Kompon: "Ich habe meinen EHC vermisst"

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Bald zurück in München: Mike Kompon

München - Mike Kompon (29) war schon weg, jetzt kehrt er überraschenderweise zum EHC München zurück. Im tz-Interview hofft der Spielmacher, dass er länger bleiben darf.

Mike Kompon (29) war während des ­Telefoninterviews noch in Allen, Texas, wo er ursprünglich bei den Americans seine Karriere ausklingen lassen wollte. Jetzt kehrt der Spielmacher aber doch zum EHC München zurück, sehr zur Freude der Kollegen und Fans. Erst mal bis zum Saisonende, der Klub hat eine Option auf ein weiteres Jahr. „Und ich hoffe, dass ich dann bleiben darf“, sagt Kompon. Am Wochenende oder den Tagen danach soll der 29-jährige Stürmer in München landen. „Hoffentlich geht nichts schief“, sagt Kompon.

Herr Kompon, Sie verließen den EHC kurz vor Trainingsstart, um Lehrer zu werden.

Kompon: Ja, es war damals eine schwere Entscheidung, und Ansichten ändern sich manchmal. Ein paar Leute sahen, wie viel mir am Eishockey liegt, und sagten mir: Überstürz nichts mit dem Karriereende, Mike! Tu das, was dir gefällt! Und dann kam die Nachricht von Manager Christian Winkler, in der er mich fragte, ob ich zum EHC zurückkommen wolle. Als ich die E-Mail las, hatte ich Schmetterlinge im Bauch.

War es ein Fehler, München zu verlassen?

Kompon: Ein Fehler würde ich nicht sagen. Die Americans sind ein guter Klub. Man bemühte sich richtig um mich, ich war schon glücklich. Allerdings merkten die Trainer und Verantwortlichen auch, wie eng meine Seile mit dem EHC verknüpft sind und akzeptierten meine Entscheidung.

Sie spielten zwischenzeitlich für ein paar Partien bei den Lake Erie Monsters in der AHL, einer guten Liga. Wenn man Sie dort behalten hätte, wären Sie dann in den USA geblieben?

Kompon: Ich hatte dort ebenfalls einen vollen Vertrag. Hier laufen die Dinge anders: Man schickt dich je nach Bedarf hin und her. Und nein: Dass ich zu den Americans zurückgeschickt wurde, hatte überhaupt nichts mit meiner Entscheidung zu tun. München wäre fraglos meine erste Wahl gewesen. Ich habe sechs Jahre für den EHC gespielt, die Höhen und Tiefen mitgemacht. Wenn du von etwas weggehst, merkst du plötzlich, wie stark du es vermisst. Ich war unfassbar überrascht, als ich tatsächlich das Angebot vom EHC bekam. Danke, Winky, für diese Gelegenheit!

Dabei hatten Sie in Ihrem ersten Jahr in München Eingewöhnungsprobleme.

Kompon: Kommen Sie, da war ich ein 22-jähriger Bursche – und Sie kommen mir immer noch mit dieser alten Geschichte? Nach gut einer Woche war damals alles ausgestanden. Glauben Sie mir, die Sache ist vorbei. Ich bin ein Familientyp, aber auch andere Verwandte leben und arbeiten außerhalb Thunder Bays. Meine Eltern wollen mich trotz der Flugangst meines Vaters besuchen kommen. Ich habe also allen Grund der Welt, froh zu sein, wieder nach München zu kommen. Ich werde als Allererstes gleich in die Eishalle gehen und meine Kumpels sehen. Mit Brandon Dietrich und David Wrigley hatte ich immer viel Kontakt.

Sie wissen, was sich beim EHC getan hat?

Kompon: Klar. Die Mannschaft hatte ein gutes Wochenende und ist auf einem ordentlichen Weg. Die Verletzungssorgen kennen wir ja schon. Ich will mich so einfügen, als wäre ich nie weg gewesen.

Haben Sie sich mit Trainer Pat Cortina schon unterhalten?

Kompon: Er hieß mich herzlich willkommen und fragte, wie es mir geht. Ich sagte ihm, dass ich fit bin und dass wir wissen, was wir von uns erwarten können. Ich werde nicht lange brauchen, um mich einzugewöhnen.

Ein paar Bierchen werden Sie den Kollegen für die Rückkehr schon ausgeben müssen…

Kompon (lacht): Ach, wir gehen sowieso häufig zusammen lecker essen. Ich bin mir sicher, alles wird so sein, wie es früher war. Ich würde mich freuen, wenn die Fans voll hinter uns stehen – wir haben in dieser Saison noch einiges vor.

Interview: Martin Wimösterer

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