Sprünge und spektakuläre Tricks zu zeigen. Dafür vergibt die Jury Punkte - und am Ende Gold, Silber und Bronze. © dpa
Biathlon: Wer trifft und flink läuft, der hat im Biathlon große Chancen auf den Sieg. Elf Mal Gold wird ausgekämpft. Neben Sprint, Verfolgung, 15 bzw. 20 Kilometer, Massenstart und der Staffel, steht ab 2014 eine neue Disziplin auf dem Olympia-Programm. Es ist die ... © dpa
Biathlon Mixed-Staffel: Das gemischte Team aus zwei Frauen und zwei Männern feiert Premiere bei Olympia. © dpa
Nordische Kombination: In die Skisprungspur UND in die Langlaufloipe müssen die Nordischen Kombinierer. Die Athleten haben die Chance auf drei Goldmedaillen. © dpa
Shorttrack: Bei dieser Sportart werden in Sotschi acht Medaillen vergeben. Bei den Herren und Damen über 500, 1000 und 1500 Meter, sowie in der Staffel. © dpa

“Es war ein Rennen, das ganz gelungen war. Beim letzten Schuss im Stehend-Schießen muss ich mir an die eigene Nase fassen, das darf nicht passieren. Wenn ich treffe, wäre es das Podium gewesen“, sagte Wolf. Der Oberhofer lag 2:28,3 Minuten hinter dem ebenfalls mit einer Strafminute belasteten Svendsen (52,43,7) zurück. Der Rückstand von Greis betrug 2:06,06 Minuten.

Die deutschen Skijäger befanden sich im Flutlicht-Rennen im Schnee von Östersund in guter Gesellschaft, denn auch Superstar Ole Einar Björndalen aus Norwegen zielte am Schießstand gleich fünfmal daneben. Mit jeweils fünf Fehlschüssen beendeten auch Michael Rösch (Altenberg), Christoph Stephan (Oberhof) und Andreas Birnbacher (Schleching) das Rennen auf den hinteren Plätzen. Arnd Pfeiffer (Clausthal-Zellerfeld) war mit vier Schießfehlern allerdings noch weiter zurück.

Die deutschen Biathletinnen wollen im eisigen Schweden nach dem schwächsten Auftakt-Ergebnis im Weltcup seit zehn Jahren für Wiedergutmachung sorgen. Im Sprint am Samstag (11.30/ZDF und Eurosport) will das Team um Kati Wilhelm und Andrea Henkel die ersten Olympia-Tickets lösen. Danach stehen erneut die Männer auf dem Prüfstand, ehe das erste Biathlon-Wochenende am Sonntag mit den Staffel-Wettbewerben beendet wird.

Volker Gundrum

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